Bessere Energieversorgung für das Erzgebirge
19.01.2026, 10:11 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Landesdirektion Sachsen genehmigt Umbau der 110-kV-Freileitung zwischen Zwönitz und Silberstraße
Die Landesdirektion Sachsen hat die Plangenehmigung für den Ersatzneubau der Hochspannungsfreileitung von Zwönitz nach Silberstraße erteilt. Im Rahmen eines umfassenden Netzkonzeptes soll das 110-kV-Verteilnetz in der Erzgebirgsregion gestärkt werden. Bauherrin ist die Envia Mitteldeutsche Energie AG.
»Die Leitungen zwischen Zwönitz und Silberstraße sind zum Teil über 60 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne und vor allem resiliente Stromversorgung«, so Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen.
Bélafi erklärt: »Die 110-kV-Freileitung ist Teil des historisch gewachsenen Hochspannungsnetzes in Südwestsachsen. Die Abschnitte, die für den Ersatzneubau vorgesehen sind, wurden zwischen 1963 und 1989 gebaut und sind nur für eine maximale Betriebstemperatur von 40 Grad Celsius ausgelegt. Dadurch ist auch die Stromtragfähigkeit auf 115 Amper (A) begrenzt. Durch den Austausch der Masten und eine komplett neue Beseilung mit stärkeren Leiterseilen kann die Betriebstemperatur verdoppelt und die maximale Stromtragfähigkeit dann auf 680 Amper (A) verbessert werden.«
Die rund 16 Kilometer lange Stromtrasse umfasst insgesamt 65 Maste und verläuft durch den Erzgebirgskreis und den Landkreis Zwickau. Vom Bauvorhaben betroffen sind die Orte Affalter, Alberoda, Kühnheide, Langenbach, Lenkersdorf, Lößnitz, Neudörfel, Niederschlema, Schneeberg und Wildbach.
Der Umbau der Freileitung gliedert sich in zwei Abschnitte: Zunächst werden 27 Maste am bestehenden Standort erneuert. Dabei werden die vorhandenen Fundamente zurückgebaut und durch Plattenfundamente ersetzt, die den statischen Anforderungen der Neubauten entsprechen. Im zweiten Bauabschnitt werden sämtliche Maste mit stärkeren Leiterseilen ausgestattet.
Auch die Möglichkeit, die bestehenden Maste zu sanieren, wurde im Vorfeld geprüft. Allerdings wäre dies aufgrund notwendiger statischer Anpassungen einem Neubau gleichgekommen. Die Kosten dafür wären aber wesentlich höher gewesen.