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Thementag »Robotik« von Wirtschaftsminister Martin Dulig lenkt Blick auf Chancen der Automatisierung

19.07.2022, 10:21 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Dulig: »Sachsen hat das Potenzial, ein führender europäischer Standort für Robotik zu werden.« | Branche zählt 35.000 Beschäftigte im Freistaat | SMWA fördert Robotics Festival in Leipzig mit 120.000 Euro

Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) sind Innovationstreiber für die sächsische Wirtschaft. Sie bieten gerade im Handwerk neue Möglichkeiten für Produktivitätssteigerungen und eine gesunde, ergonomische Arbeitsweise. Davon überzeugt sich der sächsische Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Dulig heute bei seinem Thementag »Robotik«. Die Besuche in zwei sächsischen Unternehmen und einer wissenschaftlichen Einrichtung sollen aufzeigen, in welchen unterschiedlichen Bereichen Robotik und KI bereits zur Anwendung kommen, wie sich Arbeitsprozesse automatisieren und digitalisieren lassen und wie diese Technologien die Arbeitswelt von morgen (»Arbeit 4.0«) prägen werden. Nach der Wasserstoffbranche und den Herausforderungen der Unternehmensnachfolge sind Robotik und KI bereits das dritte bedeutende Wirtschaftsthema, dem Minister Dulig 2022 einen eigenen Thementag widmet.

Robotik und KI schaffen zukunftsfähige und gut bezahlte Arbeitsplätze in Sachsen. Insgesamt 35.000 Mitarbeiter beschäftigen sich mit Robotiklösungen. »Mit herausragenden Kompetenzen in den Bereichen Mikroelektronik, Maschinenbau und Software setzt Sachsen eigene Akzente in den Robotertechnologien. Dazu tragen universitäre Ausgründungen und Start-ups ebenso bei wie gewachsene Automatisierungsunternehmen«, sagt Martin Dulig. »Sachsen ist in der Robotik und KI breit aufgestellt – von Entwicklung bis Anwendung, in Hardware und Software, vom Einzelstück bis zur industriellen Produktion. Diese Vielfalt ist ein Standortvorteil.«

Technologie-Akteure wie Wandelbots, XENON, Fabmatics sowie Institute wie das Fraunhofer IWU in Chemnitz und das CETI an der TU Dresden bringen viel beachtete Innovationen hervor. Chemnitz als Herz des sächsischen Maschinenbaus bringt dabei vor allem Produktionstechnik-Expertise ein und ist ein Leistungszentrum für sogenannte Smart Systems. Dresden als Keimzelle von Silicon Saxony bietet einzigartige Chancen, um sowohl Software wie auch hochzuverlässige Chips für neuartige Roboter herzustellen. Und die Akteure des Autolandes Sachsen – einer der Top-5-Automobilstandorte in Deutschland mit hochmodernen Werken von VW in Zwickau, Chemnitz und Dresden, BMW und Porsche in Leipzig – treiben die Entwicklung individualisierter, hocheffizienter Robotik-Lösungen entscheidend an.

Die Roboterdichte in Deutschland – die Zahl der Industrieroboter pro 10.000 Mitarbeiter – ist 2020 auf einen neuen Rekord von 371 Einheiten gestiegen (Quelle: International Federation of Robots IFR). Mit insgesamt 230.600 Einheiten hat Deutschland einen Anteil von 38 Prozent am gesamten operativen Industrieroboter-Bestand in Europa. Die Roboterdichte ist eine wichtige Kennzahl, um den Automationsgrad von Volkswirtschaften festzustellen.

Wie Automatisierung und Robotik den sächsischen Mittelstand voranbringen und wettbewerbsfähig halten können, zeigen heute die EKF Automation GmbH in Freital (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und die Schubert Steinmetz- und Steinbildhauer GmbH in Dresden. EKF ist ein familiengeführtes Unternehmen, das kundenspezifische Automatisierungsanlagen entwickelt und baut. Dazu zählen Fertigungs-, Montage- und Prüfanlagen sowie Sondermaschinen für den Maschinenbau, die Automobilbranche und die Elektronikindustrie. Mit dem Umzug in das Technologiezentrum Freital (2015) konnten die Montagekapazitäten deutlich erweitert werden. Auch das 1990 gegründete Handwerksunternehmen Schubert setzt auf moderne Fertigungstechniken und hat zur Steigerung der Produktivität u.a. zwei 5-Achs-Roboter angeschafft.

Martin Dulig: »Der sächsische Mittelstand gestaltet mit innovativen Technologien die Zukunft der Industrie und Arbeitswelt mit. Gerade die Automatisierung körperlich schwerer und monotoner Arbeiten besitzt großes wirtschaftliches Potenzial. Sie gibt Raum für andere produktive, kreative Tätigkeiten und ist darüber hinaus ein starkes Argument bei der Gewinnung neuer Fachkräfte – insbesondere im Handwerk, das qualifizierten Nachwuchs so dringend benötigt.«

Das bei der Handwerkskammer Dresden angesiedelte »Kompetenzzentrum Robotik im Handwerk« hat sich seit der Gründung 2020 als zentrales Angebot für das gesamte Handwerk im Freistaat etabliert. Das sächsische Wirtschaftsministerium (SMWA) fördert das Projekt mit einer Million Euro aus der Landestechnologieförderung. Sachsen hat die höchste Handwerksdichte bundesweit: Jedes vierte Unternehmen ist diesem Sektor zuzuordnen (36.500 Unternehmen). Mehr als 285.000 Menschen – jeder siebente Erwerbstätige – finden hier ihren Beruf.

Die Interaktion von Mensch und Maschine und die Verknüpfung von KI und Robotik in der Medizin stehen im Mittelpunkt des Ministerbesuchs im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Hier arbeiten Forschende im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC), Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit (EKFZ) und Zentrum für taktiles Internet (CeTI) an KI- und Roboter-gestützten Assistenzsystemen für die Krebschirurgie. Im NCT/UCC-Neubau auf dem Campus des Uniklinikums gibt es hierfür einen Experimental-Operationssaal, in dem die neuen Methoden erprobt werden können. Mediziner, Informatiker und Ingenieure arbeiten eng zusammen. Ziel ist es, Operationen künftig noch genauer und sicherer zu machen und das OP-Team zu entlasten.

»Sachsen hat das Potenzial, zu einem führenden europäischen Standort der Robotik zu werden«, betont Minister Dulig. »Gemeinsam arbeiten die Akteure des Ökosystems daran, die Robotik auf ein neues Level zu heben und die nächste Generation der Roboter- und Automatisierungstechnologie auf den Markt zu bringen. Dabei kommt der branchenübergreifenden Zusammenarbeit eine immer größere Bedeutung zu. Die Wirtschaftsförderung Sachsen unterstützt das durch gezielte Cross-Cluster-Aktivitäten, mit denen die enge Zusammenarbeit weiter intensiviert werden soll. Das ,Robot Valley Saxony‘ sorgt international – vor allem durch das Robotics Festival – für Aufmerksamkeit.«


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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