Kein Freischütz für Dresden: SLUB eröffnet im Jubiläumsjahr Ausstellung mit Originalexponaten zu Carl Maria von Weber

03.02.2026, 15:40 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Die originale Stimmgabel Webers, eine Leihgabe aus dem Stadtmuseum Dresden (© Ramona Ahlers-Bergner)

Die originale Stimmgabel Webers, eine Leihgabe aus dem Stadtmuseum Dresden

Die originale Stimmgabel Webers, eine Leihgabe aus dem Stadtmuseum Dresden (© Ramona Ahlers-Bergner)

Die originale Stimmgabel Webers, eine Leihgabe aus dem Stadtmuseum Dresden

Die originale Stimmgabel Webers, eine Leihgabe aus dem Stadtmuseum Dresden
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Kostümentwürfe (© Ramona Ahlers-Bergner)

Kostümentwürfe und Briefe lassen Besucher:innen in die Dresdner Musikwelt des 19. Jahrhunderts eintauchen.

Kostümentwürfe (© Ramona Ahlers-Bergner)

Kostümentwürfe und Briefe lassen Besucher:innen in die Dresdner Musikwelt des 19. Jahrhunderts eintauchen.

Kostümentwürfe und Briefe lassen Besucher:innen in die Dresdner Musikwelt des 19. Jahrhunderts eintauchen.
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Blick in die Schatzkammer des Buchmuseums, wo die originalen Weber-Handschriften zu sehen sind (© Ramona Ahlers-Bergner)

Blick in die Schatzkammer des Buchmuseums, wo die originalen Weber-Handschriften zu sehen sind

Blick in die Schatzkammer des Buchmuseums, wo die originalen Weber-Handschriften zu sehen sind (© Ramona Ahlers-Bergner)

Blick in die Schatzkammer des Buchmuseums, wo die originalen Weber-Handschriften zu sehen sind

Blick in die Schatzkammer des Buchmuseums, wo die originalen Weber-Handschriften zu sehen sind
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Blick in die Ausstellung mit Porträt Carl Maria von Webers (© Ramona Ahlers-Bergner)

Blick in die Ausstellung mit Porträt Carl Maria von Webers (© Ramona Ahlers-Bergner)

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Der originale Programmzettel der Dresdner Erstaufführung des Freischütz 1822 ist in der Ausstellung ebenso zu sehen das am Hoftheater verwendete Stimmmaterial der Silvana. (© Ramona Ahlers-Bergner)

Der originale Programmzettel der Dresdner Erstaufführung des Freischütz 1822 ist in der Ausstellung ebenso zu sehen das am Hoftheater verwendete Stimmmaterial der Silvana.

Der originale Programmzettel der Dresdner Erstaufführung des Freischütz 1822 ist in der Ausstellung ebenso zu sehen das am Hoftheater verwendete Stimmmaterial der Silvana. (© Ramona Ahlers-Bergner)

Der originale Programmzettel der Dresdner Erstaufführung des Freischütz 1822 ist in der Ausstellung ebenso zu sehen das am Hoftheater verwendete Stimmmaterial der Silvana.

Der originale Programmzettel der Dresdner Erstaufführung des Freischütz 1822 ist in der Ausstellung ebenso zu sehen das am Hoftheater verwendete Stimmmaterial der Silvana.
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Blick in die Ausstellung mit Originalkostümen der Euryanthe-Inszenierung in der Semperoper von 2006 (© Ramona Ahlers-Bergner)

Blick in die Ausstellung mit Originalkostümen der Euryanthe-Inszenierung in der Semperoper von 2006

Blick in die Ausstellung mit Originalkostümen der Euryanthe-Inszenierung in der Semperoper von 2006 (© Ramona Ahlers-Bergner)

Blick in die Ausstellung mit Originalkostümen der Euryanthe-Inszenierung in der Semperoper von 2006

Blick in die Ausstellung mit Originalkostümen der Euryanthe-Inszenierung in der Semperoper von 2006

2026 jährt sich der Todestag Carl Maria von Webers (* 1786 in Eutin, † 1826 in London) zum 200. Mal. Zum Jubiläum widmet die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden dem Komponisten eine Ausstellung, die ihn über seinen berühmten Freischütz hinaus als Wegbereiter einer »deutschen Oper« präsentiert. Es ist die einzige Schau, die zum Jubiläumsjahr in Dresden originale Weber-Handschriften wie das Autograph der Oper Euryanthe zeigt. Daneben stehen Exponate wie ein Originalkostüm aus der gleichnamigen Semperoper-Inszenierung von 2006 und die Stimmgabel Webers, eine Leihgabe aus dem Stadtmuseum Dresden.

Eröffnet wird die Ausstellung »Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper« am 3. Februar 2026 um 19:00 Uhr. Anschließend ist sie vom 4. Februar bis 6. Juni 2026 im Buchmuseum der SLUB Dresden (Zellescher Weg 18, 01069 Dresden, 2. OG) bei freiem Eintritt zu sehen. Mit der neuen Ausstellung gelten im Buchmuseum leicht veränderte Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 12:00 bis 18:00 Uhr. Das Begleitprogramm bietet neben Kuratorinnenführungen auch Konzerte und Vorträge. Ein Höhepunkt ist die Aufführung von Webers Singspiel Abu Hassan als Figurentheater am 26. Februar um 19:30 Uhr in der SLUB.

