TACHELES 2026 – Halbjahresbilanz und Ausblick
17.06.2026, 12:47 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Hälfte des sächsischen Themenjahres ist bereits absolviert. Mit bisher 620 durchgeführten Veranstaltungen wurde die Erwartungen der Organisatoren bereits deutlich übertroffen. Wie geht es weiter?
Zur Halbzeit von Tacheles 2026 – dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen ziehen die Organisatoren eine sehr positive Bilanz. Seit dem 14. Dezember 2025 läuft das sächsische Themenjahr, das von Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landesrabbiner Zsolt Balla eröffnet wurde. Wurden bei der Eröffnung noch 365 Veranstaltungen im Themenjahr als Ziel benannt, übertreffen die bisherigen Veranstaltungszahlen diese Erwartungen bei weitem.
620 Programmpunkte waren im Rahmen des Themenjahres bereits zu erleben. Jede Woche finden mindestens 25 Veranstaltungen statt. Die bereits im März angepeilte Zahl von 1.000 Veranstaltungen bis zum Ende am 12. Dezember 2026 ist somit in Reichweite. Die bereits durchgeführten 620 Programmpunkte zeigen die unterschiedlichen Veranstaltungsformate des Themenjahres: Ob Jazzkonzerte im Dresdner Kulturpalast, Operettenabende in Annaberg-Buchholz, eine Ausstellung im Bach-Haus Leipzig, Vorträge zur Rolle des Judentums in der Popkultur, ein Frühjahrsfest in Bad Lausick, eine Ausstellungsreihe zur Rolle von Jüdinnen und Juden in Chemnitz von vier dortigen Museen oder eine Vortragsreihe über einstige jüdische Familien in Görlitz.
Tacheles 2026 ist im gesamten Freistaat präsent: In rund 85 Städten und Gemeinden fanden oder finden Veranstaltungen statt. Die meisten davon in den großen Städten Leipzig und Dresden, doch auch in Wurzen, Görlitz, Meißen, Freiberg und Oederan gibt es jeweils umfangreiche Programme, um nur einige Orte zu nennen.
Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch zeigt sich beeindruckt von der bisherigen Resonanz auf das Themenjahr: »Tacheles 2026 macht sichtbar, wie vielfältig, engagiert und lebendig die Kulturlandschaft in Sachsen ist. Ich danke den mehr als 250 Kulturakteuren aus allen Regionen des Freistaates, die sich mit großer Kreativität und persönlichem Einsatz einbringen. Sie schaffen Räume für Begegnung, Erinnerung und Austausch und zeigen, dass jüdische Geschichte und Kultur Teil unserer Vergangenheit sind, unsere Gegenwart prägen und gleichzeitig wichtige Impulse für die Zukunft setzen. Ebenfalls danke ich dem Projektteam von Tacheles 2026, das dieses Themenjahr mit großem Engagement vorbereitet hat und begleitet. Die beeindruckende Halbjahresbilanz zeigt, was möglich wird, wenn Kulturakteure im ganzen Freistaat gemeinsam an einem Ziel arbeiten.«
Der Sächsische Staatsminister für Kultus Conrad Clemens hebt den hohen Anteil von Bildungsangeboten hervor, die rund ein Fünftel der Programmpunkte ausmachen: »Tacheles 2026 macht jüdisches Leben in seiner reichen Vielfalt erlebbar. Dadurch werden Vorurteile abgebaut und die Basis für Verständnis und Empathie gelegt. Ein Highlight der zweiten Jahreshälfte sind die Workshops zum Laubhüttenfest Sukkot, das kurz nach dem 100. Jubiläumstages der Gründung des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden stattfindet. Beim gemeinsamen Essen, Trinken und Laubhütten bauen, entdecken Kinder und Erwachsene die Bedeutung jüdischer Bräuche und Traditionen. Yad Vashem hätte sich kaum einen besseren Zeitpunkt aussuchen können, um die Einrichtung einer Außenstelle der Holocaustgedenkstätte in Leipzig zu verkünden. Diese Entscheidung, der wir uns mit Verantwortung stellen, wird die Bildungsarbeit im Freistaat über das Jahr der jüdischen Kultur hinaus stärken.«
Neben Kultureinrichtungen wie Theater, Museen, Philharmonien, Galerien und Clubs beteiligen sich auch Vereine, Religionsgemeinschaften, Bibliotheken, Forschungsinstitutionen und zivilgesellschaftliche Akteure am Themenjahr.
Dr. Sabine Wolfram, die Projektverantwortliche und Direktorin des smac, sieht in der Struktur von Tacheles 2026 einen Grund für die vielen Akteure: »Die Schwelle sich an Tacheles 2026 zu beteiligen ist bewusst niedrig gehalten. Wenn ein Akteur einen Programmpunkt mit einem jüdischen Bezug und/oder einer jüdischen Person durchführt und das Angebot auf die Homepage tacheles.sachsen.de hochlädt, ist er Teil des Themenjahres.«
Als Motto des Themenjahres wurde bewusst der aus dem jiddischen stammenden Begriff »Tacheles« ausgewählt, der für »Klartext reden«, »etwas zur Sprache bringen« steht. Alexander Dierks, Präsident des Sächsischen Landtages und einer der beiden Kuratoriumsvorsitzenden des Themenjahres sieht hier eine große Chance für die Zukunft: »Die Zahl von über 600 Veranstaltungen ist großartig, denn das bedeutet, dass über 600-mal Räume zum Austausch und zum Kennenlernen von jüdischer Kultur geschaffen wurden. Es ist wichtig, dass solche Diskursräume durch die Kultur angeboten werden, denn so können wir auf konstruktive Weise Meinungen austauschen und unseren Horizont erweitern. Dies sind die Zellkerne der Demokratie.«
Für die jüdischen Gemeinden in Sachsen bedeutet das Themenjahr gleichfalls viele Veranstaltungen und viele Begegnungen. Küf Kaufmann, der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und künstlerische Berater von Tacheles 2026, dazu: Hier kurz schildern, was das Themenjahr für (positive) Auswirkungen auf die jüdische Community hat. Gerne auch noch einen Verweis auf die Jüdische Woche in Leipzig zwecks Vorfreude.
