Gröditz gewinnt als Newcomer beim sächsischen Innenstadt-Wettbewerb »Ab in die Mitte!«
01.12.2025, 16:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Rekordbeteiligung mit 61 Projekten aus 53 Kommunen – Sonderpreise gehen an Burgstädt und Adorf/Vogtl.
Beim 22. Innenstadtwettbewerb »Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen« wurden heute (1. Dezember 2025) in Görlitz die diesjährigen Preisträger ausgezeichnet. Mit 61 Projekten aus 53 Kommunen verzeichnet der Wettbewerb die höchste Beteiligung seit seiner ersten Auslobung im Jahr 2004. Der mit 60.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die Stadt Gröditz für das Projekt »808 Jahre später: Wir schmieden uns 'ne echte Mitte«. Zwei Sonderpreise der Staatsregierung erhielten Burgstädt (simul+Sonderpreis »Innovative Jugend«) und Adorf/Vogtl. (Sonderpreis »Einzelhandel«). Insgesamt stellten das Sächsische Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) und das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) mehr als 300.000 Euro für die Preisgelder bereit.
Regina Kraushaar, Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung und diesjährige Schirmherrin des Wettbewerbs, erklärte zur Preisverleihung: »‘Ab in die Mitte!‘ ist nicht nur ein Wettbewerb, sondern ein starkes Bekenntnis zu lebendigen Städten, die als Orte der Begegnung, für Handel und Wandel im besten Sinne des Wortes taugen. Der Wettbewerb ist erfolgreich, weil wir gemeinsam Jahr für Jahr neue Impulse für die Entwicklung unserer Innenstädte setzen können. Mehr als 680 Projekte wurden seit Beginn eingereicht – sie alle erzählen eine Geschichte von Menschen, die mit Kreativität, Engagement und Herzblut ihre Städte verändert haben. Und die Projekte sind Beispiele dafür, wie wir gemeinsam eine lebenswerte Stadtzukunft gestalten können. Das gilt für große Städte genauso wie für kleinere. Gröditz zum Beispiel, unser diesjähriger Hauptpreisträger, beweist: Starke Ideen schlummern auch in kleinen Städten!«
1. Preis für Gröditz: Ein innovativer Schritt für die Ortsmitte
Die Stadt Gröditz will mit ihrem Projekt »808 Jahre später: Wir schmieden uns ’ne echte Mitte« ein markantes Zeichen setzen, indem sie den sanierten Marktplatz zur ersten bewusst gestalteten Ortsmitte entwickelt. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Ortsmitte Gröditz‘ zu einem lebendigen, multifunktionalen Zentrum zu transformieren, das den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird. Durch die Aufwertung des Marktplatzes und angrenzender Bereiche soll nicht nur der öffentliche Raum revitalisiert, sondern auch ein Raum für Begegnung und Austausch geschaffen werden.
Das Projekt nimmt dabei nicht nur Bezug auf die historische Bedeutung des Schmiedens für die Stadt, sondern integriert moderne, zukunftsorientierte Konzepte, die eine nachhaltige und langfristige Entwicklung fördern. Gröditz hat – als Newcomer im Wettbewerb – die Jury auf Anhieb überzeugt: Die Stadt denkt nicht nur an eine neue Mitte, sondern verbindet kurzfristige Impulse mit einer klaren langfristigen Perspektive für den öffentlichen Raum. Durch die Bürgerbeteiligung in Form von Kreativtreffs und die Unterstützung lokaler Akteure wie dem städtischen Bauhof und regionalen Vereinen für die 810-Jahr-Feier wurde das Projekt von Beginn an in die Stadtgesellschaft integriert. Die Ideen greifen zentrale Herausforderungen wie Klimaanpassung, Teilhabe und den Wandel zwischen Tradition und Zukunft auf.
Im Zentrum des Projekts steht das Leitmotiv »Schmieden mit drei Schmiedefeuern«:
- Schmiedefeuer 1: Die Sanierung der Treppenstufen sowie die Bepflanzung und Installation von Sitzmöbeln mit integrierten Sportelementen soll Erwachsenen nicht nur einen komfortablen, sondern auch aktiven Treffpunkt bieten.
- Schmiedefeuer 2: Die Installation von mobilen Bike- und Skater-Elementen sowie einer WLAN-Säule und Solarladestation soll besonders die Jugendlichen ansprechen und für einen modernen, vernetzten Raum sorgen.
- Schmiedefeuer 3: Am Röderufer soll eine Freizeit- und Liegefläche entstehen, die nicht nur den Jungen und Alten gleichermaßen Raum zur Erholung bietet, sondern mit einer Angelstelle und einer Informationstafel zu Flora und Fauna auch einen ökologischen Bildungsaspekt integriert.
simul+ Sonderpreis »Innovative Jugend« geht nach Burgstädt
Der simul+ Sonderpreis »Innovative Jugend« des SMIL wurde Burgstädt für das Projekt »Jugend bewegt. Stadt erlebt: MehrWert im Wanderspace Burgstädt« verliehen. Das Vorhaben bindet Jugendliche in die Entwicklung der Innenstadt ein, als Projektmotor schaffen sie gemeinsam mit anderen Generationen neue Gestaltungsräume. Durch kreative Formate wie Graffiti, Siebdruck und Stadtgartenaktionen wird die Innenstadt bereichert. Das Projekt zeigt, ganz im Sinne der nachhaltigen Stadtentwicklung, wie junge Menschen Impulse setzen können, wenn sie nicht nur Nutzer, sondern auch Mitgestaltende sind. Der Sonderpreis ist mit 15.000 Euro dotiert.
