Baubeginn für Behelfsbrücke über Bahngleise ab Mai – Verkehrsministerin informiert in Bad Schandau
06.03.2026, 08:02 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Kraushaar erläutert Zeitplan für Behelfsbrücke und Neubau auf Bahnhofsseite beim Bürgerdialog vor Ort
In Bad Schandau hat Verkehrsministerin Regina Kraushaar Anwohnern am gestrigen Donnerstag (5. März 2026) den aktuellen Stand der Planungen für die Behelfsbrücke über die Bahngleise in Bad Schandau vorgestellt. Im Mittelpunkt des Bürgerdialogs standen der Zeitplan, die anstehenden Vorarbeiten und die Auswirkungen auf Verkehr und Wanderwege. Denn am heutigen Freitag startet das Vergabeverfahren für die Bauleistungen der Behelfsbrücke, der Baubeginn ist ab Mai 2026 vorgesehen. Zudem wurde auch über den derzeitigen Sachstand bei der Elbebrücke und der Brücke über die Bahngleise an der Staatsstraße 169 informiert.
Staatsministerin Regina Kraushaar: »Die Menschen vor Ort sollen gut informiert sein: Was passiert jetzt konkret und welche Meilensteine sind gesetzt? Deshalb war ich gestern Abend gemeinsam mit den Fachkolleginnen und -kollegen aus meinem Haus in Bad Schandau, um die nächsten Schritte zu erläutern und Fragen zu beantworten. So bringen wir mit dem Start der Ausschreibung am 6. März beispielsweise die Behelfsbrücke über die Bahngleise in die Umsetzung. Wir machen Tempo, um die Einschränkungen in der Region bestmöglich und so zu begrenzen, wie es technisch möglich ist.«
Vorarbeiten sind weit vorangekommen
In den vergangenen Monaten wurden bereits die Grundlagen für die Behelfsbrücke geschaffen: Die Planung der Montagetechnologie ist abgeschlossen, Abstimmungen mit der Deutschen Bahn zu notwendigen Sperrpausen wurden erfolgreich geführt, die notwendigen Baumfällungen sind erledigt. Parallel lief die europaweite Ausschreibung für die zur Herstellung des Widerlagers erforderliche Hangsicherung. Diese Arbeiten sollen noch im März vergeben werden.
Hangeingriff ab April als Vorleistung
Als Teil der Vorarbeiten für die Errichtung des Widerlagers der Behelfsbrücke ist der Hang entlang der B 172 abzusichern. Diese Hangsicherung ist von April bis Juli 2026 geplant. Dabei soll der Verkehr überwiegend halbseitig an den Arbeiten vorbeigeführt werden. Technologisch bedingt werden aber auch kurze mehrtägige Vollsperrungen der B 172 erforderlich sein. Diese werden rechtzeitig vorher mit den Beteiligten abgestimmt und darüber informiert. Während der Bauzeit wird ein Wanderweg gesperrt, Wanderer werden über regionale Wege umgeleitet. Die Kosten für diese Vorleistung sind mit rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt.
Behelfsbrücke: Bau ab dem dritten Quartal 2026
Für die Errichtung der Behelfsbrücke soll der Zuschlag für die Ausschreibung Anfang Mai erteilt werden. Die Bauzeit ist vom dritten Quartal 2026 bis zum ersten Quartal 2027 vorgesehen. Zu den konkreten Terminen wird informiert, wenn das Vergabeverfahren abgeschlossen ist. Die Arbeiten finden weitestgehend unter halbseitiger Verkehrsführung statt. Damit die Bundesstraße an die Behelfsbrücke angeschlossen werden kann, sind jedoch kurze Vollsperrungen notwendig.
Zum Einsatz kommt eine Behelfsbrücke mit rund 630 Tonnen Konstruktionsstahl. Die Brückenteile sollen in Vorschubbauweise in die endgültige Position verschoben werden. Der für diesen Verschub konstruktiv notwendige Vorbauschnabel wiegt zusätzlich rund 140 Tonnen. Die Kosten für die Behelfsbrücke liegen bei rund 10 Millionen Euro. Darin sind auch die laufenden Kosten für Wartung und Reparaturen während der gesamten Nutzungsdauer enthalten.
Ausblick für Ersatzneubau der Brücke über die Bahngleise
Die Planung des Ersatzneubaus wird unter Hochdruck ausgeführt. Voraussetzung für die nächsten Meilensteine ist, dass in Abstimmung mit der Deutschen Bahn die notwendigen Sperrpausen genehmigt werden können. Die weitere Terminkette steht deshalb unter Vorbehalt.
Überwachung zeigt sicheren Zustand der Elbebrücke
Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen und die Dauerüberwachung zeigen, dass die Elbebrücke sich in einem sicheren Zustand befindet. Mit dem festgelegten Sicherheitsniveau kann mittelfristig einen sicheren Betrieb gewährleistet werden. Bis Mai 2026 wird die Überprüfung der Einschränkung von 30 Tonnen abgeschlossen, damit dann die Elbebrücke wieder ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Gleichzeitig wird bis Mitte 2026 ein Variantenvergleich erarbeitet. Auf Grundlage dieses Variantenvergleiches werden die weiteren Schritte festgelegt.
S 169-Brücke: nächste Materialtests Mitte März
Die Brücke über die Bahn der Staatsstraße 169 ist eines von 19 Bauwerken, das durch die Straßenbauverwaltung nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden einer Sonderprüfung unterzogen wurde. Die ersten Materialuntersuchungen sind bisher unauffällig. Es sind weitere Materialbeprobungen mit Spannstahlentnahmen Mitte März geplant. Die Probeentnahme erfolgen mit einspuriger Verkehrsführung. Mit den ersten Ergebnissen der Laboruntersuchungen wird im April 2026 gerechnet.
Mit Blick auf die Belange der Anwohner und Pendler werden alle Planungen unter Hochdruck vorangetrieben. Die Auswirkungen auf den Verkehr und den Alltag vor Ort sollen so gering wie möglich gehalten werden. Dafür wird weiterhin regelmäßig über die Fortschritte, Veränderungen im Planungs- und Bauablauf, sowie die verkehrlichen Einschränkungen in den jeweiligen Bauabschnitten informiert.