Ebenso in die Zukunft blickt Prof. Dr. Manuel Frey. Der Stiftungsdirektor und sein Team von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen fördern viele der im Themenjahr durchgeführten Projekte. Um kurzfristig geplante Vorhaben im laufenden Jahr umsetzen zu können, schrieb die Kulturstiftung ein zusätzliches Förderprogramm für Kleinprojekte im jüdischen Kontext aus.
Prof. Dr. Frey beschreibt die Reichweite des Programms: »Die starke Resonanz auf die Kleinprojektförderung zeigt, wie groß das Interesse ist, jüdisches Leben und jüdische Kultur kennenzulernen. Durch das zusätzliche Förderangebot konnten zahlreiche weitere Projekte unterstützt werden, insbesondere in den ländlichen Regionen Sachsens.« Zu den geförderten Vorhaben gehören u.a. der Escape Room »Fxing the Boat« im Neuberinhaus Reichenbach, der am 23. Juli startet, und das Konzert der Band Harts un Neschome am 28. Juli im Freibad Ostritz. Auch der »Jüdische Salon der Gegenwart« des Ensemble Youkali im Dresdner Lingerschloss am 24. Juni mit zahlreichen spannenden Gästen zeigt, wie vielfältig die geförderten Projekte sind.
Neben den bereits erwähnten Beiträgen stehen noch hunderte weiterte Veranstaltungen für die kommenden Monate fest. Sie finden hier eine kleine Auswahl von Veranstaltungen für den
Monat Juli
Ausstellungen:
Vom 05. Juli bis 31. Januar 2027 | Stadtmuseum Eilenberg
Ausstellung Jüdisches Leben in Eilenberg. Eine Spurensuche
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/juedisches-leben-in-eilenburg_eroeffnung
Vom 05. Juli bis 05. Dezember | Frauenkirche Meißen
Ausstellung Jüdisches Meißen
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/judisches-meissen
'Bühne:
01. Juli| 16:30 Uhr | Kunstsammlungen am Theaterplatz Chemnitz
Performance Noises von Nitsan Margaliot
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/performance-noises_010726
03. bis 04. Juli| 14:00 Uhr | Altstadt von Meißen
Straßentheateraufführung Arrived bei Gassenzauber 2026
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/arrived
Debatten & Vorträge:
01. Juli | 18:30 Uhr | Klemperer-Saal der SLUB Dresden
Vortrag Wasser und Ordnung – Weltübergänge im Maya-Codey und in der Torah von Jana Dahms
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/wasser-und-ordnung-weltubergange-im-maya-codex-und-in-der-torah
02. Juli | 18:15 Uhr | Kunstsammlungen am Theaterplatz
Ein Abend für Doris Kiesow – Stella Maria Adorf über ihre Großmutter
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/ein-abend-fuer-doris-kiesow
05. Juli | ab 14:00 Uhr | Conne Island Leipzig
Oy vey? Judentum und Hip Hop – Diskussion und Konzert mit Sharon, Der E1ne und Retrogott
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/oy-vey-judentum-und-hip-hop
08. Juli | 19:00 Uhr | Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund
Diskussion Jung und jüdisch in Sachsen – Eine Perspektive in Deutschland? mit Bundesbildungsministerin Karin Prien
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/jung-und-juedisch-in-sachsen-eine-perspektive-in-deutschland
Konzert:
05. Juli | 18:00 Uhr | Stadtkirche Naunhof
Konzert der Damen und Herren Daffke mit Chansons der 1920er Jahre
https://tacheles.sachsen.de/veranstaltungen/die-damen-und-herren-daffke_050726
Spiel:
Vom 24. Juli bis 16. August | Neuberinhaus Reichenbach im Vogtland
Escape Room Fixing the Boat – Finding Identity
https://tacheles.sachsen.de/touristische-angebote-touren/escape-room
TACHELES 2026 ist das vom Freistaat Sachsen initiierte landesweite »Jahr der jüdischen Kultur«. Ein Jahr lang werden Projekte, Veranstaltungen und Ausstellungen in ganz Sachsen die vielfältige jüdische Kultur und Geschichte in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landes einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.
Das Themenjahr wird vom Freistaat Sachsen unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) getragen. Das Projektteam ist am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (kurz: smac) im ehemaligen Schocken-Kaufhaus angesiedelt, einem zentralen Ort jüdisch-sächsischer Geschichte. Es entwickelt in enger Absprache mit den Partnerinnen und Partnern, den Kulturschaffenden, wissenschaftlichen Institutionen, Netzwerken und dem Kuratorium das Programm für 2026, stimmt gemeinsam mit der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Fördermöglichkeiten ab und vermarktet das Themenjahr.
PRESSEKONTAKT smac/Tacheles
Dr. Christian Landrock
Mitarbeiter Presse/Öffentlichkeitsarbeit von TACHELES Sachsen 2026
Tel. +49 371 911999-85
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