Sachsen will Tempo beim autonomen Fahren im ÖPNV – Voraussetzungen schaffen für Regelbetrieb bis 2030

23.04.2026, 11:34 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Unterzeichner des Letters of Intent (© SMIL/Sack-Engelbrecht)

Unterzeichner des Letters of Intent (© SMIL/Sack-Engelbrecht)

Staatsministerin Kraushaar und Staatssekretär Scheel unterzeichnen Letter of Intent mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und der ÖPNV-Branche

Der Freistaat Sachsen setzt ein klares Signal für die Zukunft der Mobilität: Zur Fachtagung »Vision 2030: Autonomes Fahren im sächsischen ÖPNV« haben Staatsministerin Regina Kraushaar und Wirtschaftsstaatssekretär Sebastian Scheel heute (23. April 2026) gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und der ÖPNV-Branche eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das angestrebte Ziel ist es, autonom fahrende Fahrzeuge künftig alltagstauglich und wirtschaftlich im öffentlichen Personennahverkehr einzusetzen.

Staatsministerin Regina Kraushaar: »Autonomes Fahren im öffentlichen Personennahverkehr wird die Mobilität im Freistaat grundlegend verändern und verbessern. Schon deshalb müssen wir heute die Weichen für morgen stellen. Das angestrebte Ziel ist formuliert: Wir setzen darauf, dass bis 2030 autonom fahrende Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr im Regelbetrieb im Einsatz sind. Die Modell- und Pilotversuche sollten dann vorbei sein. Um das zu erreichen, braucht es viele Akteure: Die Politik setzt die Rahmenbedingungen, die Verkehrsunternehmen entwickeln neue Betriebsmodelle und bringen sie in die Praxis, die Industrie produziert serientaugliche, sichere und zuverlässige Systeme und die Wissenschaft legt die methodischen Grundlagen. Dass wir diese Schritte gemeinsam gehen, zeigt die Unterzeichnung der heutigen Absichtserklärung mit insgesamt 19 Partnern. Diese Entschlusskraft ist wichtig, bringt Rückenwind und ist ein starkes Signal für unseren Freistaat. Nur gemeinsam kann aus technologischer Machbarkeit tragfähige Realität werden.«

Staatssekretär Sebastian Scheel: »Die Mobilitätswende ist nicht nur eine Antriebswende. Zur Mobilitätswende gehört auch die Digitalisierung der Fahrzeuge und der Infrastruktur. Sachsen bietet beste Voraussetzungen, sich als führender europäischer Standort für intelligente, automatisierte Mobilität zu etablieren. An kaum einem anderen Ort vereinen sich klassischer Automobilbau, Maschinenbau, Mikroelektronik und eine IT- und Forschungslandschaft so stark wie hier im Freistaat. Erst kürzlich startete in Leipzig mit der ,Sächsischen Initiative Automatisierte Shuttle im ÖPNV – SIAS-ÖV‘ ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das den Weg für fahrerlose Shuttlebusse industrieller Hersteller im öffentlichen Verkehr ebnen soll. Die Europäische Kommission und der Freistaat Sachsen fördern dieses wegweisende Vorhaben mit rund 9,5 Millionen Euro aus der sächsischen EFRE-Technologieförderung 2021-2027. Wenn wir Chancen wie diese ergreifen und auch die dazugehörigen Wertschöpfungsketten von Anfang an konsequent mitdenken, kann der Freistaat beim autonomen Fahren eine weltweite Spitzenposition einnehmen.«

Mit der Absichtserklärung verständigen sich die Unterzeichner darauf, Voraussetzungen zu schaffen, um den Einsatz autonomer Fahrzeuge im ÖPNV auf SAE-Level 4 (hochautomatisiertes Fahren) bis zum Jahr 2030 in den Regelbetrieb zu überführen. Die Skalierung in den 2030er Jahren sowie der Blick auf den Güterverkehr schließen sich dem an.

Mit der heutigen Unterzeichnung bündeln die Partner ihre Kompetenzen und setzen auf eine enge Zusammenarbeit, um Innovationen schneller in die Praxis zu überführen. Insbesondere im städtischen Umland und im ländlichen Raum sollen so neue, flexible Mobilitätsangebote geschaffen und der öffentliche Verkehr insgesamt attraktiver und effizienter gestalten werden.

Die Fachtagung »Vision 2030: Autonomes Fahren im sächsischen ÖPNV« des Sächsischen Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung widmet sich einerseits einer Standortbestimmung und der Frage, welche Hürden aktuell auf dem Weg zum Regelbetrieb noch bestehen. Andererseits geht es darum, welche Beiträge Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehrsunternehmen leisten müssen, um autonomes Fahren als festen Bestandteil des öffentlichen Verkehrsangebots in Sachsen zu etablieren. Neben Fachvorträgen und Diskussionen stehen konkrete Anwendungsbeispiele und technologische Entwicklungen im Mittelpunkt.

Diese Partner haben die Absichtserklärung unterzeichnet:

  • AMZ - Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen
  • Bertrandt Group
  • CADA - Chemnitz Automated Driving Alliance
  • DB Regio AG
  • Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI
  • IAV GmbH
  • Landeshauptstadt Dresden
  • Landkreis Nordsachsen
  • Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH
  • Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH
  • Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung
  • Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz
  • Smart Rail Connectivity Campus gGmbH
  • Stadt Leipzig
  • staff-eye GmbH
  • Technische Universität Dresden, Professur für Fahrzeugmechatronik
  • Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V.
  • Volkswagen Sachsen GmbH
  • Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen

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