Trapezförmige Grabanlage der Jungsteinzeit bei Markranstädt entdeckt

09.09.2026, 08:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Luftbildaufnahme der Trapezgrabenanlage während der Untersuchungen im Juli 2026 (© Landesamt für Archäologie Sachsen)

Um auch die vertikale Stratigrafie der Gräben und Gruben zu dokumentieren werden quadratische Untersuchungsgruben im Befund ausgehoben.

Luftbildaufnahme der Trapezgrabenanlage während der Untersuchungen im Juli 2026 (© Landesamt für Archäologie Sachsen)

Um auch die vertikale Stratigrafie der Gräben und Gruben zu dokumentieren werden quadratische Untersuchungsgruben im Befund ausgehoben.

Um auch die vertikale Stratigrafie der Gräben und Gruben zu dokumentieren werden quadratische Untersuchungsgruben im Befund ausgehoben.
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Drohnenaufnahme der Trapezgrabenanlage (© Landesamt für Archäologie Sachsen)

Deutlich zeichnen sich das Trapez und die innenliegenden Gruben dunkel vom anstehenden, helleren Erdreich ab.

Drohnenaufnahme der Trapezgrabenanlage (© Landesamt für Archäologie Sachsen)

Deutlich zeichnen sich das Trapez und die innenliegenden Gruben dunkel vom anstehenden, helleren Erdreich ab.

Deutlich zeichnen sich das Trapez und die innenliegenden Gruben dunkel vom anstehenden, helleren Erdreich ab.

Bei archäologischen Ausgrabungen, die im Vorfeld der Verlegung einer Fernwärme- und Wasserstoffleitung von Leuna nach Kulkwitz nötig geworden sind, ist bei Döhlen, Landkreis Leipzig eine jungsteinzeitliche Trapezgrabenanlage entdeckt und untersucht worden. Die monumentale Grabanlage maß 20 x 25 Meter und datiert in den Zeitraum von etwa 3.800 bis 3.400 vor Christus. Umrissen wurde das nordost-/südwestlich ausgerichtete Trapez von einem umlaufenden Graben, der sich deutlich im anstehenden Boden absetzte. Die Langseiten lagen in östlicher, die Schmalseiten in westlicher Richtung.
Die Trapezgrabenanlage gehört zum Kreis der Baalberger Kultur, einem vor allem in Mitteldeutschland verbreiteten Kulturkreis der Jungsteinzeit, für den bestimmte Gefäßformen, aber auch monumentale Grabanlagen typisch sind.
Im Inneren des Trapezes befanden sich sieben kreisrunde Gruben. In der westlichen Grube entdeckte man eine Bestattung in seitlicher Hockerposition. Der Kopf lag im Süden und der Blick war nach Westen gerichtet. Sowohl das Hockergrab als auch die größeren, tiefer angelegten Gruben waren ohne weitere Funde. Nur in zwei kleineren Gruben stießen die Ausgräber auf Keramikscherben.
Die Trapezgrabenanlage ergänzt die Reihe von Entdeckungen vergleichbarer Bauwerke der letzten Jahre im Landkreis Leipzig, wie z.B. in Altranstädt, Zwenkau oder Kieritzsch. In den meisten Fällen befand sich innerhalb der trapezartigen und vermutlich überhügelten Grabanlagen eine, sehr selten eine zweite Bestattung.
Die Forschung ist sich einig, dass diese monumentalen Grabmale für Personen mit besonderer Stellung innerhalb der Gemeinschaft errichtet wurden.

Die Ausgrabungen entlang der zukünftigen Trasse schreiten voran und zum Tag des offenen Denkmals, am 13. September 2026, können die anschließenden Untersuchungsflächen zwischen 11 und 15 Uhr besucht werden. Die wissenschaftlichen Grabungsleiter Stefan Tessenow und Frank Schell vom Landesamt für Archäologie Sachsen führen über die Grabung und stehen für Fragen zur Verfügung.
Treffpunkt: Ortsausgang Quesitz, Döhlener Straße 2, 04420 Markranstädt OT Quesitz.
Festes Schuhwerk ist zu empfehlen.


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