Hauptinhalt

Feierlicher Abschluss des Ausbaus der B 170 in Bannewitz

23.09.2022, 13:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Nach insgesamt vier Jahren Bauzeit ist das Ausbauvorhaben der B 170 zwischen der A 17 Anschlussstelle Dresden-Südvorstadt und der S 191 (Bannewitz) beendet. Verkehrsminister Martin Dulig gab heute gemeinsam mit Frank Süsser, Referatsleiter Bundesfernstraßen Nord-Ost im Bundesministerium für Digitales und Verkehr die Trasse feierlich für den Verkehr frei. Die ehemalige königlich-sächsische Staatsstraße zählt als heutige Bundesstraße 170 und überregionale Verbindung in das Gebiet des Osterzgebirges zu einer der wichtigsten Verkehrsachsen im Süden Dresdens. Insbesondere für Pendlerinnen und Pendler und Gewerbetreibende ist die Trasse tagtägliche Wegstrecke und muss vor allem im Bereich Bannewitz ein sehr hohes Verkehrsaufkommen bewältigen.

»Viel Arbeitskraft, unzählige Arbeitsstunden von Planern, Bauunternehmen, Verwaltungen, Politik, aber auch von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Genehmigungsbehörden und weiteren Akteuren stecken in diesem Gesamtvorhaben. Umso mehr freut es mich, dass wir uns mit der heutigen feierlichen Fertigstellung der Baumaßnahme mit großen Schritten Richtung Zielgerade begeben«, so Verkehrsminister Martin Dulig. »Mit dem Ausbau wurden auch die Belange der nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Neben dem Bau mehrerer Haltestellen für ÖPNV und der Anpassung von Lichtsignalanlagen an den Stand der Technik wurde auch ein von der Bundesstraße getrennter Radweg errichtet. Die neue B170 wird somit den hohen Anforderungen einer modernen, sicheren und leistungsfähigen Trasse gerecht.«

2018 begann der Streckenausbau, aufgeteilt in drei zeitlich und räumlich getrennte Baulose, beginnend an der Anschlussstelle Dresden-Südvorstadt. Der Verkehr auf der B170 konnte aufgrund der Unterteilung der Bauleistungen dabei weitestgehend aufrechterhalten werden. Vorm eigentlichen Streckenbau wurden bereits die straßenbegleitenden Verkehrsanlagen wie Regenrückhaltebecken und Lärmschutzbauten errichtet. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 29 Millionen Euro und werden vom Bund getragen. Darin enthalten sind auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen umweltfachlicher Belange, u. a. der Abriss einer alten Möbelfabrik im Tal der Roten Weißeritz in Seifersdorf. Der Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge und die Kommune Bannewitz haben sich ebenfalls an den Kosten beteiligt.

Beim Ausbau der B 170 und deren begleitender Verkehrstechnik wurde auch das Thema »Grüne Welle« in Angriff genommen. Die veraltete Technik wurde ausgetauscht und durch neue Steuerungstechnik ersetzt. Im Frühjahr 2023 sollen dafür alle Genehmigungen vorliegen und der Test zur fehlerfreien Steuerung erfolgen. Geplant ist eine »Grüne Welle« von der Kreuzung B170/Stuttgarter Str. bei Dresden-Kaitz über die Autobahnanschlussstelle bis zur Kreuzung der B 170 mit der S 191.

Intelligente Verkehrssysteme (IVS) – Aufbau Verkehrszentrale

Begleitend zum Ausbauvorhaben entstand entlang der B 170 eine erste Test- und Pilotstrecke für Intelligente Verkehrssysteme und automatisiertes Fahren. Die Pilotstrecke reicht über den Ausbauabschnitt hinaus und knüpft im Norden an das Digitale Testfeld Dresden an. Ziel ist in erster Linie eine Verbesserung der Verkehrssicherheit und effizientere Abwicklung des Verkehrs. Durch moderne Technik und Verfahren soll eine Vernetzung der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, der Infrastruktur und der Verkehrsträger erreicht werden. Gleichzeitig steht die Strecke der Automobil- und Zulieferindustrie sowie Forschungsinstitutionen zur Nutzung im Rahmen der Entwicklung und Integration neuer Technologien, z. B. im Fahrzeug- und Infrastrukturbereich, zur Verfügung.

Minister Dulig: »Hier auf diesem Abschnitt können Autoindustrie, Forschung und Straßenbauverwaltung zukunftsträchtige Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Verkehrstechnik testen. Dies ist ein erster wichtiger Meilenstein, der zeigt, wie Digitalisierung auch Mobilität verbessern kann und durch die Optimierung von Verkehrsabläufen auch einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.«

Vor dem Hintergrund des vernetzten Fahrens sind an den Lichtsignalanlagen sogenannte Roadside Units angebracht, die zum einen der Kommunikation bis ins Auto hinein dienen. Dabei werden Verkehrsmeldungen oder Verkehrswarnungen oder aktuelle Verkehrszustände gegeben. Zum anderen wird eine Kommunikation unter den Fahrzeugen möglich sein, welches immer zentraler auch in Forschung und Entwicklung wird.

Für eine adäquate Priorisierung des ÖPNV sowie eine Reaktion der Lichtsignalsteuerung auf Störfälle auf der Autobahn oder in Dresden ist noch die Einrichtung einer Lichtsignalanlagensteuerungszentrale notwendig. An einer ersten Lichtsignalanlage sollen im kommenden Jahr die Informationen vernetzter Fahrzeuge pilothaft genutzt werden, um sukzessiv weitere Dienste, z.B. Ampelphasenassistenz zu erproben.

Hintergrund:
Infolge des steigenden Verkehrsaufkommens auf Bundes- und Staatsstraßen im Freistaat Sachsen, insbesondere in den Metropolregionen um Dresden, Leipzig und Chemnitz, aber auch in den Tourismuszentren wie zum Beispiel der Sächsischen Schweiz, gibt es zunehmend verkehrliche Herausforderungen, die den Einsatz eines modernen Verkehrsmanagementsystems für Bundes- und Staatsstraßen erfordern.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr im Freistaat wurde mit der Aufgabe betraut, eine Verkehrszentrale für Bundes- und Staatsstraßen zu errichten und zu betreiben. Aufgaben sind die Verkehrsdatenerfassung, Datenfusionierung und Auswertung, Generierung von Verkehrsinformationen (verkehrsträgerübergreifend), Bereitstellung von Verkehrsinformationen über verschiedene Medien, Auswahl und Umsetzung definierter Verkehrsmanagementstrategien wie beispielsweise eine bedarfsgerechte Priorisierung des öffentlichen Personennahverkehrs oder auch Alternativroutenempfehlungen.

Neben dem konventionellen Verkehrsmanagement sollen Technologien für die Infrastruktur als auch Systeme für Verkehrsteilnehmer integriert werden, die am Markt erhältlich sind oder kurz vor der Markteinführung stehen. Wesentliche Ziele sind dabei die Unterstützung vernetzten Fahrens sowie die Erschließung der Potentiale neuer Technologien im Bereich Verkehrsmanagement für alle Verkehrsteilnehmer.

Das Vorhaben wird aus Haushaltsmitteln des Freistaates Sachsen finanziert.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang