440.000 Euro für Denkmalpflege: Mit Fördermitteln wird Zwickauer Lukaskirche in 60 Metern Höhe weiter saniert

27.11.2025, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Die Lukaskirche Planitz liegt hoch über der Stadt Zwickau – und weit oben wird sie während der kommenden Monate auch saniert: Der 60 Meter hohe Turm der zwischen 1872 und 1876 erbauten Basilika wird auf der Süd- und Westseite restauriert. Beschädigte Bereiche werden zurückgebaut und mit Elbsandstein ersetzt. Zudem wird das Mauerwerk zusätzlich stabilisiert. Für diese Maßnahmen hat Staatsministerin Regina Kraushaar heute (27. November 2025) Pfarrer Michael Schünke von der Ev.-Luth. Versöhnungskirchgemeinde Planitz einen Fördermittelbescheid über 440.000 Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege des Freistaats Sachsen überreicht.

Staatsministerin Regina Kraushaar: »Die Lukaskirche ist heute ein lebendiger Treffpunkt: Sie ist der Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um ihren Glauben zu leben. Sie bietet außerdem Platz für kulturelle Veranstaltungen, die die Gemeinschaft stärken. Ich freue mich, dass wir mit den Mitteln, die uns der Sächsische Landtag für die Denkmalförderung zur Verfügung stellt, zeigen können, wie wichtig es ist, unsere Kirchen als Orte des Glaubens und als Kulturdenkmale zu bewahren, um den Menschen Räume für Begegnungen zu schaffen.«

Seit 1968 ungenutzt, war die Lukaskirche über zwanzig Jahre lang dem Verfall und Vandalismus preisgegeben. 1992 dann die Wende: Durch das Engagement des Fördervereins Lukaskirche Planitz e. V. und mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie des Freistaates Sachsen wurde die Kirche über Jahrzehnte schrittweise saniert: 1998 bis 1999 erfolgte die lnstandsetzung des Turmhelmes einschließlich der Balkone aus Sandstein. 2009 wurde das Giebeldreieck des westlichen Risalits einschließlich der Blechbedachung auf der Dachkonstruktion instandgesetzt – genau wie der lnnenraum, die Glockenebene und die ehemalige Türmerwohnung. 2022 wurde die Orgelsanierung abgeschlossen 2023 bis 2024 folgte die lnstandsetzung der Turmfassade an der Ost- und Nordseite.

Sonderprogramm Denkmalpflege des Freistaats Sachsen

Im Sonderprogramm Denkmalpflege werden Mittel für die Sanierung von Kulturdenkmalen überörtlicher Bedeutung durch das Landesamt für Denkmalpflege ausgereicht. Gefördert wird regelmäßig 75 % des denkmalbedingten Mehraufwandes, also der Kosten, die aufgrund der Erhaltungspflicht des Denkmaleigentümers entstehen, wie bei der Aufarbeitung von Fenstern oder dem Ersatz von Steinabbrüchen, die an Ort und Stelle bearbeitet werden. Der Antrag kann direkt beim Landesamt für Denkmalpflege gestellt werden. Eine Antragsfrist existiert nicht.

Hintergrund:
Die Lukaskirche ist ein bedeutsames Beispiel neugotischer Kirchenbaukunst und von hoher städtebaulicher und baugeschichtlicher Bedeutung. Die Kirche entstand in den Jahren 1872 bis 1876 nach Plänen des berühmten Architekten Gotthilf Ludwig Möckel (✝ 1915). Möckel wurde in Zwickau geboren und studierte in Hannover. Als Baumeister erlangte er für die sächsische Architekturgeschichte herausragende Bedeutung. Er war einer der einflussreichsten Vertreter der Neogotik in Sachsen. Die Lukaskirche erhebt sich als dreischiffige Säulenbasilika über einem kreuzförmigen Grundriss mit 60 Meter hohem Westturm und flankierenden Treppentürmen. Die Wände der neogotischen Kirche wurden in Ziegelmauerwerk aufgeführt und mit Sandsteinquadern verblendet. Altar, Kanzel und Taufe wurden in Sandstein gearbeitet. Das Altarrelief mit der Heilung des Gichtbrüchigen stammt von Oskar Rassau aus Dresden das Buntglasfenster von Karl Christian Andrae – ebenfalls aus Dresden. Die Orgel stammt von E. F. Walcker, Ludwigsburg aus Baden-Württemberg. Sie ist die erste Walcker-Orgel in Sachsen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung

Ansprechpartner Annegret Fischer
Telefon: +49 351 564 50021
E-Mail: medien@smil.sachsen.de
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