Elbebrücke in Bad Schandau auf die Probe gestellt

02.04.2025, 17:52 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Abschluss des Belastungstests als Grundlage für Brückenöffnung

Gestern und heute (1./2. April 2025) rollte ein ferngesteuertes Schwerlastmodul zur Prüfung der Tragfähigkeit über die gesperrte Elbebrücke in Bad Schandau. Ziel dieser Tests ist es, zweifelsfrei und – deutlich zügiger als bislang geplant – zu klären, ob die Brücke noch einmal geöffnet werden kann. Ursprünglich hatte das beauftragte Büro drei Versuchstage bis einschließlich Donnerstag, 3. April 2025, geplant. Der Versuch verlief nach Angaben des Büros schneller als geplant, so dass der Belastungstest bereits heute abgeschlossen werden konnte. Die Baustelle wird schnellstmöglich abgebaut, die Verkehrseinschränkungen auf Grund des Belastungstests werden sodann wieder aufgehoben.

Staatsministerin Regina Kraushaar: »Prof. Marx hat mich heute darüber informiert, dass der Belastungstest deutlich zügiger verläuft, als im Vorfeld geplant. Alle der insgesamt fünf vorgesehenen Laststellungen können demnach an den ersten beiden Versuchstagen durchgeführt und heute zum Abschluss gebracht werden. Erfreulicherweise sind keine technischen Ausfälle bei den eingesetzten Fahrzeugen aufgetreten. Es gab keine sonstigen Verzögerungen und – das freut mich natürlich ganz besonders – während des Versuchs sind am Bauwerk auch keine äußerlich wahrnehmbaren kritischen Zustände aufgetreten. Ich danke dem Team, das sehr zügig gearbeitet hat. Ich freue mich, dass damit die Verkehrseinschränkungen für alle Bürgerinnen und Bürger so kurz wie möglich gehalten werden konnten. Die Experten arbeiten jetzt mit Hochdruck an der Auswertung.«

Wie geht es jetzt weiter?
Im nächsten Schritt werden die finalen Ergebnisse des Belastungstests berechnet und den öffentlich bestellten Prüfingenieuren zur Prüfung vorgelegt. Es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Sofern die Prüfingenieure die Ergebnisse bestätigen, wird die sächsische Straßenbauverwaltung über die Verkehrsfreigabe der Brücke entscheiden. Wir rechnen damit, dass diese Schritte am Mittwochabend nächster Woche abgeschlossen sein werden.

Landrat Michael Geisler: »Dass die Brücke noch steht lässt darauf hoffen, dass sich die Verkehrssituation bei Anwohnern und Touristen entspannt. Mein Dank gilt insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des öffentlichen Nahverkehrs, allen voran den unermüdlich arbeitenden Fährleuten. Mit Unterstützung durch die ‚Bosel‘ Meißen konnte bisher eine Taktung aufrechterhalten werden, mit der die Menschen vor Ort weiterhin mobil bleiben.«

Bürgermeister Thomas Kunack: »Der Belastungstest der Brücke wurde erfolgreich durchgeführt, und ich empfinde große Erleichterung, dass die Brücke standhält und den Test gut überstanden hat. Jetzt warten wir gespannt auf die Prüfungsergebnisse. Wir hoffen, dass bald verschiedene Verkehrsarten die Brücke wieder befahren können. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben, die schwierige Situation für unsere Bürgerinnen und Bürger in den letzten Monaten zu entschärfen und den Alltag trotz aller Einschränkungen möglich zu machen.«

Hintergrund

Der Belastungstest ist maßgeblich für die Entscheidung über eine mögliche Wiedereröffnung der Elbebrücke. Die verbleibende Tragfähigkeit kann mit dem Testverfahren deutlich schneller festgestellt werden als mit dem üblichen rechnerischen Verfahren. Die erhobenen Daten müssen umfassend ausgewertet und die Tragfähigkeit der Brücke durch unabhängige öffentlich-bestellte Prüfingenieure bestätigt werden. Die Entscheidung soll bereits innerhalb der nächsten Woche getroffen werden. Anfang November 2024 wurden bei einer Sonderprüfung an der Elbebrücke in Bad Schandau Risse festgestellt, die auf eine Gefahr für die Tragfähigkeit der Brücke hinwiesen. Die Brücke wurde sofort für den gesamten Verkehr gesperrt.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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