Medieninformation Polizeidirektion Dresden Nr. 197|25

03.04.2025, 10:18 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Polizeiliche Kriminalstatistik 2024

Landkreis Meißen

Polizeiliche Kriminalstatistik 2024

Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung

Im Jahr 2024 wurden im Landkreis Meißen 12.102 Straftaten der Allgemeinkriminalität polizeilich registriert (2023: 11.726). Die Aufklärungsquote sank leicht auf 58,4 Prozent (2023: 59,2 Prozent).

Polizeipräsident Lutz Rodig (61): »Die Kriminalität im Landkreis Meißen ist 2024 erneut gestiegen, wenn auch deutlich geringer als im Vorjahr. Die größten Anstiege gab es bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten, insbesondere den Urkundenfälschungen. Leicht rückläufig sind hingegen die Diebstahlsdelikte.«

Insgesamt wurden 5.130 Tatverdächtige (2023: 4.870) ermittelt, davon waren 73,1 Prozent männlichen und 26,9 Prozent weiblichen Geschlechts.

Bei 81,3 Prozent der Tatverdächtigen handelte es sich um Erwachsene (2023: 78,7 Prozent). Heranwachsende hatten mit 5,8 Prozent einen im Vergleich zu 2023 (6,7 Prozent) geringeren Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen.

Der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger sank im zurückliegenden Jahr auf 8,9 Prozent (2023: 9,6 Prozent).

Auch der Anteil von Kindern als Tatverdächtige ging zurück; von 5,0 Prozent im Jahr 2023 auf 4,1 Prozent im Jahr 2024.

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen ermittelten Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) sank von 19,4 Prozent im Jahr 2023 auf 18,9 Prozent im Jahr 2024.

Überproportional hoch lag deren Anteil im Jahr 2024 im Bereich der besonders schweren Fälle des Diebstahls an/aus Kfz (60,0 Prozent).

Die Zahl der Opfer von Straftaten stieg gegenüber dem Vorjahr auf 2.642
(2023: 2.608). 55,1 Prozent der Opfer (1.456) waren männlichen und 43,3 Prozent (1.132) weiblichen Geschlechts. Beim überwiegenden Teil der Opfer handelt es sich um Erwachsene (1.994). Von den 648 nichterwachsenen Opfern waren 246 Kinder, 242 Jugendliche und 160 Heranwachsende. 248 Opfer einer Straftat waren älter als 60 Jahre.

Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden stieg um 2,2 Prozent auf rund 9,5 Millionen Euro (2023: 9,3 Millionen Euro).

Weitere Übersichten zur allgemeinen Kriminalitätsentwicklung können den Anlagen 1, 7 und 8 entnommen werden.

Ausgewählte Phänomen- bzw. Deliktsbereiche

Gewaltkriminalität

Die Zahl der Gewaltstraftaten stieg im Vergleich zum Vorjahr um vier auf 370 Fälle (vgl. Anlage 2).

78,4 Prozent aller registrierten Gewaltdelikte im Jahr 2024 waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Dahinter stehen 290 Straftaten.

Einen Rückgang gab es bei den Raubstraftaten (vgl. Anlage 3). So wurden 2024 insgesamt 58 Raubstraftaten (2023: 68) registriert.

2024 wurden keine Mord- und Totschlagdelikte registriert (2023: 2).

Lutz Rodig: »Auch wenn die Statistik für 2024 deutlich weniger Raubstraftaten ausweist, sind im gleichen Zeitraum die gefährlichen Körperverletzungen auf den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre angestiegen. Daher bleibt die Bekämpfung der Gewaltkriminalität unser absoluter Schwerpunkt.«

Es wurden insgesamt 377 Tatverdächtige ermittelt, was einer Aufklärungsquote von 87,0 Prozent (2023: 88,5 Prozent) entspricht. Bei 105 Tatverdächtigen (2023: 83) handelt es sich um Nichtdeutsche. Dies entspricht einem Anteil von 27,9 Prozent (2023: 21,3 Prozent) an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen.

Jugendkriminalität

Die Jugendkriminalität ist im vergangenen Jahr auf 938 Fälle gesunken (2023: 1.050).
Insbesondere sind die Fallzahlen bei einfachen Körperverletzungen (2024: 130; 2023: 150) und gefährlichen Körperverletzungen (2024: 66; 2023: 80) zurückgegangen.
Mehr Jugendstraftaten gab es hingegen bei Bedrohungen (2024: 77; 2023: 47) und Sachbeschädigungen (2024: 160; 2023: 132).

Weitere Informationen zur Entwicklung der Jugendkriminalität können der Anlage 4 entnommen werden.

Eigentumskriminalität

Im Jahr 2024 wurden im Landkreis Meißen insgesamt 3.769 Diebstahlsdelikte registriert (2023: 3.820). Die Aufklärungsquote lag bei 29,4 Prozent (2023: 34 Prozent).
Weitere Informationen zur Entwicklung der Diebstahlsdelikte können Anlage 5 entnommen werden.

Im Jahr 2024 konnten insgesamt 889 Tatverdächtige ermittelt werden (2023: 938).

