Medieninformation Polizeidirektion Dresden Nr. 196|25
03.04.2025, 10:16 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Polizeiliche Kriminalstatistik 2024
Landeshauptstadt Dresden
Polizeiliche Kriminalstatistik 2024
Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung
Im Jahr 2024 wurden in der Landeshauptstadt Dresden 47.305 Straftaten der Allgemeinkriminalität polizeilich registriert (2023: 47.439). Die Aufklärungs-quote blieb mit 52,7 Prozent nahezu gleich hoch (2023: 52,8 Prozent).
Polizeipräsident Lutz Rodig (61): »Die Kriminalität bewegte sich im vergangenen Jahr insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Gleichwohl gibt es Licht und Schatten bei der Kriminalitätsentwicklung. So stehen weniger Raub- und Rauschgiftdelikten mehr gefährliche Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegenüber. Auch unsere Kriminalitätsbrennpunkte entwickelten sich unterschiedlich. Während die Schiefe Ecke und der Alaunplatz seit Monatsbeginn nicht mehr als herausragende Kriminalitätsschwerpunkte gelten, müssen wir auf der Prager Straße noch mehr investieren, um auch in der Innenstand eine Trendwende zu schaffen. Ab Mai soll die Citywache – Zentrum für Prävention und Sicherheit neue Impulse setzen. Insbesondere sollen bestehenden Probleme behördenübergreifend gelöst und die Situation nachhaltig verbessert werden.«
Im Jahr 2024 wurden 17.585 Tatverdächtige ermittelt; das waren 2.095 Tatverdächtige weniger als im Vorjahr (2023: 19.680). Rund Dreiviertel aller ermittelten Tatverdächtigen (74,6 Prozent) waren männlich und 25,4 Prozent weiblich.
Die meisten Straftaten (76,1 Prozent) sind auch im vergangenen Jahr durch Erwachsene begangen worden (2023: 73,9 Prozent). Heranwachsende hatten mit 8,8 Prozent einen im Vergleich zu 2023 (9,3 Prozent) leicht geringeren Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen.
Der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger sank im zurückliegenden Jahr auf 9,4 Prozent (2023: 10,9 Prozent).
Auch der Anteil von Kindern als Tatverdächtige ging im Jahr 2024 zurück; von 6,0 Prozent im Jahr 2023 auf 5,7 Prozent.
Lutz Rodig: »Jugendkriminalität ist oft ein Spiegelbild gesellschaftlicher Probleme, wie etwa sozialer Ungerechtigkeit, schlechten Bildungschancen oder familiären Schwierigkeiten. Wenn junge Menschen Straftaten begehen, kann das zudem auf ein Versagen von Präventionsmaßnahmen oder Unterstützungssystemen hinweisen. Vor diesem Hintergrund bewerte ich es als Erfolg, dass sich 2024 – entgegen dem sachsenweiten Trend – in Dresden prozentual weniger Kinder, Jugendliche und Heranwachsende unter den ermittelten Tatverdächtigen befanden.«
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen ermittelten Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) stieg von 32,5 Prozent im Jahr 2023 auf 33,3 Prozent im Jahr 2024. Überproportional hoch lag deren Anteil im Jahr 2024 bei Raubdelikten (55 Prozent) und Diebstahlsdelikten unter erschwerenden Umständen (52,1 Prozent).
Die Zahl der Opfer von Straftaten im Jahr 2024 betrug 8.982 und hatte damit annähernd die gleiche Größe wie im Vorjahreszeitraum (2023: 8.978). Die Mehrzahl der Opfer (60,8 Prozent) waren männlich (2024: 5.461; 2023: 5.653). Beim überwiegenden Teil der Opfer handelte es sich um Erwachsene (2024: 6.535; 2023: 6.708). Von den 2.447 nichterwachsenen Opfern (2023: 2.270) waren 841 Kinder (2023: 761), 942 Jugendliche (2023: 894) und 664 Heranwachsende (2023: 615). 516 Opfer einer Straftat waren 60 Jahre oder älter (2023: 549).
Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden betrug 2024 rund 35,7 Millionen Euro (2023: 40,4 Millionen Euro) und entspricht einem Rückgang von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2023.
Weitere Übersichten zur allgemeinen Kriminalitätsentwicklung können den Anlagen 1, 7 und 8 entnommen werden.
Ausgewählte Phänomen- bzw. Deliktsbereiche
Gewaltkriminalität
Die Zahl der Gewaltstraftaten ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken; auf 1.804 Fälle (- 1,3 Prozent; 2023: 1.827 Fälle). Weitere Informationen zur Entwicklung der Gewaltkriminalität können der Anlage 2 entnommen werden.
