Sachsens Kulturministerium und der Bibliotheksverband Sachsen fordern die Finanzierung des Erweiterungsbaus für die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Wolfram Weimer
17.03.2026, 15:44 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Gemeinsame Pressemitteilung von SMKT und Bibliotheksverband Sachsen
Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) wurde 1912 als Deutsche Bücherei in der Verlagsstadt Leipzig gegründet, um das gesamte nationale Schrifttum und im Ausland erscheinende Werke in deutscher Sprache zu sammeln, dauerhaft zu archivieren und für die Nutzung zur Verfügung zu stellen. Geregelt ist im aktuellen Gesetz über die DNB, dass alle in Deutschland erschienenen Druckwerke in zweifacher Ausführung archiviert werden müssen.
Da das Volumen an gedruckt erscheinenden Büchern, Zeitschriften und Zeitungen in Deutschland nach wie vor hoch ist, benötigt die DNB einen neuen klimastabilen Magazinbau, um ihrem gesetzlichen Auftrag nachzukommen. Den seit 2018 in enger Abstimmung mit allen Zuständigen geplanten Erweiterungsbau für den Leipziger DNB-Standort hatte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, mit der Begründung abgelehnt, die Sammlung gedruckter Werke sei nicht mehr zeitgemäß und die DNB solle stattdessen stärker auf digitale Inhalte setzen.
Diese Argumentation verkennt zum einen, dass die DNB bereits in großem Umfang digitale Publikationen sammelt – der Neubau sollte auch ein dringend benötigtes Data-Center enthalten – und macht einen Gegensatz zwischen digital und analog auf, der zu kurz greift und nicht gerechtfertigt ist. Das mediale und kulturelle Erbe Deutschlands muss in beiden Formen dauerhaft gesichert werden, wozu es verlässlicher, resilienter Infrastrukturen bedarf – also Magazinbauten und Datenspeicher.
Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch erklärt dazu: »Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig ist ein zentraler Anker unserer Kulturlandschaft. Die Digitalisierung und das gedruckte Buch dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – wir brauchen beides. Der Erweiterungsbau ist notwendig, um das kulturelle Erbe Deutschlands auch künftig verlässlich zu sichern.«
Lars Rohwer, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband (Bibliotheksverband Sachsen), betont: »Die DNB ist das nationale Gedächtnis, fördert mit ihren Diensten und Angeboten die Informations- und Meinungsfreiheit und stärkt somit zentrale Werte unserer demokratischen Gesellschaft. Damit sie diese wichtige Aufgabe auch weiterhin gut erfüllen kann, braucht sie entsprechende Rahmenbedingungen, Verlässlichkeit und die Unterstützung der politischen Entscheidungsträger. Daher sollte der Erweiterungsbau, der mit dem integrierten Datenspeicher auch eine zukunftsweisende Investition in den Gründungsstandort der DNB darstellt, nach dem umfassenden Planungsprozess nun auch realisiert werden.«
Der Bibliotheksverband Sachsen als viertgrößter Landesverband im Deutschen Bibliotheksverband e.V. vertritt die Interessen von mehr als 390 Öffentlichen und 43 wissenschaftlichen Bibliotheken im Freistaat Sachsen.
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