Sachsen übergibt nach zwei Jahren in Vorsitz und Co-Vorsitz den Staffelstab in der European Semiconductor Regions Alliance (ESRA)
07.11.2025, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Nach dem Aufbau tragfähiger Arbeitsstrukturen, zwei Positionspapieren und mehreren Workshops mit Generaldirektionen der Europäischen Kommission ist Gründungsmitglied Sachsen aus dem ESRA-Vorsitz ausgeschieden – bleibt aber als Impulsgeber und Bindeglied zur Kommission weiter aktiv.
Vertreterinnen und Vertreter der 37 Mitgliedsregionen der ESRA trafen sich nun zur feierlichen Übergabe des Vorsitzes an Katalonien (ESP) in Barcelona. Die Übergabe im historischen Palau de Pedralbes fand im Beisein zahlreicher hochrangiger Repräsentantinnen und Repräsentanten der Mitgliedsregionen sowie der Europäischen Kommission statt – ein deutliches Zeichen für die Strahlkraft der Allianz.
In seinem Grußwort unterstrich Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Dirk Panter, die zentrale Bedeutung der Zusammenarbeit der europäischen Regionen in der Halbleiterbranche als Schlüssel für eine Stärkung der Resilienz und technologischen Souveränität Europas. Der erarbeitete Einfluss müsse nun Früchte tragen, indem die Mikroelektronik im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU ihrer strategischen Bedeutung entsprechend Berücksichtigung findet. Hierfür gilt es, die Beihilfeverfahren weiter zu verschlanken und die Einzelverfahren zu parallelisieren.
Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Als die sächsische Staatsregierung 2023 die Gründung der ESRA initiierte und den Vorsitz übernahm, waren wir überzeugt: Es braucht eine kräftige Stimme der europäischen Mikroelektronik-Regionen in Brüssel – und wir lagen goldrichtig. Aus zunächst zwölf Interessensbekundungen ist eine starke Allianz mit inzwischen 37 Mitgliedsregionen erwachsen. Gemeinsam haben wir die ESRA als verlässlichen Partner der Europäischen Kommission etabliert und bereits erste Beiträge zu strategischen Vorhaben leisten können. Das zeigt: ESRA wirkt – und setzt die richtigen Impulse zur richtigen Zeit. Wir freuen uns nun, den Staffelstab an Katalonien sowie an den jeweiligen Co-Vorsitz aus Piemont und Tampere zu übergeben.«
Im weiteren Verlauf des Treffens diskutieren die Mitgliedsregionen mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission über die anstehende Novellierung des European Chips Act, zur Fachkräftesicherung und beraten die künftige Arbeitsstruktur der Allianz. Damit markiert die Versammlung zugleich den Start in eine neue Arbeitsphase unter katalanischem Vorsitz.
Zur European Semiconductor Regions Alliance (ESRA)
Die auf sächsische Initiative gegründete ESRA ist eine Arbeitsplattform der Regionen mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament, um die Kerninteressen der Halbleiterindustrie zu bündeln und auf politischer Ebene zu artikulieren. Ziel der Allianz ist, Europa aus den Regionen heraus im globalen Wettbewerb als Halbleiter-Standort zu fördern, um insgesamt die europäische Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität zu sichern.
In ESRA engagieren sich folgende Regionen: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen in Deutschland, Andalusien, Baskenland, Katalonien, Madrid und Valencia in Spanien, Flevoland, Gelderland, Nordbrabant und Overijssel in den Niederlanden, Kärnten und Steiermark in Österreich, die Centro-Region und die Norte-Region in Portugal, Flandern in Belgien, Auvergne-Rhône-Alpes und Île-de-France in Frankreich, Piemont und Lombardei in Italien, Tampere, Helsinki und Oulu in Finnland, Südmähren, Pilsen und Zlin in Tschechien, Skåne in Schweden, Wales im Vereinigten Königreich und die Republik Irland.
ESRA setzt auf ein rollierendes System im Vorsitz: Jede gewählte Region sammelt zunächst ein Jahr Erfahrung als Co-Vorsitz, hat im zweiten Jahr den Vorsitz inne und begleitet im dritten Jahr die Arbeit von ESRA wieder als Co-Vorsitz – so können gleichermaßen Kontinuität gewahrt bleiben und frische Impulse gesetzt werden.