Staatssekretärin Neukirch verleiht Peter-Henkenborg-Preis an hervorragendes Projekt in Leipzig-Grünau
06.11.2025, 14:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Im Rahmen der Verleihung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie vergab Staatssekretärin Dagmar Neukirch heute den mit 3.000 Euro dotierten Peter-Henkenborg-Preis für die Didaktik der politischen Bildung an das Interventionsbüro e.V. für das Projekt "Grand Beauty«, einem transkulturellen Salon für Schönes, Diversität und Dialog. Die Auszeichnung würdigt Formate, die sich auf besondere und innovative Weise für eine demokratische Bildung – vornehmlich im außerschulischen Bereich - einsetzen.
Staatssekretärin Neukirch: »Demokratie ist manchmal eine Zumutung, aber sie ist es immer wert, die Herausforderungen anzunehmen und sich mit Anstand und Haltung einzumischen, mitzugestalten und damit Verantwortung zu übernehmen. Im Großen wie im Kleinen. Im Job oder Sportverein. Beim Bäcker oder eben auch in einem Beauty Salon. Es freut uns sehr, dass sich die Jury für ein Projekt entschieden hat, dass durch einen erfrischend innovativen Ansatz neue Wege in der politischen Bildung geht. Denn bei dieser geht es immer auch um die Frage, wie es gelingt, Formate, Methoden und Angebote an die Lebenswelten und Erfahrungsräume der Menschen zu koppeln.«
Im Leipziger Stadtteil Grünau ist »Grand Beauty« seit 2014 ein Raum für Begegnung, Fürsorge und gegenseitige Anerkennung. Das Projekt des Interventionsbüro e.V. verbindet Körper- und Schönheitspflege mit sozialer und kultureller Teilhabe. Der niedrigschwellige Ansatz schafft Begegnung, Vertrauen und Selbstfürsorge – und stärkt so gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit Pop-up-Aktionen und Workshops öffnet »Grand Beauty« Räume für Austausch, baut Vorurteile ab und zeigt: Fürsorge kann politisch sein – und ein Motor für Teilhabe und Empowerment.
In diesem Jahr wurde der Peter-Henkenborg-Preis erstmals durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vergeben, zuvor durch das Sächsische Staatsministerium für Justiz und Demokratie, Europa und Gleichstellung. Die Namensgebung des Preises geht auf Peter Henkenborg zurück, der zwischen 1999 und 2006 als Professor der Didaktik für politische Bildung an der TU Dresden lehrte. Während seiner Zeit in Dresden erschien u.a. die »Pädagogik der Anerkennung« (2002), die den Zusammenhang zwischen »Demokratie-Lernen« und einer »Kultur der Anerkennung« verdeutlicht. Peter Henkenborg ist 2015 im Alter von 60 Jahren verstorben.
Neben dem Peter-Henkenborg-Preis wurden im Rahmen des Festaktes zum Sächsischen Förderpreis weitere Preise vergeben: Mit dem diesjährigen Sächsischen Förderpreis für Demokratie wurde die Initiative Solidarisches Pirna für ihr herausragendes Engagement für Menschenrechte, Solidarität und gegen Rechtsextremismus geehrt. Den Kommunenpreis erhielt die Stadt Zwickau für ihre vorbildliche Unterstützung zivilgesellschaftlicher Beteiligung. Fünf Initiativen erhielten außerdem Anerkennungspreise für ihr Engagement. Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wird seit 2007 jährlich vergeben und ausgelobt von der Amadeu Antonio Stiftung, der Freudenberg Stiftung, der Sebastian Cobler Stiftung, der Dirk Oelbermann Stiftung sowie der Holger-Koppe-Stiftung. Seit 2021 wird der Peter-Henkenborg-Preis im Rahmen dieses Formats vergeben.
Mehr Informationen: https://www.demokratie.sachsen.de/peter-henkenborg-preis-4899.html.