Verkehrsstatistik 2025 der Polizeidirektion Chemnitz
21.04.2026, 12:02 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Medieninformation der Polizeidirektion Chemnitz Nr. 144|2026
Verkehrsbericht 2025 der Polizeidirektion Chemnitz
Verkehrsunfallentwicklung im gesamten Direktionsbereich
(1155) Im Jahr 2025 wurden im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz insgesamt
21.908 Verkehrsunfälle erfasst. Das sind 404 Unfälle (-1,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. Nach einem stetigen Anstieg der Unfallzahlen bis 2023 ist nun, wie auch schon im Jahr 2024, ein Rückgang zu verzeichnen.
Die Verkehrsunfälle verteilen sich regional nahezu gleichmäßig auf die Stadt Chemnitz
(30,6 Prozent), den Landkreis Mittelsachsen (31,2 Prozent) und den Erzgebirgskreis (33 Prozent). Die übrigen 5,2 Prozent der Unfälle ereigneten sich auf den Abschnitten der Autobahnen 4 und 72 im Zuständigkeitsbereich.
Bei 2.378 Unfällen mit Personenschaden erlitten 3.048 Menschen Verletzungen. Die Anzahl der Schwerverletzten sank auf 694 (-86). Die Anzahl der Leichtverletzten ging auf 2.354 (-86) zurück.
Im Jahr 2025 verloren 34 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben, 10 Menschen mehr als 2024.
Die Hauptunfallursachen bezogen auf alle Verkehrsunfälle sind wie in den letzten Jahren »ungenügender Sicherheitsabstand« (1.948), »Nicht angepasste Geschwindigkeit« (1.664) und »Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot« (989).
Bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden sind ebenfalls »Nicht angepasste Geschwindigkeit«, »ungenügender Sicherheitsabstand« sowie »Nichtbeachten der Vorfahrt bei regelnden Verkehrszeichen« die Hauptunfallursachen.
2025 wurden 313 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss verursacht (+17). Dabei wurden 148 Personen verletzt (+18). Drei Menschen verloren bei diesen Unfällen ihr Leben (+3).
Bei weiteren 77 Verkehrsunfällen bestand der konkrete Verdacht, dass Beteiligte unter Einfluss von berauschenden Mitteln standen (+5).
Die Zahl der Straftaten nach § 142 StGB (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort) sank auf 4.881 (-20). 2025 entfernte sich bei jedem fünften Unfall wenigstens einer der Beteiligten pflichtwidrig vom Unfallort.
2.324 Fälle bzw. 47,6 Prozent aller Unfallfluchten wurden aufgeklärt. Bei Unfallfluchten mit Personenschaden liegt die Aufklärungsquote mit 75,8 Prozent noch höher.
In 122 (+7) der 161 (-40) Fälle konnte der Verursacher ermittelt werden.
Betrachtung nach Verkehrsteilnehmergruppen
2025 waren insgesamt 283 Kinder (bis 14 Jahre) an Unfällen beteiligt, von denen 238 (-25) verletzt wurden. Ein Kind (+1) kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. 96 Kinder waren als Radfahrer und 66 Kinder als Fußgänger direkt beteiligt. 114 Kinder waren als Insassen bzw. Mitfahrer in Fahrzeugen indirekt beteiligt.
An 3.543 Unfällen (-131) waren im vergangenen Jahr junge Fahrer im Alter von 18 bis
24 Jahren beteiligt, was einem Anteil von 16,2 Prozent des Gesamtunfallaufkommens entspricht. 465 Menschen (+13) dieser Altersgruppe sind 2025 bei Unfällen verletzt worden. Getötet wurden 2025 bei Verkehrsunfällen drei Menschen (+1) dieser Altersgruppe.
Bei 6.328 Unfällen (+46) waren Fahrer der Generation 65+ beteiligt. Das heißt, bei ungefähr einem Drittel aller Unfälle im Jahr 2025 war ein Verkehrsteilnehmer der Generation 65+ involviert. 13 Menschen dieser Altersgruppe (+/- 0) verloren 2025 bei Unfällen ihr Leben und 507 Personen dieser Altersgruppe (-85) wurden bei Unfällen verletzt.
An 354 (+27) Verkehrsunfällen waren Fußgänger beteiligt, was einem Anteil von
1,6 Prozent an der Gesamtunfallzahl entspricht. 292 Personen (+33) wurden bei diesen Verkehrsunfällen verletzt. Vier Fußgänger, zwei mehr als im Jahr 2024, verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben.
Im Jahr 2025 wurden 621 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrrad- oder Pedelecfahrern (-39) aufgenommen, was einem Anteil von 2,8 Prozent des Gesamtunfallaufkommens entspricht. Bei Unfällen mit Personenschaden ist der Anteil mit 20,0 Prozent deutlich höher. Bei den 476 Verkehrsunfällen mit Personenschaden erlitten 500 Personen Verletzungen (-15) und fünf Personen wurden getötet (+1).