Lutz Rodig: »Auch wenn die Statistik für 2024 deutlich weniger Raubstraftaten ausweist, sind im gleichen Zeitraum die gefährlichen Körperverletzungen deutlich angestiegen. Daher bleibt die Gewaltkriminalität unser absoluter Schwerpunkt. Gerade Gewaltdelikte im öffentlichen Raum beeinflussen das Sicherheitsgefühl im besonderen Maß. Wir werden daher unsere Präsenzeinsätze an den herausragenden Kriminalitätsschwerpunkten fortsetzen.«
Es wurden insgesamt 1.509 Tatverdächtige ermittelt, was einer Aufklärungsquote von 77,3 Prozent (2023: 77,1 Prozent) entspricht. Überproportional hoch ist im Bereich der Gewaltkriminalität der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger mit 47,4 Prozent (2023: 44,8 Prozent) an der Gesamtzahl aller ermittelten Tatverdächtigen.
Rund zwei Drittel aller registrierten Gewaltdelikte im Jahr 2024 waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Dahinter stehen 1.281 Straftaten – das ist die höchste Zahl in den letzten zehn Jahren.
Nach dem Spitzenwert im Vorjahr sank die Zahl der Raubstraftaten wieder (-15,5 Prozent – vgl. Anlage 3).
Im Jahr 2024 waren in diesem Deliktbereich fast die Hälfte der ermittelten Tatverdächtigen Nichterwachsene; 25 Kinder, 90 Jugendliche und 40 Heranwachsende. Dies entspricht einem Anteil von 48,1 Prozent (2023: 54,4 Prozent) an allen 322 ermittelten Tatverdächtigen.
Der Anteil der registrierten nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug bei Raubstraftaten 55,0 Prozent, in absoluten Zahlen 177 (2023: 171; 48,2 Prozent).
Zudem wurden neun Mord- und Totschlagdelikte registriert (2023: 15). Das waren sechs Straftaten (-40,0 Prozent) weniger als im Vorjahr:
Jugendkriminalität
Die Fälle der Jugendkriminalität sind im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2023 um 5,7 Prozent gesunken (2024: 4.134; 2023: 4.386).
Mehr Jugendstraftaten gab es insbesondere bei einfachen Körperverletzungen (2024: 427; 2023: 403), gefährlichen Körperverletzungen (2024: 298; 2023: 264) sowie Bedrohungen (2024: 219; 2023: 185). Weitere Informationen können der Anlage 4 entnommen werden.
Eigentumskriminalität
Im Jahr 2024 wurden in der Landeshauptstadt Dresden insgesamt 20.078 Diebstahlsdelikte registriert. Das waren knapp zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor (2023: 20.462). Insgesamt wurden 6.922 Straftaten aufgeklärt. Das sind 398 Straftaten mehr als im Vorjahreszeitraum 2023. Die Aufklärungsquote ist mit 34,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (2023: 31,9 Prozent). Weitere Informationen können der Anlage 5 entnommen werden.
Schwerpunkte im Bereich der Eigentumskriminalität blieben im Jahr 2024 Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken mit 5.513 Fällen (2023: 5.302), Diebstähle in/aus Böden, Kellern und Waschküchen mit 3.563 Fällen (2023: 3.776), gefolgt von Fahrraddiebstählen mit 3.539 Fällen (2023: 4.031).
Im Jahr 2024 wurden im Stadtgebiet 230 Fälle des Diebstahls von Kraftfahrzeugen einschließlich unbefugten Gebrauchs registriert (2023: 225). Dies entspricht einem Anstieg um 2,2 Prozent. Ungeachtet des Anstiegs sind 2023 und 2024 Jahre mit vergleichsweise niedrigen Fallzahlen in den zurückliegenden zehn Jahren (2015: 601 Fälle; 2013: 799 Fälle). Bei den Diebstählen an/aus Kfz ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg der Fallzahlen um 9,5 Prozent festzustellen (2024: 2.046; 2023: 1.869).
Im Jahr 2024 wurden in der Landeshauptstadt Dresden 563 Diebstähle in/aus Wohnungen erfasst. Das liegt etwas unter dem Niveau des Vorjahres (2023: 630) und deutlich unter den Werten vor und während der Corona-Pandemie (2020: 875; 2019: 753).
Bei 259 dieser Fälle handelte es sich um Wohnungseinbrüche. In 102 Fällen lag ein Tageswohnungseinbruch mit Tatzeit zwischen 6 Uhr und 21 Uhr vor. Bei den 259 Wohnungseinbrüchen blieb es in 48,3 Prozent der Fälle (125) bei einer Versuchshandlung.
Rauschgiftkriminalität
Im Jahr 2024 sank die Rauschgiftkriminalität deutlich gegenüber dem Vorjahr und stellt mit 1.285 Fällen den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre dar (2023: 1.892 – vgl. Anlage 6).
