Lebensretter gesucht: Reanimationstraining in Sachsens Klassenzimmern ausgeweitet

24.11.2025, 10:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Start der Initiative »Herzsicher in der Schule«

Ein kräftiger Druck auf die Brust, ein klarer Rhythmus – und die Chance, ein Leben zu retten. Wie wichtig Wiederbelegung sein kann, wurde heute am Gymnasium Dresden Bühlau deutlich. Dort verwandelte sich ein Unterrichtsraum in eine »Lebensretter-Werkstatt«, in der Reanimationsmaßnahmen an Übungspuppen sowie die Nutzung von Defibrillatoren (AED: Automatisierter Externer Defibrillator) vorgeführt wurden.

Die praktische Demonstration ist der Startschuss für die Initiative »Herzsicher in der Schule« – ein gemeinsames Projekt des Landesamts für Schule und Bildung (LaSuB), der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzstiftung. Ziel der Initiative ist es, jungen Menschen und Lehrkräften die sichere Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen beizubringen. Denn im Ernstfall zählt jede Minute.

Starkes Netzwerk für die Reanimation in Schulen
Die Zusammenarbeit zwischen dem LaSuB und der Björn Steiger Stiftung besteht bereits seit dem 1. Oktober 2024. Seitdem profitieren die teilnehmenden Schulen von Fortbildungen für Lehrkräfte und erhalten Übungspuppen für den Unterricht sowie zwei Laien-Defibrillatoren – ein Gerät für Trainingszwecke und ein weiteres für den dauerhaften Einsatz im Schulhaus.

Ausweitung des Angebots
Mit der Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung zwischen LaSuB, Björn Steiger Stiftung und Deutscher Herzstiftung wird das Angebot erweitert. Am 1. November 2025 startete das digitale Bildungsportal sn.wiederbelebung-in-schulen.de. Die Plattform bündelt digitale Lernangebote, stellt Unterrichtsmaterial bereit und dient als zentrale Anlaufstelle für die Anmeldung zu den Schulungen. Diese sollen Lehrkräfte dazu befähigen, ihren Schülerinnen und Schülern ab Klassenstufe 7 grundlegende Wiederbelebungsmaßnahmen zu vermitteln. Sachsenweit unterstützen dabei 45 Trainerinnen und Trainer aus Hilfsorganisationen wie ASB, DLRG, DRK, Johanniter und Malteser das Projekt.

Kultusminister Conrad Clemens: »Es kann das Leben eines Freundes, einer Mitschülerin oder eines Familienmitglieds sein: Wenn junge Menschen wissen, wie sie im Notfall helfen können, retten sie Leben. Mit der Initiative »Herzsicher in der Schule« schaffen wir dafür die besten Voraussetzungen. Dank der engagierten Partner, der vielen Trainerinnen und Trainer und der neuen digitalen Angebote bringen wir Wiederbelegungskompetenz dorthin, wo sie am nachhaltigsten wirkt: in den Unterricht.«

Katerina Malliou, Geschäftsführerin bei der Björn Steiger Stiftung: »Wir von der Björn Steiger Stiftung sind begeistert, dass unsere Initiative »Herzsicher in der Schule« jetzt auch in Sachsen startet. Dieser Schritt ist ein Meilenstein auf unserem gemeinsamen Weg mit der Deutschen Herzstiftung, Deutschland Herzsicher zu machen. Unser besonderer Dank gilt allen Lehrerinnen und Lehrern, die mit ihrem Engagement und ihrer Hingabe nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Leben retten – heute und in der Zukunft.«

Dr. Sinann Al Najem, Leiter Prävention und Wiederbelebung der Deutschen Herzstiftung: »Wir unterstützen das Projekt in Sachsen als weiterer kompetenter Partner durch eigene Projekterfahrung in der Laien-Reanimation und durch unsere herzmedizinische Expertise. Indem wir die Wiederbelebungsschulungen durch unser Bildungsportal 'Wiederbelebung' umsetzen und zugleich die Ausstattung der Schulen mit Reanimationspuppen gemeinsam mit der Björn Steiger Stiftung unterstützen, kommen wir unserem gemeinsamen Ziel näher: Wiederbelebungsunterricht auch in Sachsens Schulen flächendeckend anzubieten und dadurch zu einer Verbesserung der Laienreanimationsquote beizutragen.«

Hintergrund:

  • Zwischen 2017 und 2024 konnten durch die Initiative »Sachsen retten Leben« in Kooperation mit der Uniklinik Dresden, der Uniklinik Leipzig und den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz Lehrkräfte von über 300 Schulen geschult werden.
  • Seit 2024 wird das Training der Lehrkräfte in Kooperation mit der Björn Steiger Stiftung durchgeführt. Ihren Ursprung hat die Björn Steiger Stiftung in Sachsen. Sie wurde gegründet, nachdem der kleine Björn Steiger 1969 nach einem Unfall verstarb. Sein Vater, Siegfried Steiger, 1929 im vogtländischen Bad Brambach geboren, legte damit den Grundstein für eine deutschlandweite Verbesserung der Notfallhilfe.

Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Pressesprecher Tilo Schumann
Telefon: +49 351 564 65100
Telefax: +49 351 564 65019
E-Mail: presse@smk.sachsen.de
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