18. April | Internationaler Denkmaltag: Forschung stärkt die Erhaltung bedeutender Denkmale in Sachsen

17.04.2026, 07:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Über 100 Expertinnen und Experten aus Denkmalpflege, Wissenschaft und Baupraxis diskutierten auf der Abschlusstagung Fragen zum sommerlichen Wärmeschutz der in Sachsen vielerorts noch erhaltenen raumprägenden Deckengestaltungen. (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

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Über 100 Expertinnen und Experten aus Denkmalpflege, Wissenschaft und Baupraxis diskutierten auf der Abschlusstagung Fragen zum sommerlichen Wärmeschutz der in Sachsen vielerorts noch erhaltenen raumprägenden Deckengestaltungen. (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

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Installierte Messeinheiten zur Erfassung bauklimatischer Daten im Dachboden über einer historischen bemalten Holzbalkendecke eines Testobjekts (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

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Ostrau, Kirche Kiebitz, kassettierte Holzbalkendecke mit bemalten Feldern, 1673/73 mit installierter Messeinheit direkt unter der Decke zur Erfassung bauklimatischer Daten. (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Katja Matauschek)

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Ostrau, Kirche Kiebitz, kassettierte Holzbalkendecke mit bemalten Feldern, 1673/73 mit installierter Messeinheit direkt unter der Decke zur Erfassung bauklimatischer Daten. (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Katja Matauschek)

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Über 100 Expertinnen und Experten aus Denkmalpflege, Wissenschaft und Baupraxis diskutierten auf der Abschlusstagung Fragen zum sommerlichen Wärmeschutz der in Sachsen vielerorts noch erhaltenen raumprägenden Deckengestaltungen. (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

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Über 100 Expertinnen und Experten aus Denkmalpflege, Wissenschaft und Baupraxis diskutierten auf der Abschlusstagung Fragen zum sommerlichen Wärmeschutz der in Sachsen vielerorts noch erhaltenen raumprägenden Deckengestaltungen. (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)

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Dresden, Dorfkirche Leubnitz-Neuostra, 2023 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Katja Matauschek)

Dresden, Dorfkirche Leubnitz-Neuostra, reich bemalte und vertäfelte Holzbalkendecke vom kurfürstlich-sächsischen Hofmaler Gottfried Lucas, 1672, mit installierter Messeinheit direkt unter der Decke zur Erfassung bauklimatischer Daten. Die Abbildung ist für Veröffentlichungen in diesem Zusammenhang rechtefrei verwendbar.

Dresden, Dorfkirche Leubnitz-Neuostra, 2023 (© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Katja Matauschek)

Dresden, Dorfkirche Leubnitz-Neuostra, reich bemalte und vertäfelte Holzbalkendecke vom kurfürstlich-sächsischen Hofmaler Gottfried Lucas, 1672, mit installierter Messeinheit direkt unter der Decke zur Erfassung bauklimatischer Daten. Die Abbildung ist für Veröffentlichungen in diesem Zusammenhang rechtefrei verwendbar.

Dresden, Dorfkirche Leubnitz-Neuostra, reich bemalte und vertäfelte Holzbalkendecke vom kurfürstlich-sächsischen Hofmaler Gottfried Lucas, 1672, mit installierter Messeinheit direkt unter der Decke zur Erfassung bauklimatischer Daten. Die Abbildung ist für Veröffentlichungen in diesem Zusammenhang rechtefrei verwendbar.

Am 18. April wird weltweit den Internationale Denkmaltag begangen – ein Anlass, unser kulturelles Erbe und neue Wege zu seinem Schutz in den Fokus zu rücken. Dieser Tag betont, dass die Erhaltung unseres Erbes eine gemeinsame Aufgabe ist – und innovative Forschung dafür eine zentrale Grundlage bildet.

In Sachsen zeigt ein aktuelles Forschungsprojekt zur Erhaltung historischer Holzbalkendecken, wie wichtig innovative und praxisnahe Lösungen angesichts klimatischer Veränderungen sind.

Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (LfD) präsentierte dazu im Schloss Glauchau die Ergebnisse seines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekts. In dem Projekt, das sich derzeit in der Abschlussphase befindet, untersuchte das LfD historische Holzbalkendecken in sächsischen Kirchen und Schlössern auf klimabedingte Schäden. Ziel ist es, Auswirkungen heißer und trockener Sommer zu verstehen und Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Zum Projektabschluss wird eine praxisorientierte Handreichung erscheinen. Sie soll Denkmaleigentümern und Fachleuten helfen, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden und hohe Sanierungskosten zu vermeiden.

Über 100 Expertinnen und Experten aus Denkmalpflege, Wissenschaft und Baupraxis diskutierten auf der Abschlusstagung Fragen zum sommerlichen Wärmeschutz der in Sachsen vielerorts noch erhaltenen raumprägenden Deckengestaltungen.

Der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung, Sören Trillenberg, würdigte die Relevanz des Projekts:

»Was das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen hier angestoßen hat, hat bundesweite Relevanz. Das freut mich als Vertreter des Freistaates. Das Projekt hat konkretes Handlungswissen für Eigentümer, für Planer und Nutzer hervorgebracht, es ist Forschung, die man versteht und Forschung, die man braucht. Was mich an diesem Vorhaben besonders beeindruckt, ist die Bedeutung für den ländlichen Raum. Die 22 Messobjekte stehen für Dorf- und Stadtstrukturen, für gewachsene Identität, für Orte, die Menschen verbinden. Wer Kulturdenkmale im ländlichen Raum erhält, stärkt Heimat.«

Vorträge und Praxisbeispiele zeigten Schadensbilder, historische Konstruktionen sowie moderne Dämm- und Instandsetzungsmöglichkeiten wurden vorgestellt. Das Projektteam präsentierte Klimamessdaten, Simulationsmodelle und konkrete Sanierungsansätze. Eine Podiumsdiskussion verdeutlichte die Bedeutung nachhaltiger und materialgerechter Lösungen für die langfristige Erhaltung historischer Bausubstanz.

Landeskonservator Alf Furkert betonte:
»Dies ist unser erstes Forschungsprojekt als alleiniger Träger. Wir danken der Deutschen Bundesstiftung Umwelt – DBU für ihre Unterstützung. Das Thema ist komplex und erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Es besteht weiterer Forschungsbedarf, da dieses Thema nicht nur in Sachsen, sondern deutschlandweit relevant ist.«

Anlass für das Projekt waren zunehmende Schäden wie Risse, herabfallender Putz- und Stuck sowie Lockerungen und Verluste von Farbschichten. Die betroffenen Decken liegen unter »Kaltdächern« – ungenutzten, ungedämmten Dachräumen. Zunehmend heiße, trockene Sommer setzen diesen Decken als Grenzbereich zwischen kühlem Innenraum und aufgeheiztem Dachboden zu. Bisher lag der Fokus auf dem Wärmeschutz im Winter. Angesichts der klimatischen Veränderungen müssen auch die Sommermonate stärker berücksichtigt werden.

Von Sommer 2023 bis Sommer 2025 wurden sachsenweit Messungen in 16 Kirchen und 4 Schlössern durchgeführt. In Sayda und im Schloss Nossen wurden Reallabore eingerichtet, in denen thermisch voneinander getrennte Raumzellen mit Klimasensoren errichtet wurden, um historische Deckenaufbauten unter vergleichbaren Bedingungen nachzustellen und verschiedene Dämmstoffe zu testen.

Das Projekt startete am 1. Februar 2023. Das Projektteam besteht aus Experten der sächsischen Denkmallandschaft, darunter Vertreter des LfD, des Staatsbetriebs SIB, der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen, der Ev. Kirche Mitteldeutschland, des Instituts für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. (IDK), eines regionalen mittelständischen Unternehmens für ökologische Dämmstoffsysteme sowie Ingenieure, Handwerker und Restauratoren.

Informationen zum DBU-Forschungsprojekt

Titel
»Ursachenforschung und Entwicklung modellhafter Erhaltungs- und Sanierungsstrategien bei klimabedingten strukturellen Schäden an historischen Holzbalkendecken im Bereich in profanen und kirchlichen Gebäuden«

Zeitraum
1. Februar 2023 bis 30. Juni 2026

Fördermittelgeber
Das Vorhaben wird von der Deutsche Bundestiftung Umwelt (DBU) gefördert, es wird unter dem Aktenzeichen 38093/01 geführt.

Projektträger
Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

Projektpartner
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien und Baumanagement
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens
Evangelische Kirche Mittelsachsen

Kooperationspartner
Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt (IDK) e.V.
Engelbach und Partner Ingenieurgesellschaft Dresden mbH
Ingenieurbüro für Bauklimatik Dresden
Udi DÄMMSYSTEME Chemnitz
Zimmerei Kay Arnswald

Projektbegleitender Ausschuss
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW Dresden) Fakultät Bauingenieurwesen, Lehrstuhl Baukonstruktion/Bauwerkserhaltung
Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien und Baumanagement
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens
Verband der Restauratoren (VDR)
Restaurator im Handwerk e. V. (Landesgruppe Sachsen
Fraunhofer-Institut für Bauphysik

Testobjekte
Martinskirche Blochwitz, Kirche Bockendorf, Schloss Colditz, Marienkirche Dommitzsch, Dresden Kirche Leubnitz-Neuostra, Glauchau Schloss Hinterglauchau, Kirche Kiebitz, Kirche Lawalde, Leipzig Gohliser Schlösschen, Kirche Leubsdorf, Kirche Löbnitz, Martinskirche Milkau, Kirche Neudorf Sehmatal, Bergkirche Oybin, Penig Kirche Unser lieben Frauen auf dem Berge, Kirche Rossau, St. Georgskirche Schwarzenberg, Schlosskapelle Tiefenau, St. Otto Kirche Wechselburg, Schlosskirche Wermsdorf

Versuchobjekte
Schloss Nossen, Pfarrhof Sayda


Kontakt

Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

Pressesprecherin Sabine Webersinke
Telefon: +49 351 48 430 403
Telefax: +49 351 48 430 488
E-Mail: sabine.webersinke@lfd.sachsen.de
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