Mehr Klarheit bei dualer Berufsausbildung: Sachsen startet Bundesratsinitiative

29.04.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Reduzierung anerkannter Ausbildungsberufe

Sachsen fordert den Bund auf, ein Gesetzgebungsverfahren zur Reduzierung der anerkannten Ausbildungsberufe sowie der Vielzahl von Fachrichtungen und Schwerpunkten in der dualen Berufsausbildung auf den Weg zu bringen. Das hat das Kabinett heute (29. April 2026) beschlossen. Die entsprechende Initiative wird am 8. Mai 2026 in den Bundesrat eingebracht.

In Deutschland gibt es derzeit 328 anerkannte Ausbildungsberufe (einschließlich Fachrichtungen und Schwerpunkten). Diese hohe Anzahl führt zu einer zunehmenden Unübersichtlichkeit der dualen Berufsausbildung. Sowohl Ausbildungsinteressierten als auch Betrieben wird die Orientierung und passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen erschwert.

Kultusminister Conrad Clemens: »Bei der Wahl einer Ausbildung werden viele Jugendliche von der Angebotsvielfalt erschlagen. Wir wollen deshalb den »Angebots-Dschungel« lichten. Durch die Straffung des Angebots geben wir den Jugendlichen mehr Orientierung und ermöglichen gleichzeitig eine effizientere Beschulung in den Berufsschulen.«

Hintergrund:
Der sächsische Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) hat bereits im Jahr 2019 in seinem Papier »Sächsische Dekade der Berufsbildung - 10 Punkte zur Stärkung dualer Bildungswege« einstimmig beschlossen, dass es dringend notwendig ist, die Vielzahl der Berufe und Spezialisierungen zu Berufsgruppen zusammenzufassen und daraus Kernberufe mit offenen und dynamischen Berufsbildern zu formieren.

Auch im Koalitionsvertrag des Bundes wird festgehalten, dass die Bundesregierung sich dieser Thematik stellen und gemeinsam mit den Sozialpartnern die Aus- und Fortbildungsordnungen regelmäßig überprüfen und anpassen möchte.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Pressesprecher Tilo Schumann
Telefon: +49 351 564 65100
Telefax: +49 351 564 65019
E-Mail: presse@smk.sachsen.de
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