Start der Grippe-Saison 2026/2027: Rekordhoch an grippebedingten Todesfällen in der Saison 2025/2026
28.09.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Gesundheitsministerin Köpping: »Schützen Sie sich und andere durch eine Impfung!«
Mit der 40. Kalenderwoche (KW) 2026 beginnt die neue Influenzasaison und damit auch die diesbezügliche Berichterstattung der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) Sachsen. Die Auswertungen der in Sachsen gemeldeten Erkrankungen und Todesfälle nach Altersgruppen sowie Landkreisen und Kreisfreien Städten an Influenza, ergänzt um SARS-CoV-2- und Respiratorische Synzytial (RS)-Viren, werden während der Saison regelhaft am Freitag der Folgewoche veröffentlicht.
Gesundheitsministerin Petra Köpping: »Eine Grippe ist keine harmlose Erkältung. Wir dürfen diese Krankheit nicht auf die leichte Schulter nehmen. Um sich zu schützen, gibt es die Möglichkeit einer wirksamen und gut verträglichen Impfung. Bitte vereinbaren Sie rechtzeitig einen Impftermin bei Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Nutzen Sie auch niederschwellige Impfangebote im Rahmen regelmäßiger Haus- und Facharzttermine, betriebsärztlicher Untersuchungen und - sofern vorhanden – auch bei impfenden Apotheken. Jede Impfung kann Sie und andere schützen. Lassen Sie sich beraten, wenn Sie sich unsicher sind oder anderweitige Fragen zum Thema Impfungen haben. Leider sind die Impfquoten für Influenza in Sachsen in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Die Influenza-Saison 2025/2026 in Sachsen übertrifft hinsichtlich der Influenza-Todesfälle erneut den erst in der Vorsaison erreichten Höchstwert seit Einführung der elektronischen Meldung gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) im Jahr 2001. Dies zeigt wiederholt auf, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist.«
Mit 28.557 gemeldeten Influenza-Erkrankungen in Sachsen präsentierte sich in der Vorsaison 2025/2026 zwar eine deutlich niedrigere Fallzahl als noch 2024/2025 (mit 44.432 gemeldeten Fällen). Jedoch stieg die Zahl der influenzabedingten Todesfälle in Sachsen mit 264 auf einen traurigen, neuen Höchstwert und übertraf damit den erst in der Vorsaison 2024/2025 erreichten Spitzenwert an 202 Verstorbenen (Datenstand: September 2026). Dies betont erneut die Bedrohlichkeit dieser Infektionskrankheit, insbesondere für gefährdete Personen. Denn knapp 91 Prozent der Verstorbenen gehörten zu der Altersgruppe ab 70 Jahren.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) zeigt seit der 33. KW in ganz Deutschland eine für diese Jahreszeit typische steigende Tendenz. Aktuell folgen die Meldezahlen in Sachsen zwischen der 32. und 37. KW (Mitte September) dem deutschlandweiten Trend mit leicht gestiegenen Fallzahlen für Influenza und COVID-19, befinden sich aber noch auf niedrigem Niveau. Laut aktuellem Datenstand wurden für den Zeitraum zwischen beiden Influenzasaisons bereits zwei Influenza-bedingte Todesfälle gemeldet: Eine 87-jährige Frau sowie ein 67-jähriger Mann. Bei beiden wurde eine Influenza A-Infektion nachgewiesen und der Impfstatus war nicht ermittelbar.
Die Influenza-Impfquote ist über die vergangenen Jahre kontinuierlich abgefallen und scheint im direkten Vergleich zur Saison 2024/25 auch 2025/2026 mit bislang 20,6 Prozent (Datenstand vom 31.12.2025) auf diesem niedrigen Niveau zu verbleiben. Jüngst durch das Robert Koch-Institut veröffentlichte Daten zeigen, dass trotz Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur bei etwa 1 von 10 Kindern und Jugendlichen mit Grunderkrankung eine Influenza-Impfung vorlag. Und auch unter den Seniorinnen und Senioren wird der Ziel-Durchimpfungsgrad der Europäischen Union von 75 Prozent weiterhin weit verfehlt.
