Nach »Handygipfel«: Handyverbot an Grundschulen und mehr Medienkompetenz

28.08.2025, 18:40 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Welchen Platz sollen private Handys im Schulalltag haben? Und wie lässt sich die Medienkompetenz stärken? Über diese Fragen diskutierten Sachsens Kultusminister Conrad Clemens und Bundesbildungsministerin Karin Prien gemeinsam mit Schulleitern, Lehrkräften, Eltern, Abgeordneten und Medienexperten beim Fachdialog »Weniger Handy. Mehr Digitalisierung. Stärkere Kompetenzen«, dem sogenannten »Handygipfel« am 28. August 2025 im Romain-Rolland-Gymnasium in Dresden.

Conrad Clemens, Sächsischer Staatsminister für Kultus: »Der Handygipfel hat die vielfältigen Perspektiven auf das Thema verdeutlicht. Zum einen gibt es einen starken Wunsch nach klaren Regeln an Grundschulen. Zum anderen wurde aber auch die Eigenverantwortung von Schulen betont, vor allem mit Blick auf die weiterführenden Schulen. Wir erarbeiten ein landesweites Verbot für die Nutzung privater Handys an Grundschulen zum nächsten Schulhalbjahr, mit begründeten Ausnahmen. Ich danke allen Diskutanten und lade dazu ein, die Gespräche fortzusetzen.« Anfang 2026 gibt es ein weiteres Fachgespräch. Dann sollen die Nutzung privater Handys an weiterführenden Schulen und Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz im Fokus stehen.

Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: »Die neuesten Studien zeigen, dass 15-Jährige in Deutschland im Schnitt fast sieben Stunden täglich vor Bildschirmen verbringen – sogar an Schultagen gehen zwei davon allein für Freizeitnutzung drauf. Diese langen Bildschirmzeiten machen mir wirklich Sorgen, denn sie können das Wohlbefinden, die Lernleistung und die sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinträchtigen. Deshalb ist es notwendig, in der Grundschule klare Regeln zu setzen: Private Handynutzung sollte dort keinen Platz haben. In den weiterführenden Schulen hingegen sollten altersgerechte Lösungen entwickelt werden, die eine verantwortliche Nutzung ermöglichen. Denn Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf digitale Teilhabe – sie dürfen nicht ausgeschlossen werden. Der Schlüssel dafür ist Medienkompetenz: Nur wer früh lernt, mit digitalen Medien selbstbestimmt und kritisch umzugehen, kann ihre Chancen nutzen, ohne den Risiken zu erliegen. Hier tragen Familien, Lehrkräfte und Fachkräfte gemeinsam Verantwortung. Unser Ziel ist eine digitale Welt, in der junge Menschen sicher, mündig und aktiv mitgestalten können. Aber auch die Plattformbetreiber sind gefordert – beispielsweise durch den Digital Services Act - verstärkt Vorsorgemaßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt umzusetzen.«

Staatssekretär Wilfried Kühner präsentierte die Ergebnisse einer Umfrage an Sachsens Grundschulen. Demnach sprechn sich knapp 75 Prozent für ein landesweites Verbot der privaten Nutzung von digitalen Endgeräten aus. Insgesamt nahmen 758 Schulleiterinnen und Schulleiter an der Umfrage teil.

Inhaltliche Impulse lieferten Prof. Dr. med. Dr. phil. Manfred Spitzer vom Universitätsklinikum Ulm sowie Dr. Friederike von Gross und Kristina Richter von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur. Anke Bechstädt, Schulleiterin der Grundschule Naußlitz, gab einen Erfahrungsbicht aus der Praxis. Anschließend diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleineren Gruppen weiter.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen des Handygipfels und das weitere Verfahren finden Sie im SMK-Blog: www.bildung.sachsen.de/blog


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Pressesprecher Tilo Schumann
Telefon: +49 351 564 65100
Telefax: +49 351 564 65019
E-Mail: presse@smk.sachsen.de
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