Bund unterstützt weiterhin NSU-Dokumentationszentrum in Chemnitz

01.12.2025, 14:57 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Köpping: »Entscheidung des Bundestages ist großer Erfolg für die sächsische Zivilgesellschaft«

Der Bund stellt 2026 Mittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro für die Förderung des »Offenen Prozess« in Chemnitz sowie weiterer dezentraler Erinnerungsorte und Aufarbeitungsinitiativen zur Verfügung. Dies hat der Bundestag im Rahmen des Haushaltsbeschlusses für 2026 entschieden.

Sozialministerin Petra Köpping erklärt dazu: »Die Entscheidung des Bundestages ist ein großer Erfolg für die sächsische Zivilgesellschaft. Dem Projektteam von »Offener Prozess« ist mit der Einrichtung eines Dokumentationszentrums in Chemnitz entgegen mancher Widrigkeiten ein bundesweit bislang einmaliger Erfolg gelungen, der Strahlkraft weit über die Stadt hinaus entfaltet. In engem Kontakt mit den Betroffenen des NSU-Komplex leistet die Einrichtung wertvolle Bildungsarbeit, die gut angenommen wird und verstetigt werden soll. Ich freue mich deshalb sehr, dass diese Arbeit auch auf Bundesebene gewürdigt wird und weiter finanziell unterstützt werden soll. Langfristig wünsche ich dem Chemnitzer Standort eine dauerhafte Perspektive für seine wichtige Bildungsarbeit und die Aufnahme in die geplante Bundesstiftung mit dem in Nürnberg vorgesehenen Hauptstandort eines NSU-Dokumentationszentrums.«

Die sächsische Zivilgesellschaft engagiert sich seit Jahren intensiv in der Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex. Deshalb konnte das bundesweit erste Dokumentationszentrum im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz eröffnet werden. Diese Pilotphase 2024/25 finanzierten der Freistaat Sachsen und der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien mit je 2 Millionen Euro. Der »Offene Prozess« ist seit 25. Mai 2025 ein lebendiger Ort des (Ver-)Lernens und Nachdenkens, der Begegnung, des Gedenkens, Forschens und Diskutierens. In einem halben Jahr wurden in Chemnitz ca. 14.000 Besucherinnen und Besucher gezählt, über 200 Führungen mit insgesamt über 2000 Teilnehmenden erreicht und mehr als 50 Veranstaltungen sowie zahlreiche Workshops mit verschiedenen Zielgruppen angeboten.

Um die Fortsetzung dieser erfolgreichen Arbeit zu ermöglichen, hat der Sächsische Landtag im aktuellen Doppelhaushalt für 2026 erneut Mittel in Höhe von rund 2 Millionen Euro bereitgestellt. Das zivilgesellschaftliche Konsortium hat eine gGmbH gegründet, um die Arbeit im nächsten Jahr auf ein neues Fundament zu stellen und verstetigen zu können.

Hintergrund:

Eine das Dokumentationszentrum tragende Stiftung soll im Laufe des Jahres 2026 durch ein Bundesgesetz auf den Weg gebracht werden. Entsprechend der Machbarkeitsstudie der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) soll der Dezentralität des NSU-Komplex dabei durch ein Mehrstandortekonzept Rechnung getragen werden. Als bundesweit erstes Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex sollte der Standort Chemnitz in der Folge in die Stiftung integriert und seine Finanzierung durch Bund, Land und Kommune dauerhaft gesichert werden.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55055
Telefax: +49 351 564 55060
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