Eine höhere Inanspruchnahme der Influenza-Impfung wäre jedoch gerade in den zuvor erwähnten Risikogruppen sowie auch bei den betreuenden Angehörigen und Pflegekräften wünschenswert, da mit zunehmendem Alter und bei relevanter Grunderkrankung die Inzidenz Influenza-assoziierter Krankenhauseinweisungen und Influenza-bedingter Todesfälle ansteigt. In der vergangenen Saison entfielen knapp 91 Prozent der Todesfälle auf die Altersgruppe der über 70-Jährigen. Deshalb gilt auch in der diesjährigen Grippe-Saison wieder: Schützen Sie sich und damit auch Personen mit erhöhtem Risiko durch die jährliche Influenza-Schutzimpfung! Eine Erkrankung an Influenza ist nicht ungefährlich und es gibt eine sichere und sehr gut verträgliche Impfung. Als mögliche Begleiterscheinungen können, wie bei anderen Impfungen auch, Lokalreaktionen an der Impfstelle, leichtes Fieber oder Unwohlsein auftreten. Diese verlaufen in der Regel jedoch mild und klingen innerhalb weniger Tage wieder ab. Die Auslösung der Virusgrippe durch die Impfung ist dagegen nicht möglich. Bei Fragen und Unsicherheiten bezüglich der Impfung finden Sie viele Beratungsmöglichkeiten, die Sie jederzeit nutzen können.
Aufgrund der sich ständig wandelnden Virusstämme ist es erforderlich, dass die Komponenten des Impfstoffes den mutmaßlich zirkulierenden Virusvarianten angepasst werden und eine Impfung jährlich durchgeführt wird, zumal die Schutzwirkung der Impfung (individuell unterschiedlich) meist auch nur einige Monate anhält. Das Sozialministerium empfiehlt in Zusammenarbeit mit dem Beirat Sächsische Impfkommission (Beirat SIKO) die jährliche Grippeschutzimpfung grundsätzlich für alle Kinder (ab vollendetem 6. Lebensmonat), Jugendliche und Erwachsene. Eine besondere Indikation besteht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit gesundheitlicher Gefährdung infolge eines chronischen Grundleidens, für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen, Schwangere zum eigenen Schutz und zum Schutz des Neugeborenen, medizinisches Personal und Pflegepersonal, Familienangehörige sowie andere Personen mit direktem Kontakt zu Risikopatienten, Personen mit besonderer Infektionsgefährdung (z. B. mit umfangreichem Publikumsverkehr) sowie Personen mit häufigem, regelmäßigem und direktem Kontakt zu z. B. Schweinen, Geflügel, Wildvögeln und Robben. Die Wahl des geeigneten Impfstoffes richtet sich für jede dieser Zielgruppen nach der individuellen Ausgangslage und erfolgt zusammen mit der impfenden Einrichtung im Rahmen einer vorherigen Beratung.
Als günstiger Termin für die Impfung gilt die Zeitspanne zwischen Anfang November und Mitte Dezember, also vor Beginn der eigentlichen »Grippewelle«, welche ihren Beginn in den vergangenen Jahren meist um den Jahreswechsel zeigte.
Neben der Impfung können auch weitere Hygieneregeln – wie die Einhaltung einer guten Händehygiene und der Nies- und Hustenetikette – die Übertragung der Influenza und anderer Infektionserreger verhindern. Unabhängig vom zu Grunde liegenden Erreger wird bei Auftreten von Symptomen einer Atemwegsinfektion wie z. B. Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten empfohlen, für 3 bis 5 Tage und bis zu einer deutlichen Besserung der Symptomatik zu Hause zu bleiben und Kontakte zu vermeiden. Insbesondere von Kontakt zu älteren Personen sowie Personen mit Vorerkrankungen oder sonstigen Risiken für einen schweren Krankheitsverlauf, sollte abgesehen werden.
Weitere Informationen
Bitte beachten Sie auch die Tabellen in der Anlage dieser Pressemitteilung.
Weiterführende Informationen rund um die vergangene Influenza-Saison 2025/2026 sind zudem in den LUA-Mitteilungen 03/2026 der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA Sachsen) zu finden. Diese finden Sie nach Veröffentlichung unter folgendem Link: https://www.lua.sachsen.de/lua-mitteilungen-4104.html
Der erste Bericht für die 40. Meldewoche wird im Laufe des 9. Oktober 2026 unter den folgenden Links eingestellt werden:
https://www.lua.sachsen.de/influenza-sentinel-4321.html.
https://www.gesunde.sachsen.de/influenza-4055.html.