Es wurden 37 Verkehrsunfälle im Jahr 2025 in der Polizeidirektion Chemnitz erfasst, bei denen E-Scooter beteiligt waren (+5). Bei 25 dieser Unfälle (+5) trat Personenschaden ein, wobei ein Mensch (+1) getötet, drei Menschen schwer (-1) und 21 Menschen leicht (+5) verletzt wurden.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung motorisierter Zweiräder ist leicht auf 754 Unfälle (-32) und damit 3,4 Prozent des Gesamtunfallaufkommens zurückgegangen. Bei den Unfällen mit Personenschäden geschahen 425 (-60) mit Beteiligung motorisierter Zweiräder, was einem Anteil von 17,9 Prozent entspricht.
Bei diesen 425 Verkehrsunfällen erlitten 481 Personen (+95) Verletzungen, zehn Personen (+5) verloren ihr Leben.
Sven Krahnert (57), Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Chemnitz: »Bei den Verkehrsunfällen mit tödlich verletzten Beteiligten fällt auf, dass bei über der Hälfte der Unfälle nichtangepasste Geschwindigkeit als Ursache festgestellt wurde. Dies trifft insbesondere auch auf die Unfälle motorisierter Zweiräder zu, bei denen sich die Anzahl der getöteten Beteiligten leider verdoppelt hat. Jeder Verkehrsteilnehmer sollte sich bewusst sein, dass überhöhte bzw. nichtangepasste Geschwindigkeit gravierende Folgen für sich selbst und andere haben kann. Dies trifft in besonderem Maße auf weniger geschützte Gruppen von Verkehrsteilnehmern zu. Geschwindigkeitskontrollen werden daher auch weiterhin einen Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit bilden.«
Verkehrsüberwachungsmaßnahmen
Zur Bekämpfung einer der Hauptunfallursachen »Nicht angepasste Geschwindigkeit« wurden im Jahr 2025 im Direktionsbereich 2.347 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Dabei wurden 34.393 Geschwindigkeitsverstöße im Verwarn- und Bußgeldbereich festgestellt.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Kontrolltätigkeit war auch 2025 in allen Polizeirevieren und Inspektionen die Feststellung bzw. die Unterbindung des Führens von Fahrzeugen unter Alkoholeinfluss oder Einfluss berauschender Mittel im Straßenverkehr.
2025 konnten 1.088 Personen (-70), die alkoholisiert ein Fahrzeug führten, aus dem Verkehr gezogen werden, bevor es möglicherweise zum Unfall gekommen wäre.
Gegen 897 Fahrzeugführer (+164) wurde im Jahr 2025 wegen des Verdachts des Fahrens unter Einfluss von berauschenden Mitteln ermittelt. In 695 dieser Fälle (+213) bestätigte ein Gutachten den konkreten Verdacht.
Sven Krahnert (57): »Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss, dabei verunglückte Personen sowie Verkehrsunfälle unter Einfluss berauschender Mittel weisen Anstiege auf. Ebenso sind auch mehr Fahrzeugführende festgestellt worden, die unter Einfluss berauschender Mittel am Straßenverkehr teilnahmen. Die nun legalen Konsum- und Besitzmöglichkeiten, die das Cannabisgesetz ermöglicht, gehen offenbar am Verkehrsgeschehen nicht spurlos vorbei. Im Zusammenhang mit Cannabiskonsum gibt es keine sichere Eigenkontrolle, wann die Fahrtüchtigkeit wiederhergestellt ist. Wer konsumiert hat, sollte am besten gar kein Auto fahren. Wir als Polizei sehen bei Verkehrskontrollen genau hin und haben unsere Beamtinnen und Beamten im Bereich der Drogenerkennung im Straßenverkehr speziell geschult. Diese Schulungen und damit einhergehende Kontrollaktionen werden wir auch in diesem Jahr fortsetzen.«
Im Jahr 2025 wurden 3.678 Verstöße gegen die vorgeschriebene Nutzung von Rückhalteeinrichtungen (Gurt) und 964 Fahrzeugführer, welche verbotswidrig während der Fahrt Mobiltelefone beziehungsweise gleichgestellte elektronische Geräte nutzten, festgestellt.
Regionale Betrachtung Verkehrsunfallentwicklung
Stadt Chemnitz
Im Jahr 2025 sank die Anzahl der in Chemnitz registrierten Verkehrsunfälle um
3,1 Prozent auf 6.708 (-214).
Vier Menschen kamen 2025 in Chemnitz bei einem Verkehrsunfall ums Leben (-2).
