Nymphenbad im Dresdner Zwinger wird restauriert
23.07.2026, 09:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Unter Leitung der Niederlassung Dresden I des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wird derzeit das Nymphenbad im Dresdner Zwinger saniert.
Seit Anfang Juni schützt eine umfassende Einhausung die Brunnenkaskade vor Witterungseinflüssen und bietet optimale Arbeitsbedingungen für die Steinbildhauer und Restauratoren aus der Zwingerbauhütte.
Die letzte große Sanierung des barocken Brunnens wurde 2008 abgeschlossen und liegt damit bereits fast zwei Jahrzehnte zurück. Die Fertigstellung der aktuellen Maßnahmen ist für den Spätherbst dieses Jahres geplant.
Die jahrelange Nutzung des Brunnens hat sichtbare Spuren an der historischen Anlage hinterlassen. Der stetige Wasserfluss – jährlich von Mai bis Oktober – hat den weichen Sandstein gezeichnet, organische Ablagerungen wie Flechten, Moose und Algen haben die Oberflächenstruktur angegriffen. Zudem hat das Auswaschen von Kalk aus den Fugenmörteln zu hartnäckigen Schleiern auf den Skulpturen und Wänden geführt.
Um diese Schadensbilder zu beseitigen, kommen spezialisierte, handwerkliche Verfahren zum Einsatz. So werden die störenden Kalkschichten behutsam mechanisch, d. h. traditionell mit Knüpfel und Meißel sowie mit Bürsten entfernt und mit Ameisensäure gelöst. Organische Beläge werden mittels Wasserdampf entfernt.
Ein besonders wichtiger Aspekt der Maßnahme ist die Entsalzung des Gesteins. Mithilfe von Kompressen aus Zellstoff und Ton, die mit entmineralisiertem Wasser getränkt werden, werden diese Salze herausgezogen. Dieser Vorgang muss mehrfach wiederholt werden, bis chemische Proben eine unbedenkliche Salzkonzentration bestätigen. Parallel dazu formt das Team der Zwingerbauhütte bereits erodierte Steinpartien nach und fertigt detailgetreue Nachbildungen der sogenannten Prallsteine an, um die Originale dauerhaft zu schonen.
Für die Dauer der Arbeiten wurden wesentliche bildhauerische Elemente – darunter die filigranen Balustradenfiguren sowie die zentralen Skulpturengruppen, die antike Meeresgötter und Nymphen darstellen – mithilfe eines Krans demontiert. Sie werden derzeit direkt in den Werkstätten der Zwingerbauhütte restauriert, bevor sie im Herbst an ihren angestammten Platz zurückkehren.
Hintergrund
Das Nymphenbad entstand zwischen 1712 und 1719 und wurde von Matthäus Daniel Pöppelmann aus Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge konstruiert. Fertig gestellt wurde es anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August II. und Maria Josepha von Österreich.