Adorf/Vogtl. erhält Sonderpreis »Einzelhandel« des SMWA
Adorf, das Tor zum Oberen Vogtland, erhält den ebenfalls mit 15.000 Euro dotierten »Sonderpreis Einzelhandel« des SMWA für das Vorhaben »Netzwerk Perlmutter – Lebenswert in der Stadt«. Die Kleinstadt im Vogtlandkreis kann auf eine viele Hundert Jahre lange Herstellung von Perlmutter-Waren verweisen, die 2005 mit der Schließung der letzten produzierenden Firma endete. Zahlreiche Initiativen mit dem Oberthema »Perlmutter« sollen dieses Kapitel sächsischer Industriekultur weiter sichtbar machen. »Adorf hat uns mit seinem von A bis Z durchdachten Konzept überzeugt. Die Stadt im Musikwinkel beweist eindrucksvoll, wie man eine Tradition lebendig hält und in die Zukunft überträgt«, begründet Wirtschaftsminister Dirk Panter die Entscheidung des SMWA und sagt weiter: »Adorf vereint öffentliche Investitionen in das Erlebnismuseum Perlmutter mit einem themenbezogenen Wirtschaftsnetzwerk. Dabei ist es besonders erfreulich, dass sich Händler und Dienstleister mit dem Alleinstellungsmerkmal Perlmutter identifizieren und eigene innovative Ideen entwickeln – von essbaren Flussperlmuscheln in der Bäckerei über die Muschelsülze in der Fleischerei bis hin zu Perlmuttergestecken im Blumenhaus.«
Die Abschlussveranstaltung des 22. City-Wettbewerbs fand heute im »Kulturforum Görlitzer Synagoge« statt. Er wurde in diesem Jahr unter dem Motto »Unsere Stadt: Wert? MehrWert. LebensWert!« geführt.
Alle Preisträger im Überblick
1. Preis (60.000 Euro)
- Stadt Gröditz: »808 Jahre später: Wir schmieden uns 'ne echte Mitte«
2. Preis (jeweils 40.000 Euro)
- Stadt Hainichen: »balanceGLEIS«
- Große Kreisstadt Zittau: »Zittau. Dein Platz zum Bleiben!«
3. Preis (jeweils 20.000 Euro)
- Große Kreisstadt Auerbach/Vogtl.: »Schocken3 – Kino.Kultur.Kreativ«
- Große Kreisstadt Pirna: »Wohnzimmer Schössergasse«
- Stadt Pockau-Lengefeld: »Stadtzentrum als Lieblingsort – Stadt-Spiel-Mitte«
Sonderpreise
- Stadt Burgstädt: simul+ Sonderpreis »Innovative Jugend« des SMIL für das Vorhaben »Jugend bewegt. Stadt erlebt: MehrWert im Wanderspace Burgstädt« (15.000 Euro)
- Stadt Adorf/Vogtl.: Sonderpreis »Einzelhandel« des SMWA für das Vorhaben »Netzwerk Perlmutter – Lebenswert in der Stadt« (15.000 Euro)
- Große Kreisstadt Görlitz: Sonderpreis »Licht« der NEL GmbH für das Vorhaben »Die Spur der Sterne« (Sachpreis)
- Große Kreisstadt Flöha: Sonderpreis »Digitalisierung« der IT Innerebner GmbH für das Vorhaben »Flöhaer Bankgeschichten« (Sachpreis)
- Stadt Zwickau: Sonderpreis »Stadt I Planung I Recht« des Büros für Städtebau GmbH und Rechtsanwalt René Hobusch für das Vorhaben »Wurzel.Wandel.Werk. – Ein grüner Impulsraum für Zwickaus Innenstadt« (Sachpreis)
Anerkennungspreise (jeweils 10.000 Euro)
- Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz: »Mehr? Stadt. Leer! Winterdorf mit Eisbahn in Annaberg-Buchholz«
- Stadt Augustusburg: »Augustusburger 360° Klangwelt 2.0 – DAS Kulturdenkmal Mittelsachsen für das 21. Jahrhundert«
- Große Kreisstadt Hoyerswerda: »DIE ENTSCHEIDUNG! – EINE STADT TANZT«
- Stadt Leisnig: »Lebendige Apfel-Tradition mit Mehrwert – nachhaltig & regional erleben!«
- Große Kreisstadt Limbach-Oberfrohna: »Schattenseiten? Endlich mal was Gutes!«
- Stadt Oederan: »Natur- und Kunstpark DREI SCHWANEN«
- Stadt Ostritz: »Gemeinsam am runden Tisch – den Markt beleben wir«
- Große Kreisstadt Pirna: »Pirnaer Knirpse – Eine Innenstadt voller Geschichten«
- Große Kreisstadt Wurzen: »L(i)ebenswerter Markt Wurzen – ab durch die Mitte!«
- Stadt Zwickau: »Wurzel.Wandel.Werk. – Ein grüner Impulsraum für Zwickaus Innenstadt«
Hintergrund:
Der Wettbewerb »Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen« ist im Freistaat ein erfolgreiches Instrument zur kreativen und nachhaltigen Innenstadtbelebung. Bei dem 2004 ins Leben gerufenen Format handelt es sich um eine »Public Private Partnership« – eine von der privaten Wirtschaft (Industrie- und Handelskammern und weitere Sponsoren) gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen getragene Initiative. Alle Kosten, die über die Preisgelder hinausgehen, trägt die Wirtschaft. Das Sächsische Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung, das 2025 die Schirmherrschaft innehat, und das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz stellen die Preisgelder aus Haushaltsmitteln bereit.
Weitere Informationen zu den aktuellen und bisherigen Vorhaben finden Sie auf der Internetseite des City-Wettbewerbs (www.abindiemitte-sachsen.de).