Einsatz der Polizei zur Silvesternacht 2025
01.01.2026, 13:37 Uhr — 1. Korrektur (aktuell)
Medieninformation der Polizeidirektion Leipzig Nr. 1|26
Ersteller: Olaf Hoppe
Ort: Leipzig, Landkreise Leipzig und Nordsachsen
Zeit: 31.12.2025, 18:00 Uhr bis 01.01.2026, 06:00 Uhr
Die Polizeidirektion Leipzig führte in der Silvesternacht mit einem hohen Kräfteansatz in den Revieren, unterstützt durch die Aufrufhundertschaft der Reviere, die Einsatzhundertschaft der Inspektion Zentrale Dienste sowie drei Hundertschaften der sächsischen Bereitschaftspolizei einen Einsatz zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch. Insgesamt ist eine Tendenz erkennbar, dass größere Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei einschreiten muss, rückläufig sind und die bisherigen Brennpunkte wie der Leipziger Süden um das Connewitzer Kreuz, der Augustusplatz und der Osten mit der Eisenbahnstraße dahingehend aus dem Fokus rücken.
In den zwölf Nachtstunden rückten Streifenbeamte zu über 320 Einsätzen aus. Dazu kamen die Ereignisse, die durch den Führungsstab der Polizeidirektion Leipzig mit den Polizeihundertschaften bewältigt wurden. Einige davon werden im Folgenden dargestellt:
Im Leipziger Zentrum wurden vor Mitternacht mehrfach Personen kontrolliert, darunter auch Kinder und Jugendliche, die Feuerwerk der Kategorie F4 mit sich führten. Dazu wurden Strafanzeigen erstattet. Gegen 23:30 Uhr stellten Einsatzkräfte auf dem Augustusplatz eine männliche Person fest, die mit Pyrotechnik in die Menschenmenge feuerte. Bei der Feststellung der Person leistete diese Widerstand. Ebenso konnte kurz nach Mitternacht ein Mann festgenommen werden, der mit einer Schreckschusswaffe in die Luft schoss. Gegen beide Tatverdächtige wird nun ermittelt.
Im Leipziger Süden wurden vor Mitternacht und im Verlauf der Neujahrsnacht immer wieder Gegenstände durch Störer in Brand gesetzt. Im Bereich der Kochstraße sicherten Polizeikräfte den Rettungsdienst gegen 00:17 Uhr bei Erste-Hilfe-Maßnahmen ab und wurden dabei mit Pyrotechnik durch Unbekannte beworfen. Hierbei wurden zwei Dienstfahrzeuge beschädigt.
Gegen 00:22 Uhr wurden im Bereich des Polizeipostens in der Wiedebachstraße aus einer Gruppe von 30 bis 40 Personen heraus Steine, Pyrotechnik und Farbgläser in Richtung der Einsatzfahrzeuge und der eingesetzten Bereitschaftspolizisten geworfen. Eine Polizistin (25) wurde mutmaßlich durch Pyrotechnik dabei leicht verletzt, blieb aber dienstfähig. Drei Dienstfahrzeuge wurden beschädigt. Die Ermittlungen werden hier wegen des Anfangsverdachts eines Landfriedensbruchs geführt.
Gegen 00:40 Uhr wurden im Rahmen von Löscharbeiten an einer Barrikade auf der Bornaischen Straße die Einsatzkräfte der Branddirektion und der Polizei mit Flaschen und Pyrotechnik angegriffen. Dabei wurde ein Feuerwehrmann verletzt, er erlitt ein Knalltrauma. Ein Dienstfahrzeug wurde hier durch Bewurf beschädigt. Eine Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs wurde aufgenommen.
Gegen 02:30 Uhr erfolgte der Einsatz eines Wasserwerfers zur Brandbekämpfung im Bereich des Connewitzer Kreuzes.
Die Branddirektion ersuchte die Polizei noch vor Mitternacht im Leipziger Stadtteil Grünau um Unterstützung, da im Bereich der Stuttgarter Allee Einsatzkräfte unter anderem mit Pyrotechnik attackiert wurden. Der Angriff war so massiv, dass sich die Feuerwehr und die Aufrufhundertschaft zurückziehen mussten. Mit Zuführung einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit erfolgte dann ein Zugriff und die Umschließung von circa 20 Personen. Ihre Identitäten wurden in der Folge festgestellt und sie erkennungsdienstlich behandelt. Gegen 23 Tatverdächtige laufen nun die Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs.
Im Leipziger Osten im Bereich der Eisenbahnstraße wurden mehrere Personen kontrolliert. Einsatzkräfte stellten bei einer mehr als 70x Feuerwerk der Kategorie F4 sicher. In weiteren Fällen erfolgten Sicherstellungen von kleineren Mengen von Betäubungsmitteln. Am Otto-Runki-Platz wurde gegen 00:20 Uhr eine männliche Person festgestellt, die sich einen Finger durch Pyrotechnik weggesprengt hatte. Diese wurde an den Rettungsdienst übergeben.
Polizeipräsident René Demmler dazu: »Trotz des überwiegend friedlichen Verlaufs waren Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr stark gefordert. Der Einsatz der vielen Kräfte in der Silvesternacht war notwendig und angemessen. Die Angriffe auf Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei sind inakzeptabel und klar zu verurteilen.«
Brand eines Garagenanbaus in Leipzig
Am Silvesterabend gegen 20:50 Uhr zerstörte ein Feuer einen Garagenanbau im Leipziger Ortsteil Thekla in der Lengefelder Straße weitgehend. Die Brandursache ist noch unklar. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 10.000 Euro. Die Ermittlungen zum Geschehen wegen fahrlässiger Brandstiftung führt die Kriminalpolizeiinspektion.
Sprengung eines Stromkastens der Wasserwerke in Jesewitz
In Gotha, einem Ortsteil von Jesewitz im Landkreis Nordsachsen, sprengten Unbekannte gegen 21:00 Uhr mutmaßlich mittels Pyrotechnik einen Stromkasten der Wasserwerke. Es entstand Sachschaden in Höhe von circa 5.000 Euro. Die Einrichtung ist für die Versorgung der Abpumptechnik des Abwassers in Gotha notwendig. Der Anschluss wurde vorsorglich vom Netz genommen. Andere Anlagen übernahmen die Funktion, so dass es schlussendlich keine Auswirkungen auf die örtliche Bevölkerung hatte. Die Polizei ermittelt wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.
Wohnungsbrand im Leipziger Zentrum
Durch Einsatzkräfte der Feuerwehr, die wegen eines Brandmeldereinlaufes einer Gaststätte am Leipziger Markt im Einsatz waren, wurde gegen 21:15 Uhr ein Wohnungsbrand in der Katharinenstraße wahrgenommen. So konnte das Feuer sehr schnell gelöscht werden. Nach der Belüftung der Flure konnten die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Nur die vom Brand unmittelbar betroffene Wohnung blieb unbewohnbar. Personen wurden nicht verletzt. Ein Brandursachenermittler wird noch zum Einsatz kommen. Die Ermittlungen zum Geschehen wegen fahrlässiger Brandstiftung führt die Kriminalpolizeiinspektion.
Zigarettenautomat in Wurzen gesprengt
In Wurzen, in der Theodor-Körner-Straße, versuchten gegen 23:30 Uhr Unbekannte einen Zigarettenautomaten auf bisher nicht bekannte Art und Weise aufzusprengen. Der Automat wurde dabei beschädigt, blieb aber verschlossen. Die Ermittlungen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion wurden aufgenommen. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt.
