Startchancen-Programm: Bund und Freistaat investieren in bessere Infrastruktur und Ausstattung von Schulen
01.04.2025, 14:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
189 Schulen in Sachsen nehmen am Programm teil
Bund und Länder wollen die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen stärken und den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aufbrechen. Dafür haben sie das Startchancen-Programm aufgelegt.
Kultusminister Conrad Clemens hat heute (1. April 2025) die Richtlinie Startchancen-Investitionen im Kabinett vorgestellt. Damit wird die Umsetzung der ersten Säule des Startchancen-Programms im Freistaat ermöglicht. Insgesamt stehen hierfür rund 143,5 Millionen Euro über eine Laufzeit von insgesamt 10 Jahren zur Verfügung.
Conrad Clemens: »Alle Kinder verdienen bestmögliche Bildungschancen. Gemeinsam mit dem Bund investieren wir deshalb gezielt in Schulen, die vor besonderen Herausforderungen stehen. Damit sorgen wir für eine moderne Umgebung für Schülerinnen und Schüler.«
Hintergrund:
Für das Startchancen-Programm stellt der Bund eine Milliarde Euro pro Jahr zur Verfügung. Die Länder beteiligen sich in gleichem Umfang.
In Sachsen konzentriert sich die Förderung auf Grund- und Oberschulen. Maßstab der Verteilung auf die kreisfreien Städte und die Landkreise ist der Anteil der jeweiligen Schülerinnen und Schüler an der Schülerschaft in ganz Sachsen.
Die Auswahl der 189 teilnehmenden Schulen wurde auf Grundlage eines wissenschaftlich fundierten Auswahlverfahrens getroffen, das zu 20 Prozent auf validen sozioökonomisch-kulturellen Indikatoren, wie etwa eine hohe Arbeitslosigkeit im Schuleinzugsgebiet oder einen hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund beruht. Zu 80 Prozent kommen pädagogische Indikatoren wie zum Beispiel hohe Wiederholerquoten, Anteil der Schüler ohne Abschluss oder ein hoher sonderpädagogischer Förderbedarf zum Tragen.
Das Startchancen-Programm gliedert sich in drei Säulen:
- Die erste Säule bezieht sich auf eine lernförderliche Infrastruktur und Ausstattung der Startchancen-Schulen, beispielsweise durch den Neu- oder Ausbau von Kreativ- und Lernlaboren sowie Schulbibliotheken.
- Die zweite Säule zielt mittels sogenannter Chancenbudgets auf bedarfsgerechte Maßnahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung, beispielsweise für zusätzliche Lernförderung in Deutsch und Mathematik.
- Die dritte Säule betrifft die Stärkung multiprofessioneller Teams.
Bereits am 6. November 2024 nahm das »Fachbüro Startchancen« der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung seine Arbeit auf. Das Büro unterstützt die teilnehmenden Schulen in Sachsen bei der Umsetzung des Programms.