Lutz Rodig: »Dieser statistische Rückgang der Rauschgiftkriminalität ist enorm, aber nicht das Ergebnis unserer Arbeit. Vielmehr ist das Konsumcannabisgesetz, welches im Vorjahr in Kraft trat, die Ursache. Denn mit diesem Gesetz sind viele Handlungen im Zusammenhang mit Cannabis nicht mehr strafbar. Gleichzeitig haben wir auf der Straße vermehrt Crystal und Methamphetamine festgestellt. Diesen Anstieg bei den harten Drogen sehe ich mit Sorge. Hier können wir uns kein Nachlassen erlauben.«
Die Aufklärungsquote bei der Rauschgiftkriminalität betrug 92,6 Prozent (2023: 93,2 Prozent). Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen lag bei 1.112 (2023: 1.609). Es wurden insgesamt 954 männliche (2023: 1.389) und 158 weibliche Tatverdächtige (2023: 220) ermittelt. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen blieb gegenüber dem Vorjahr mit 34,9 Prozent gleich, was einer absoluten Zahl von 388 Tatverdächtigen entspricht (2023: 562).
Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsumentendelikte) sank deutlich (2024: 954 Fälle; 2023: 1.527 Fälle). Die Fallzahlen beim unerlaubten Handel mit oder Schmuggel von Rauschgift sanken um 46,5 Prozent auf 99 Fälle (2023: 185).
Die meisten Rauschgiftdelikte sind, wie in den zurückliegenden Jahren, im Zusammenhang mit Cannabis und dessen Zubereitungen registriert worden (2024: 376; 2023: 1.030).
Am zweithäufigsten sind Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Methamphetamin festgestellt worden (2024: 326; 2023: 238). Der Anteil von Crystal lag hier bei 305 Fällen im Jahr 2024 (2023: 217).
Im Stadtgebiet Dresden wurde im Jahr 2024 vier Drogentote (2023: 3; 2022: vier) registriert.
Durch die Polizeidirektion Dresden wurden im Stadtgebiet unter anderem rund 46,9 Kilogramm Marihuana, 4,5 Kilogramm Crystal, 1,9 Kilogramm Amphetamin, 34,2 Kilogramm Haschisch und 289 Gramm Kokain sichergestellt.
Vermögens- und Fälschungsdelikte
Die Anzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte sank im vergangenen Jahr auf 8.370 Straftaten (2023: 8.755), was eine Abnahme um 4,4 Prozent bedeutet. Die Aufklärungsquote lag bei 71,9 Prozent (2023: 68,8 Prozent). Insgesamt konnten 4.564 Tatverdächtige ermittelt werden, davon waren 34,1 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige (2023: 34,7 Prozent).
Die Anzahl der Betrugsdelikte sank im vergangenen Jahr um 400 Fälle beziehungsweise 5,9 Prozent auf 6.383 Straftaten (2023: 6.783). Die Aufklärungsquote lag bei 77,6 Prozent (2023: 74,8 Prozent). Insgesamt konnten 3.793 Tatverdächtige ermittelt werden, davon waren 32,9 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige (2023: 34,2 Prozent).
Cybercrime
Die Zahl der Cybercrimestraftaten ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken, von 1.103 Fällen im Jahr 2023 auf 897 (- 18,7 Prozent).
Bei einer Aufklärungsquote von 27 Prozent (2023: 30,5 Prozent) sind insgesamt 187 Tatverdächtige (2023: 216), davon 55 nichtdeutsche Tatverdächtige (2023: 77) ermittelt worden.
809 Fälle der im Jahr 2024 registrierten Cybercrimestraftaten waren Computerbetrug.
Sachbeschädigung
Die Anzahl der Sachbeschädigungen stieg im Jahr 2024 deutlich auf 5.814 Fälle (2023: 4.895 Fälle). Dabei fand ein Großteil dieser Delikte im öffentlichen Raum statt. Die Aufklärungsquote sank um 3,6 Prozentpunkte auf 19,2 Prozent (2023: 22,8 Prozent).
Weiterhin positiv ist die Entwicklung der Fallzahlen bei Graffiti als Sonderform der Sachbeschädigung. Sie sanken im Jahr 2024 auf 993 Fälle. (2023: 1.234). Der Rückgang beträgt 19,5 Prozent. Sie nehmen rund 17,1 Prozent der Straftaten in diesem Phänomenbereich ein (2023: 25,2 Prozent).
2024 konnten 100 Tatverdächtige ermittelt werden (2023: 128), von denen 59 (59,0 Prozent) dem Bereich der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden zuzuordnen sind (2023: 52; 40,6 Prozent).