Kulturministerin Barbara Klepsch bei Verleihung des Sächsischen Literaturpreises 2024

25.10.2024, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch nimmt heute Abend (25. Oktober 2024) im Alten Rathaus Leipzig an der Verleihung des Sächsischen Literaturpreises 2024 an die Schriftstellerin Angela Krauß teil. Der Sächsische Literaturrat vergibt den Preis alle zwei Jahre. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro stellt das Sächsische Kulturministerium zur Verfügung.

»Ich gratuliere Angela Krauß herzlich zum Sächsischen Literaturpreis 2024. Sie ist eine wichtige Autorin aus und in Sachsen, deren Stimme und literarische Bedeutung aber weit über den Freistaat hinausreicht. Angela Krauß setzt sich in vielen ihrer Bücher mit der Zeitgeschichte ihrer Heimat, dem Erzgebirge auseinander, stellt diese aber auch in größere Zusammenhänge. Der Sächsische Literaturpreis ist eine sehr wichtige Ehrung in Sachsen, denn unser Freistaat ist ein traditionelles Literaturland, das zugleich immer wieder Akzente über seine Grenzen hinaus setzt. Der Preis würdigt einerseits einzelne Autorinnen und Autoren, rückt sie ins Licht der Öffentlichkeit und ihre Bücher hoffentlich unter viele, viele Leselampen. Andererseits weist er, über die Jahre betrachtet, auf die Vielseitigkeit, Fülle und Qualität der sächsischen Literatur im Ganzen hin«, sagt Kulturministerin Barbara Klepsch.

Die Jury für den Sächsischen Literaturpreis besteht derzeit aus Katrin Wenzel (Journalistin), Karin Großmann (Journalistin; Juryvorsitz), Jayne-Ann Igel (Autorin), Burkhard Müller (Literaturkritiker) und Oliver Zille (ehem. Buchmesse-Direktor).

Begründung der Jury für die Vergabe des Preises an Angela Krauß: Schon mit ihrem Debüt »Das Vergnügen« etablierte sich die Dichterin Angela Krauß als eine der außergewöhnlichen Stimmen ihrer Generation. Mit »Der Dienst« zeichnete sie den Grundriss einer Kindheits- und Vaterwelt und stellt schon mit diesem Buch die Ur-Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Was liegt noch vor mir? Für »Der Dienst« wurde Angela Krauß 1988 der Ingeborg-Bachmann-Preis zuerkannt. Von Leipzig, von Sachsen aus, beginnt Angela Krauß in der Folge, die Welt zu erkunden, reiste mit der »Überfliegerin« (1995) nach New York, um schließlich auf alte Bekannte aus Moskau zu treffen. Mit »Die Wiege« (2015) kehrt sie zurück zu den Anfängen, zum Beginn des eigenen Daseins, um mit dem Band »Im Strom« (2019) erneut im Hier und Jetzt die »Essenz der Dinge« zu ergründen. Schließlich begibt sich Angela Krauß mit ihrem – vorerst – letzten Band: »Das Weltgebäude muss errichtet werden, man will ja irgendwo wohnen« (2024) auf eine neuerliche Erkundungsreise und untersucht voller Esprit unsere Gegenwart mit den subversiven Mitteln der Poesie. Angela Krauß ist eine behutsame Erzählerin. Große Plots sind ihre Sache nicht. Dafür begibt sich ihr Erzählen auf die Suche – nach jenen Momenten, in denen das Ganze, das »Dahinter« aufscheint. Dabei entsteht eine als ganz singulär anzusehende Literatur, die funkelndes Sprachvermögen und philosophische Reflexion miteinander verbindet.

Angela Krauß wurde 1950 in Karl-Marx-Stadt geboren. Sie studierte 1976 bis 1979 am Literaturinstitut in Leipzig, wo sie seit 1980 als freie Schriftstellerin lebt und arbeitet. Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet. Sie ist Mitglied des PEN Deutschland, der Sächsischen Akademie der Künste, der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz sowie der Akademie der Künste Berlin.

Bisher bekamen den Preis: Lukas Rietzschel (2022), Daniela Krien (2020), Róža Domašcyna (2018), Franziska Gerstenberg (2016), Jan Kuhlbrodt (2014), Andreas Altmann (2012). Den Vorgängerpreis des Sächsischen Literaturpreises, den Sächsischen Literaturförderpreis, hatten bekommen: Jens Wonneberger (2010), Undine Materni (2008), Thomas Böhme (2006).

Der Sächsische Literaturrat e. V. als Landeskulturverband im Bereich Literatur wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft Kultur und Tourismus institutionell gefördert. Im Jahr 2024 mit 187.100 Euro, darin enthalten ist auch das Preisgeld für den Literaturpreis.

Er versteht sich als »Informations- und Vernetzungszentrum in Sachen Literatur in und aus Sachsen sowie als Vermittler für die Literatur, das Lesen und die Sprache. Gemäß seiner Satzung pflegt und fördert der Literaturrat die Literatur im Freistaat. Das meint zum einen das Bekanntmachen von Literatur (Prosa, Lyrik, Sachbuch, Kinderbuch) von Autorinnen und Autoren sowie Übersetzerinnen und Übersetzern in und aus Sachsen, sowie von in Sachsen ansässigen Verlagen. Zum anderen geht es um die Beförderung und Pflege der Literatur und des Lesens und damit auch der Sprache in Sachsen.


Kontakt

Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus

Pressesprecher Jörg Förster
Telefon: +49 351 564 60620
E-Mail: presse.kt@smwk.sachsen.de
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