814 Personen wurden bei Verkehrsunfällen im Stadtgebiet Chemnitz verletzt (+16), davon 134 schwer (-4) und 680 leicht (+20).
Bei 93 Unfällen (+2) stand mindestens einer der Beteiligten unter Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel. Die Polizei stellte 284 Fahrzeugführer (+24), die alkoholisiert unterwegs waren, bevor es zu Unfällen kam.
1.786 Straftaten des unerlaubten Entfernens vom Unfallort mussten im Jahr 2025 erfasst werden (-41). Das sind 26,6 Prozent aller Unfälle. 863 dieser Unfallfluchten (+66) konnten aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 48,3 Prozent entspricht.
Einige ausgewählte Unfallhäufungsstellen 2025 im Stadtgebiet Chemnitz:
Bahnhofstraße/Brückenstraße,
Reichsstraße/Zwickauer Straße,
Südring/Markersdorfer Straße,
Neefestraße, in Höhe Ausfahrt Tunnel in Fahrtrichtung BAB 72
Landkreis Mittelsachsen
Im Landkreis Mittelsachsen sank die Gesamtzahl aller Unfälle von 2024 zu 2025 von 6.988 auf 6.842 (-146). 18 Menschen kamen im Landkreis bei Verkehrsunfällen ums Leben, 2024 waren es sechs. Die Zahl der Verletzten sank auf 1.010 (-60), wobei 264 Menschen schwere (-12) und 746 Menschen leichte (-48) Verletzungen erlitten.
Bei 134 Verkehrsunfällen (+2) stand mindestens einer der Beteiligten unter Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel.
334 Fahrzeugführer (-46), die alkoholisiert unterwegs waren, wurden aus dem Verkehr gezogen, bevor es zum Unfall kam.
In 1.344 Fällen (-10) entfernten sich Unfallbeteiligte pflichtwidrig vom Unfallort. Bei fast jedem fünften Unfall (19,6 Prozent) im Landkreis Mittelsachsen entfernte sich ein Beteiligter pflichtwidrig vom Unfallort. Die Aufklärungsquote liegt bei 50,9 Prozent, das heißt, 685 dieser Unfallfluchten (+155) konnten aufgeklärt werden.
Einige ausgewählte Unfallhäufungsstellen 2025 im Landkreis Mittelsachsen:
Leisnig, S 36/S 31,
Großschirma, OT Siebenlehn, B 101/S 195,
Flöha, S 223, Augustusburg-Flöha,
Penig, B 175/S 247/Autobahnanschlussstelle BAB 72 Rochlitz
Erzgebirgskreis
Im Erzgebirgskreis wurden 2025 insgesamt 7.237 Verkehrsunfälle (+33) registriert. Zwölf Menschen, einer mehr als im Vorjahr, kamen dabei ums Leben.
995 Menschen (-152) wurden verletzt. Sowohl die Zahl der Schwerverletzten 244 (-56) als auch die Zahl der Leichtverletzten 751 (-56) sank.
Bei 129 Unfällen (+34) stand mindestens einer der Beteiligten unter Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel.
Die Polizei stellte 402 Fahrzeugführer (-53), die alkoholisiert unterwegs waren, bevor es zu Unfällen kam.
In 1.544 Fällen (+42) entfernten sich Unfallbeteiligte pflichtwidrig vom Unfallort.
21,3 Prozent aller Unfälle 2025 im Erzgebirgskreis waren Unfallfluchten. 729 dieser Fälle (+2) konnten aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 47,2 Prozent entspricht.
Einige ausgewählte Unfallhäufungsstellen 2025 im Erzgebirgskreis:
Annaberg-Buchholz, B 95/S 265 (sog. Kreuzung »Morgensonne«),
Aue-Bad Schlema, OT Aue, B 169/S 255,
Wolkenstein, OT Hilmersdorf, B 101/K 8170 (Großolbersdorfer Straße),
Zwönitz, S 258/S 257
Bundesautobahnen
Der Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Chemnitz erstreckt sich auf der Bundesautobahn 4 vom Autobahndreieck Nossen bis zur Anschlussstelle Wüstenbrand.
Auf der Bundesautobahn 72 erstreckt sich der Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Chemnitz von der Anschlussstelle Borna-Süd bis zur Anschlussstelle Hartenstein.
Auf den insgesamt rund 120 Autobahnkilometern (2024: 140 km) ereigneten sich im Jahr 2025 1.121 Verkehrsunfälle (-77). Dabei wurden kein Verkehrsteilnehmer (-1) getötet und 229 verletzt, 52 schwer (-14) und 177 leicht (-3).
Bei 207 Unfällen (-11) entfernte sich einer der Beteiligten pflichtwidrig vom Unfallort. Das sind 18,5 Prozent aller Unfälle auf den Autobahnen.