Dresden und Landkreis Meißen: Eröffnung neuer Beratungsstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt

07.11.2025, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Köpping: »Steigende Tatzahlen sind Alarmsignal und fordern uns zum Handeln auf!«

Ab November 2025 können Betroffene sexualisierter Gewalt in Dresden und im Landkreis Meißen spezialisierte Beratungsangebote in Anspruch nehmen. Die zwei neuen Beratungsstellen sind Teil eines sich über ganz Sachsen erstreckenden Hilfenetzes. Mit dem »Landesaktionsplan des Freistaates Sachsen zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Umsetzung der Istanbul-Konvention« ist es erklärtes Ziel des Freistaates, Betroffenen sexualisierter Gewalt zeit- und ortsnah die notwendige Hilfe und Unterstützung zu ermöglichen. In diesem Sinne fördert der Freistaat den Ausbau spezialisierter Fachberatungsstellen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten mit rund 1 Millionen Euro. Für den gesamten Gewaltschutz stellt der Freistaat im Jahr 2025 über die Richtlinie zur Förderung der Chancengleichheit insgesamt 13,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Gleichstellungsministerin Petra Köpping:« Der Handlungsbedarf ist groß wie sich auch aus unserer Dunkelfeldstudie zur Gewaltbetroffenheit von Frauen ablesen lässt. 96 Prozent der 1.341 Frauen, die im Rahmen der Studie befragt wurden, gaben an, mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle Belästigung erlebt zu haben. 30 Prozent der Befragten gaben an, eine Vergewaltigung überlebt zu haben und 51 Prozent der Befragten erlebten einen Vergewaltigungsversuch. Wer zudem einen Blick in die Polizeiliche Kriminalstatistiken wirft, kann sich schnell ein Bild von dem sogenannten Hellfeld machen. Seit Jahren steigen die Tatzahlen bei den Straftatbeständen Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Übergriffe im besonders schwerem Fall. Diese Zahlen sind für mich ein Alarmsignal und machen deutlich, wie dringend konsequente politische Maßnahmen und der Ausbau des Unterstützungsnetzes sind, um Frauen und Mädchen nachhaltig zu schützen und geschlechtsspezifischer Gewalt entschieden entgegenzutreten. Ich freue mich sehr, dass in Zusammenarbeit mit Frauen für Frauen e. V. und dem Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Berlin zwei neue Anlaufstellen für Betroffene verankert werden können. Ich bedanke mich von Herzen für ihr Engagement vor Ort.«

Kontaktdaten der neuen Beratungseinrichtungen:

Fachberatungsstelle Dresden:
sowieso
Kultur Beratung Bildung
Frauen für Frauen e. V.
Angelikastraße 1
01099 Dresden
Tel.: 0351 804 14 70
E-Mail: beratung@frauen-ev-sowieso.de

Fachberatungsstelle Landkreis Meißen:
Sozialdienst katholischer Frauen e.V.
Dr.-Külz-Straße 4
01445 Radebeul
Tel.: 0351 7955 2205
E-Mail: beratung@skf-radebeul.de

Vergleichbare Beratungsangebote gibt es bereits in den Landkreisen Leipzig, Nordsachsen, Mittelsachsen, Vogtland, Erzgebirge, Sächsische Schweiz- Osterzgebirge, Görlitz, Bautzen sowie in den kreisfreien Städten Leipzig und Chemnitz. Die spezialisierten Beratungsangebote bei sexualisierter Gewalt bilden zusammen mit den Interventions- und Koordinierungsstellen bei häuslicher Gewalt, den Frauen- und Kinderschutzeinrichtungen, den Männerschutzeinrichtungen sowie den Beratungsangeboten für Gewaltausübende das Hilfenetz im Sinne des Gewalthilfegesetzes und der Istanbul-Konvention, welches in den folgenden Jahren weiterentwickelt und fortlaufend an die vorhandenen Bedarfe angepasst wird.

Weiterführende Informationen:

Übersicht über alle Beratungsangebote in Sachsen: https://www.gleichstellung.sachsen.de/schutz-und-beratung-5747.html

Landesaktionsplan des Freistaates Sachsen zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Umsetzung der Istanbul-Konvention: https://www.gleichstellung.sachsen.de/istanbul-konvention-4315.html

Dunkelfeldstudie zur Viktimisierung von Frauen durch häusliche Gewalt, Stalking und sexualisierte Gewalt: https://www.gleichstellung.sachsen.de/dunkelfeldstudie-zur-viktimisierung-von-frauen-durch-haeusliche-gewalt-stalking-und-sexualisierte-gewalt-5752.html


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55055
Telefax: +49 351 564 55060
E-Mail: presse@sms.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang