Sachsen stärkt Medienbildung ab Klasse 1
21.01.2026, 15:55 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Wie lässt sich die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern steigern und welche Rolle sollten mobile Endgeräte in weiterführenden Schulen spielen? Diese Fragen diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Bildungsverwaltung beim Fachtag Medienpädagogik heute (21.01.2026) in Dresden.
Nach der Ankündigung von Kultusminister Conrad Clemens beim sogenannten »Handygipfel« am 28. August 2025, die Medienbildung ab Klasse 1 zu stärken, wurde nun über den Entwurf eines Orientierungsrahmens diskutiert, der genau das zum Ziel hat. Dabei geht es um Hilfestellungen für Lehrkräfte zur altersgerechten Vermittlung medienpädagogischer Inhalte. Der Orientierungsrahmen veranschaulicht den Zusammenhang zwischen der bestehenden Verankerung von Medienbildung in den Lehrplänen und der Medienrealität von Kindern und Jugendlichen in den Altersstufen. Zudem zeigt er entsprechende Unterstützungsangebote und -materialien für den Unterricht auf und stärkt so insgesamt die Medienbildung in Sachsens Schulen. Ziel ist es, den Schulen den Orientierungsrahmen bereits zum Schuljahr 2026/27 zur Verfügung zu stellen. Darin enthalten sind auch pädagogische und rechtliche Leitlinien für den Umgang mit privaten Endgeräten an weiterführenden Schulen. Für die Grundschulen ist die Nutzung privater Endgeräte bereits ab dem kommenden Schulhalbjahr mit einigen wenigen medizinischen und pädagogischen Ausnahmen verboten. Darüber hinaus wurde bei dem heutigen Fachtag über die Ausgestaltung eines Medienpasses für die Klassenstufen 5 bis 8 diskutiert, der derzeit erarbeitet und ab dem kommenden Schuljahr in Sachsen eingeführt wird. Schülerinnen und Schüler setzen sich auf diese Weise altersgerecht mit Herausforderungen wie Desinformation, Social Media und Online-Spielen auseinander. Dazu erhalten Schulen passende digitale Unterrichtsmodule und Begleitmaterialien.
Kultusminister Conrad Clemens: »Digitale Medien prägen den Alltag junger Menschen – in der Schule ebenso wie in der Freizeit. Deshalb stärken wir den Wissenserwerb von Schülerinnen und Schülern über digitale Medien und fördern zugleich eine reflektierte und gesunde Mediennutzung. Davon profitieren die Kinder und Jugendlichen im Unterricht und darüber hinaus. Ich freue mich über die breite Diskussion auf unserem Fachtag. Gemeinsam haben wir konkrete Ideen erarbeitet wie die Einführung eines Medienpasses und kluge Leitlinien für die digitale Bildung. Diese Ergebnisse werden wir bereits zum kommenden Schuljahr umsetzen. Darüber hinaus kann ich mir ein Verbot privater Handys in den Klassenstufen 5 bis 8 vorstellen. Wie das umgesetzt werden könnte, werden wir jetzt weiter besprechen. Der Fachtag hat deutlich gezeigt: Wir brauchen weniger privates Handy und mehr Medienkompetenz.«