Katrin Stump, Generaldirektorin der SLUB Dresden: »Die SLUB Dresden bewahrt das historische Notenarchiv der Sächsischen Staatsoper und damit zentrale Zeugnisse der Dresdner Weber-Rezeption für nachfolgende Generationen. Durch gezielte Erwerbungen erweitern wir diese Sammlung stetig – ein reicher Fundus für unsere Ausstellung zum Jubiläumsjahr. Spitzenstücke wie das Autograph der Oper Euryanthe sind erstmals wieder öffentlich zu sehen. Leihgaben, z.B. aus der Semperoper und dem Stadtmuseum, ermöglichen ein umfassendes Bild des Komponisten in seiner Dresdner Zeit.«

Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur, Wissenschaft und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden: »Der 200. Todestag Carl Maria von Webers bietet Anlass, sein musikalisches Erbe in Dresden aus neuen Perspektiven zu entdecken. Die Ausstellung der SLUB rückt Weber über den Freischütz hinaus als Wegbereiter der deutschen Oper in den Fokus und macht mit einzigartigen Originalexponaten seine Dresdner Wirkungszeit unmittelbar erfahrbar. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die diese Ausstellung realisiert haben und damit das Jubiläumsjahr in unserer Stadt mitgestalten.«

Nora Schmid, Intendantin der Semperoper Dresden: »Mit dieser Ausstellung öffnet die SLUB ein einzigartiges Fenster in Dresdens musikalische Geschichte. Carl Maria von Weber prägte die Dresdner Oper als Komponist, Dirigent, Impulsgeber der romantischen Oper und Kulturmanager so nachhaltig, dass sein Schaffen in Dresden auch heute noch unvermindert spürbar ist. Viele Exponate dieser Ausstellung stammen aus dem Bestand der Semperoper Dresden, die im Jubiläumsjahr den Kulturdialog mit der SLUB mit Webers Erbe fortführt und so dazu beiträgt, neue Perspektiven auf diese außerordentliche Künstlerpersönlichkeit zu öffnen.«

Prof. Dr. Manuel Gervink, Erster Vorsitzender der Internationalen Carl Maria von Weber-Gesellschaft: »Für Dresden gab es keinen Freischütz, so der gleichermaßen originelle wie ehrliche Titel dieser Ausstellung. Damit nicht genug: Die Euryanthe war für Wien, der Oberon für London, wo Weber auch starb – und erst Richard Wagner konnte 18 Jahre nach Webers Tod seine sterblichen Überreste nach Dresden überführen lassen. Das Weber-Museum in Hosterwitz ist für lange Zeit geschlossen; in Eutin, das vor kurzem seine Festspiele beerdigt hat, wurde Webers Geburtshaus vor Jahren nur knapp vor dem Verfall gerettet. Die Gesamtausgabe der Werke wird in Berlin und Detmold erstellt. Kann sich Dresden trotzdem als »Weber-Stadt« bezeichnen? – Doch, denn Dresden war die Stadt, die Weber recht eigentlich »domestiziert« hat – weil sie ihm das gesamte künstlerische Umfeld gab, das er benötigte. Davon zeugt diese Ausstellung in besonderer Weise.«

Weber als Wegbereiter einer »deutschen Oper« – Ausstellung zeigt Wirken des Komponisten in seiner Dresdner Zeit

Carl Maria von Weber kam 1817 als Kapellmeister des neu gegründeten »Deutschen Departements« an das Dresdner Hoftheater und blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1826. In der Ausstellung können Besucher:innen sein Wirken in dieser Zeit nachvollziehen.

Dazu Kuratorin Dr. Andrea Hammes: »Parallel zu seiner Tätigkeit als Dirigent verfolgt Weber die Entwicklung eines neuartigen Opernkonzepts. Der Freischütz gilt schließlich als erste »deutsche Nationaloper«. Gleichzeitig steht Weber als Opernkomponist zu seiner Dresdner Wirkungsstätte in einem komplizierten Verhältnis: Er schreibt keine Oper für die Uraufführung auf der Dresdner Bühne, u.a. aufgrund der unzureichenden Qualität des Sängerpersonals. Der Freischütz z.B. wird 1821 in Berlin uraufgeführt und kommt erst im Jahr darauf nach Dresden.«

Der originale Programmzettel der Dresdner Erstaufführung des Freischütz 1822 ist in der Ausstellung ebenso zu sehen wie die handgeschriebene Partitur der Oper Euryanthe, das am Hoftheater verwendete Stimmmaterial der Silvana und Webers Dirigierpartitur zu Étienne-Nicolas Méhuls Helena. Auch die autographe Dirigierpartitur der Jubelkantate, die Weber zum 50. Regierungsjubiläum von Friedrich August I. im Jahr 1818 komponierte, wird präsentiert. Kostümentwürfe und Briefe, z.B. von Weber an den Verleger Carl Friedrich Peters, lassen Besucher:innen in die Dresdner Musikwelt des 19. Jahrhunderts eintauchen.


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