Staatsministerin Barbara Klepsch nimmt an der Eröffnung des neuen Gedenkortes Torgau-Brückenkopf teil
13.04.2026, 13:43 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Erstmals Erinnerung an die Verfolgten der NS-Militärjustiz am historischen Ort
Mit der Eröffnung des Gedenkortes Torgau-Brückenkopf an diesem Dienstag (14. April 2026) wird ein zentraler Ort nationalsozialistischen Unrechts erstmals öffentlich zugänglich gemacht und in die sächsische Erinnerungslandschaft integriert. Die Errichtung des Gedenkortes wurde vom Freistaat Sachsen mit 150.000 Euro aus Mitteln aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (sogenannte »PMO-Mittel«) finanziert.
Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus und Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Sächsische Gedenkstätten erklärt: »Die NS-Militärjustiz war ein zentrales Instrument der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Dennoch steht ihre Verbrechensgeschichte heute nicht immer im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Mit dem neuen Gedenkort am historischen Ort bieten sich nun neue Möglichkeiten für die Bildungs- und Vermittlungsarbeit zu diesem wichtigen Thema.«
Während des Zweiten Weltkriegs war Torgau mit den Militärgefängnissen »Fort Zinna« und »Brückenkopf« und als Sitz des »Reichskriegsgerichts« Zentrum der Wehrmachtjustiz. Mehr als 60.000 Verurteilte waren in den Gefängnissen inhaftiert, mehrere Hundert wurden hingerichtet. Die Gedenkstätte Gedenkort Torgau mit Sitz in Schloss Hartenfels beleuchtet in ihrer im Jahr 2024 neu eröffneten Dauerausstellung "Mut und Ohnmacht" nicht nur die Verbrechen der NS-Militärjustiz, sondern auch die Geschichte der sowjetischen Speziallager und der DDR-Haftanstalten in Torgau.
Das Militärgefängnis Brückenkopf diente während der NS-Zeit zugleich als Haft- und Hinrichtungsstätte. Bislang gab es am historischen Ort selbst keine Informationen zu den dort begangenen Verbrechen. Mit dem neuen Gedenkort im Hof des ehemaligen Gefängnisses wird nun erstmals eine unmittelbare Auseinandersetzung mit dieser Geschichte ermöglicht.
Für den Gedenkort wurde der Grundriss einer ehemaligen Baracke im Hof des Gefängnisses zur nachgestaltet und mit Informationstafeln versehen. Er wird künftig in die Vermittlungsangebote der Gedenkstätte Erinnerungsort Torgau einbezogen und für die Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich und nutzbar gemacht.
Hintergrund
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur und der kommunistischen Diktatur in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Sie erschließt und bewahrt historische Orte politischer Gewaltverbrechen und politischen Unrechts im Freistaat Sachsen und gestaltet sie als Orte historisch-politischer Bildung. Staatsministerin Barbara Klepsch ist Stiftungsratsvorsitzende.