Brand eines Carports in Dreiheide
Kurz nach 01:00 Uhr brannte in Weidenhain im Landkreis Nordsachsen ein Carport vollständig ab, nachdem er auf bisher unbekannte Art und Weise in Brand geraten war. Ein Anwohner, welcher Hilfe leistete, zog sich eine Rauchgasintoxikation zu und wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Das Feuer wurde durch die umliegenden Freiwilligen Feuerwehren gelöscht. Es entstand Sachschaden von circa 15.000 Euro. Die Ermittlungen zum Branddelikt wurden aufgenommen.
Hotelzimmerbrand in Leipziger Innenstadt
Ab 01:00 Uhr waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in einem Hotel in der Leipziger Innenstadt im Einsatz. Durch einen Tatverdächtigen (42, deutsch) wurde auf zwei Ebenen im Flurbereich Feuer gelegt. Die Rauchmeldeanlage und die schnelle Brandbekämpfung verhinderten größere Schäden. Ein Hotelmitarbeiter musste mit Verdacht der Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung führt das Fachkommissariat für Branddelikte.
Sprengung Fahrkartenautomat
Um 02:09 Uhr wurde durch unbekannten Täter Pyrotechnik im Ausgabeschacht eines Fahrkartenautomaten der LVB im Bereich Karl-Liebknecht-Str./Haltestelle Connewitz zur Umsetzung gebracht. Die Tür des Automaten wurde dadurch erheblich beschädigt, blieb aber verschlusssicher. Die Höhe des Sachschadens wurde mit circa 80.000 Euro beziffert.
Auch hier wurden die Ermittlungen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen.
Brand eines Mercedes
Gegen 02:35 Uhr löschte die Feuerwehr in Engelsdorf einen am Straßenrand geparkten Mercedes CLK 200. Dieser war auf unbekannte Art und Weise in Brand geraten. Erste Hinweise deuten auf den Einsatz von Pyrotechnik hin. Es entstand Sachschaden in Höhe von circa 10.000 Euro.
Der Großteil der Bevölkerung im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig feierte friedlich den Jahreswechsel von 2025 zu 2026.
Die Polizeidirektion Leipzig wünscht allen ein gesundes und friedliches Jahr und hofft darauf, dass 2026 mehr Zusammenhalt, mehr gegenseitige Achtung und mehr Gemeinsinn die zentralen Bausteine sind, damit es sicherer wird.
Weitere Medieninformationen
Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes nach Auseinandersetzung
Ort: Leipzig, Eisenbahnstraße
Zeit: 31.12.2025, gegen 14:40 Uhr
Im Rahmen einer zunächst verbalen und später in körperliche Übergriffe mündenden Auseinandersetzung vor einem Ladengeschäft wurde durch einen unbekannten Täter ein Stichwerkzeug eingesetzt. Ein 22-Jähriger (somalisch) wurde dabei so schwer verletzt, dass er unter Reanimationsmaßnahmen in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sofort wurden Einsatzkräfte der Polizeidirektion Leipzig zum Ort entsandt und der Bereich abgesperrt. Dabei wurde auch der öffentliche Personennahverkehr beeinträchtigt. Die Kriminalpolizeiinspektion führt die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Vor diesem Hintergrund sind derzeit keine weiteren Angaben möglich. Die Sperrung der Eisenbahnstraße dauert knapp über 30 Minuten.
Diebstahl von Kabeln einer Windkraftanlage
Ort: Pegau
Zeit: 31.12.2025, 12:08 Uhr (polizeibekannt)
In Pegau brachen Unbekannte in eine Windkraftanlage ein und stahlen mehrere Kabel. Es entstand ein noch nicht bezifferbarer Schaden.
Unbekannte verschafften sich Zugang zu einer Windkraftanlage, stahlen Schlüssel und gelangten so in ein Windrad. Hier wurden Kabel gestohlen. Vor Ort wurden durch Kriminaltechniker Spuren gesichert. Die Ermittlungen wegen des besonders schweren Falls des Diebstahls wurden aufgenommen.