Sachsen braucht Weltoffenheit: Wirtschaftsminister Panter würdigt zehn Jahre gelebte Willkommenskultur
26.11.2025, 15:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Gemeinsam mit dem Verein »Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen« blickt Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter heute auf ein Jahrzehnt voller Engagement, Offenheit und wirtschaftlicher Chancen zurück und betont die Bedeutung von gelebter Willkommenskultur, Weltoffenheit und gesteuerter Zuwanderung für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Sachsen.
Minister Panter dankte dem Verein und seinen inzwischen über 150 Mitgliedsunternehmen für ihr außerordentliches Engagement gegen Hass und Ausgrenzung und für ein weltoffenes, international ausgerichtetes Sachsen: »Ohne dieses Netzwerk, das Haltung zeigt, Unternehmen berät und öffentliche Debatten mitprägt, würde ein wichtiger Leuchtturm der sächsischen Wirtschaft fehlen – ein Leuchtturm, der deutschlandweit Vorbild ist.« Der Verein war der erste Wirtschaftsverband in Deutschland, der sich klar für Weltoffenheit und gegen Rechtspopulismus positioniert hat; andere Bundesländer folgen inzwischen mit ähnlichen Initiativen.
Dirk Panter macht deutlich, dass Sachsen schon heute stark von Menschen aus anderen Ländern profitiert und wirtschaftlich ohne internationale Fach- und Arbeitskräfte nicht dort stünde, wo es heute steht. Der Anteil ausländischer sozialversicherungspflichtig Beschäftigter hat sich seit 2015 von 2,6 auf 9,2 Prozent mehr als verdreifacht. Unter anderem in Pflege und Gesundheitsberufen, Gastronomie, Logistik, Industrie und Mikroelektronik tragen Internationals maßgeblich dazu bei, Wertschöpfungsketten zu stabilisieren und Fachkräftelücken zu schließen.
Die Zahl der Auszubildenden in Sachsen reicht bereits heute nicht mehr aus, um die vielen altersbedingten Renteneintritte zu kompensieren. Tausende Ausbildungsstellen bleiben bereits unbesetzt und die Zahl der Erwerbsfähigen in Sachsen wird auch in den kommenden Jahren weiter deutlich sinken. Ohne Zuwanderung würde die Zahl der Erwerbstätigen stark einbrechen - mit gravierenden Folgen für Unternehmen, Sozialkassen und das Rentensystem. Internationale Fachkräfte sind deshalb eine der tragenden Säulen der Fachkräftesicherung - ohne sie drohten nicht nur Standortnachteile, sondern ein deutlicher Rückgang der Wirtschaftsleistung.
Weltoffenheit als Wettbewerbsfaktor
Weltoffenheit und Vielfalt sind nach Worten des Ministers kein »nice to have«, sondern ein harter ökonomischer Wettbewerbsfaktor. Internationale Studien zeigen, dass divers aufgestellte Unternehmen häufiger überdurchschnittlich profitabel sind und oft innovativer arbeiten. Multinationale Teams erschließen neue Märkte leichter und erhöhen die Krisenfestigkeit von Unternehmen und Gesellschaften.
Beispiele aus Sachsen bestätigen diesen Trend: internationale Teams in forschungsintensiven Branchen, internationale Gründerinnen und Gründer in Innovationsnetzwerken wie futureSAX machen sichtbar, wie sehr der Standort von Vielfalt profitiert. Für internationale Investoren und Fachkräfte sind ein weltoffenes Klima, verlässliche Rahmenbedingungen und eine klar sichtbare Willkommenskultur längst zentrale Standortkriterien.
Wie der Freistaat unterstützt
Der Freistaat Sachsen flankiert dieses Engagement mit einem breiten Bündel an Maßnahmen, z.B. aus dem 2022 gestarteten Maßnahmenplan zur Gewinnung internationaler Fach- und Arbeitskräfte. »Das SMWA unterstützt beispielsweise mit einem Zuschuss gezielt kleine und mittlere Unternehmen beim Einstieg ins internationale Recruiting«, so Minister Panter. Die Wirtschaftsförderung Sachsen baut zudem im Auftrag des SMWA Kooperationsnetzwerke in Zielländern auf, organisiert Auslandsreisen für Unternehmen und Messestände und erhöht die Sichtbarkeit Sachsens im Ausland. Erst vor wenigen Tagen informierte sich Minister Panter über duale Berufsausbildung in Indien, wo bestens ausgebildete junge Menschen nach IHK-Standard qualifiziert werden.
Gemeinsame Aufgabe bis 2035
Angesichts von Demografie, Digitalisierung, Transformation der Industrie und veränderten Erwartungen an Arbeitskultur betont Minister Panter: »Vielfalt und Weltoffenheit werden zur Zukunftsvoraussetzung für den Standort Sachsen. Nur wenn wir alle Potenziale im Land nutzen und gleichzeitig gesteuerte Zuwanderung aktiv gestaltet, bleiben Arbeitsmarkt, Innovationskraft und Wohlstand stabil.«
Der Minister ruft deshalb Unternehmen, Kommunen, Zivilgesellschaft und Landespolitik auf, den eingeschlagenen Weg entschlossen weiterzugehen. Sachsen habe mit starken Unternehmen, leistungsfähigen Hochschulen, einem dichten Netzwerk für Fachkräftesicherung und engagierten Akteuren wie »Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen« beste Voraussetzungen, damit Weltoffenheit auch 2035 ein Markenzeichen des Freistaats bleibt.
Hintergrund:
Ausländische sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tragen zum hohen Beschäftigungsniveau bei. Ihr Anteil hat sich zwischen 2015 und 2025 von 2,6 Prozent auf 9,2 Prozent mehr als verdreifacht, während die Anzahl deutscher sozialversicherungspflichtig Beschäftigter vor allem demografisch bedingt bereits seit 2023 in Sachsen sinkt. Von den 1.628.710 der in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen hatten 149.710 eine ausländische Staatsangehörigkeit (9,2 Prozent), wobei etwa die Hälfte der Personen (72.280) EU-Staaten und die andere Hälfte (76.550) Drittstaaten angehört.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit https://statistik.arbeitsagentur.de