Schwerpunkte im Bereich der Eigentumskriminalität sind nach wie vor die Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken mit 660 Fällen (2023: 930), Fahrraddiebstähle mit 545 Fällen (2023: 508) gefolgt von Diebstählen an/aus Kraftfahrzeugen mit 504 Fällen (2023: 414).

Im Jahr 2024 wurden 57 Fälle des Diebstahls von Kraftfahrzeugen, einschließlich des unbefugten Gebrauchs registriert (2023: 66). 28 Fälle konnten aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 49,1 Prozent entspricht.

Im Jahr 2024 wurden 230 Diebstähle in/aus Wohnungen erfasst. Das entspricht einem Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr (2023: 207). Die Fallzahlen liegen jedoch deutlich unter den Werten vor der Corona-Pandemie (2019: 291 Fälle). Bei rund der Hälfte dieser Fälle (112) handelte es sich um Wohnungseinbrüche (2023: 108). In 64 Fällen lag ein Tageswohnungseinbruch mit einer Tatzeit zwischen 6 Uhr und 21 Uhr vor (2023: 48).

Rauschgiftkriminalität

Im Jahr 2024 sank die Rauschgiftkriminalität deutlich auf 442 Fälle (2023: 489) und stellt nun den niedrigsten Wert der letzten sechs Jahre dar (vgl. Anlage 6).

Lutz Rodig: »Dieser statistische Rückgang der Rauschgiftkriminalität ist aber nicht das Ergebnis unserer Arbeit. Vielmehr ist das Konsumcannabisgesetz, welches im Vorjahr in Kraft trat, die Ursache. Denn mit diesem Gesetz sind viele Handlungen im Zusammenhang mit Cannabis nicht mehr strafbar.«

Die Aufklärungsquote bei der Rauschgiftkriminalität betrug 84,8 Prozent (2023: 89 Prozent). Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen lag bei 346 (2023: 429). Es wurden insgesamt 290 männliche (2023: 361) und 56 weibliche Tatverdächtige (2023: 68) ermittelt. Die Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger stieg leicht gegenüber dem Vorjahr auf 90 Tatverdächtige (2023: 85).

Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsumentendelikte) sank deutlich (2024: 268 Fälle; 2023: 362 Fälle). Die Zahlen beim unerlaubten Handel mit oder Schmuggel von Rauschgift stiegen auf 99 Fälle (2023: 66).

Die meisten Rauschgiftdelikte wurden, wie in den zurückliegenden Jahren, im Zusammenhang mit Cannabis und dessen Zubereitungen registriert (2024: 137; 2023: 226). Am zweithäufigsten sind Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Methamphetamin festgestellt worden (2024: 98; 2023: 96). Der Anteil von Crystal lag 2024 bei 88 Fällen (2023: 91).

Durch die Polizeidirektion Dresden wurden im Landkreis unter anderem rund 6,0 Kilogramm Marihuana, 5,7 Kilogramm Crystal und 674 Gramm Haschisch sichergestellt bzw. beschlagnahmt.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Die Anzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte stieg im vergangenen Jahr auf 2.203 Straftaten (2023: 1.737), was einen Anstieg von 26,8 Prozent bedeutet. Die Aufklärungsquote lag bei 77,7 Prozent (2023: 73,1 Prozent). Insgesamt konnten 1.436 Tatverdächtige ermittelt werden, davon waren 19,2 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige (2023: 29,3 Prozent).

Lutz Rodig: »Zu den Vermögens- und Fälschungsdelikten gehören auch Urkundenfälschungen. Die Fallzahlen dieses Deliktes stiegen von 89 im Jahr 2023 auf 536 im Jahr 2024. Ursächlich dafür sind die Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Ausstellen gefälschter Gesundheitszeugnisse durch eine Moritzburger Ärztin.«

Beim Betrug selbst stieg die Anzahl der Fälle lediglich um drei von 1.326 (2023) auf 1.329 im Jahr 2024. Hier ist eine Aufklärungsquote von 73,5 Prozent (2023: 73,2 Prozent) und ein Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen von 27,0 Prozent festzustellen.

Cybercrime

Die Zahl der Cybercrimestraftaten blieb 2024 mit 155 Fällen fast gleich (2023: 157).

Bei einer Aufklärungsquote von 40,6 Prozent (2023: 36,9 Prozent) wurden insgesamt 54 Tatverdächtige (2023: 57), davon fünf Nichtdeutsche (2023: 16) ermittelt.

134 Fälle aller im Jahr 2024 registrierten Cybercrimestraftaten waren Computerbetrug.

Sachbeschädigung

Die Anzahl der Sachbeschädigungen stieg im Jahr 2024 deutlich auf 1.697 Fälle (2023: 1.599 Fälle). Die Aufklärungsquote sank auf 27,8 Prozent (2023: 28,8 Prozent).

Im Landkreis Meißen sind die Fallzahlen bei Graffiti als Sonderform der Sachbeschädigung weiterhin rückläufig. Sie sanken im Jahr 2024 auf 331 Fälle
(2023: 336). 2024 konnten 33 Tatverdächtige ermittelt werden (2023: 54), von denen 19 (57,6 Prozent) Nichterwachsene waren.


Kontakt

Polizeidirektion Dresden

Pressesprecher Thomas Geithner
Telefon: +49 351 483 2400
E-Mail: medien.pd-dd@polizei.sachsen.de
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