Förderprogramm »Weltoffenes Sachsen« zieht Bilanz: Landesweite Fachnetzwerke beenden Pilotphase erfolgreich

30.12.2025, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Demokratieministerin Köpping: »Wir verbessern das Miteinander und stärken damit gemeinsam demokratische Strukturen«

Vor drei Jahren haben fünf landesweite Fachnetzwerke, die über die Förderrichtlinie »Weltoffenes Sachsen« unterstützt werden, ihre Arbeit aufgenommen. Jedes ist dabei auf ein Themenfeld der Demokratiearbeit spezialisiert, darunter: Antisemitismus, Antiziganismus/ Antiromaismus, Rassismus sowie Muslimfeindlichkeit. Eines widmet sich speziell der Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure der Demokratiearbeit.

Im Zentrum der dreijährigen Pilotphase stand zunächst der Aufbau eines Netzwerkes, beginnend mit einer Bestandsaufnahme. Dabei wurde betrachtet, welche Akteure im Thema arbeiten und wie diese bestmöglich durch die Netzwerke fachlich unterstützt werden können. Schnell haben sich alle fünf Netzwerke als fachliche Anlaufstellen für Engagierte und auch staatliche Akteure etabliert.

Demokratieministerin Petra Köpping: »Der Aufbau von Infrastruktur ist nicht nur im Verkehrswesen wichtig für unser Land. Es braucht auch Infrastrukturen, die unsere Demokratie stärken und unser Miteinander verbessern. Es ist eine starke Leistung, dass die Netzwerke sich in wenigen Jahren zu Infrastrukturen hin entwickelt haben und bereits in die Fläche wirken. Mein großes Dankeschön geht dabei an alle Engagierten, die sich mit ihrer Kraft dafür eingesetzt haben, dass diese Entwicklung so schnell vollzogen werden konnte.«

Positive Bilanz ziehen auch die Netzwerke selbst wie zum Beispiel die Netzwerkerinnen und Netzwerker des »Bündnisses gegen antimuslimischen Rassismus«, welches in Leipzig sitzt.

Halil Ünal, Geschäftsführung Haus der sozialen Vielfalt gGmbH: »Das Bündnis wurde in den drei Jahren auf ein stabiles Fundament gestellt und zu einem breiten Netzwerk ausgebaut. Guten Kontakt haben wir neben unseren Mitgliedsorganisationen auch zum Beispiel zu lokalen Gedenk-Initiativen und Gemeinden. Zudem unterstützen uns Verbündete wie die Einstellungsforscherin Zeynep Demir (Universität Bielefeld) und Ferda Ataman (Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes).«

Robert Heinold, Geschäftsführung Soziale Dienste und Jugendhilfe gGmbH ergänzt für das Bündnis: »Unser Netzwerkwissen macht uns stolz: In den letzten Jahren hat das Team in ganz Sachsen Hintergrundgespräche und Interviews geführt, Umfragen durchgeführt und Veranstaltungen gestaltet. Einige Ergebnisse fanden Eingang in unsere Broschüre ‚Ich hatte das Gefühl, dass all diese Geschichten meine sind‘, die digital noch erhältlich ist.«

Auch für das Fachnetzwerk im Themenfeld Rassismus liegt der Erfolg in gutem Kontakten zu engagierten Partnern.

Tim Schliebener vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen ordnet ein: » Die beiden Ausstellungen ‚Leben ohne Rassismus 2.0‘ und ‚Unter Verdacht‘ waren stark gefragt. An über 30 Orten besuchten mindestens 30.000 Menschen die Ausstellungen. Die große Resonanz zeigt, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Rassismus gesellschaftlich aktiv nachgefragt wird. Der Erfolg ist nicht zuletzt lokalen Partnern wie Kirchen, Verwaltungen und sozialen Einrichtungen zu verdanken. Ebenfalls großen Zulauf erlebte die Fachreihe zu psychischer Gesundheit und Rassismus. Hier konnte das Bündnis gegen Rassismus ein neues Themenfeld und eine neue Zielgruppe erschließen.«

Lag der Fokus der Pilotphase besonders auf dem Aufbau und der Stärkung der Netzwerke im Innen, gilt es in der neuen Förderperiode ab Januar 2026 die Wirkung in der Fläche weiter auszubauen.

Staatsministerin Köpping: »Nach dem die Netzwerke nun bekannt und nachgefragt sind, liegt der Fokus ab sofort auf der Erweiterung ihres Wirkungsfeldes. Ich wünsche mir, dass hierbei insbesondere Akteure in den ländlichen Regionen sensibilisiert und gestärkt werden.«

Die ländlichen Räume hat auch das Fachnetzwerk gegen Antisemitismus in Sachsen fest im Blick: »Wir vernetzen nun seit Januar 2023 erfolgreich zivilgesellschaftliche und staatliche Akteurinnen und Akteure, die sich gegen Antisemitismus und für die Stärkung jüdischen Lebens engagieren. In allen sächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten haben wir Tagungen durchgeführt. Besonders wertvoll ist der Kontakt zu Initiativen in ländlichen Regionen, deren Sichtbarkeit und Wirksamkeit dadurch gestärkt wird. Das stetig gewachsene Netzwerk zeigt, wie wichtig eine langfristige Zusammenarbeit in der Antisemitismusbekämpfung ist. In der kommenden Förderperiode startet ein neues partizipatives ‚Akteursformat‘, das lokale Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt und gemeinsam entwickelte Veranstaltungen ermöglicht.«, so Kristin Kaufmann vom Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V.

Hintergrund:
Die Förderung über die Richtlinie »Weltoffenes Sachsen« (WOS) erfolgt grundsätzlich in den Bereichen landesweite Fachnetzwerke, regionale Netzwerke, Projekte zur Demokratieförderung, Kleinprojekte und Bildungsfahrten. Besonders im Fokus stehen Projekte, die sich an lokalen Bedürfnissen orientieren und die lokal und regional vernetzt sind. Gefördert werden können beispielsweise Maßnahmen, die Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus abbauen helfen.

Über die Richtlinie können bis zu 95 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert werden. Für das Jahr 2025 standen auf Grundlage des durch die Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes insgesamt 9,24 Millionen Euro zur Verfügung. Für das Jahr 2026 belaufen sich die Mittel auf 9,32 Millionen Euro.

Mehr Informationen: https://www.demokratie.sachsen.de/weltoffenes-sachsen.html


Weiterführende Links

Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55055
Telefax: +49 351 564 55060
E-Mail: presse@sms.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang