Brückenschlag von Taiwan nach Sachsen
07.05.2026, 09:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
»So geht sächsisch.« und Europäisches Zentrum der Künste HELLERAU kooperieren bei neuer Gastspielserie TAIWAN MOVES - Sachsen profiliert sich als »Taiwan Hub« Deutschlands
Dresden (7. Mai 2026) – Sachsen und Taiwan rücken künftig nicht nur bei Wirtschaft und Wissenschaft, sondern auch kulturell stärker zusammen: Mit TAIWAN MOVES startet HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden mit Unterstützung von »So geht sächsisch.« ab Juni 2026 eine neue Gastspielserie, die in den kommenden zwei Jahren die vielfältige Tanz- und Kunstszene Taiwans nach Sachsen einlädt und damit eine kulturelle Brücke zwischen den beiden Innovationsstandorten schaffen soll.
TAIWAN MOVES markiert den Beginn einer langfristigen Beziehung zwischen Sachsen und der taiwanischen Kulturszene. Die Kooperation steht auch im Zusammenhang mit der Großansiedlung des taiwanischen Chipherstellers TSMC, der gemeinsam mit Bosch, Infineon und NXP in Dresden eine neue Halbleiterfabrik baut. Die Milliardeninvestition sorgt direkt und indirekt für Tausende neue Jobs, sichert Aufträge auch in kleineren Unternehmen und sorgt für weitere Ansiedlungen in der Region. Zugleich stärkt das Vorhaben Sachsen als Hochtechnologie- und Wirtschaftsstandort.
Ministerpräsident Michael Kretschmer betont: »Mit der Ansiedlung des Halbleiterherstellers rücken Sachsen und Taiwan wirtschaftlich eng zusammen. Damit diese Partnerschaft mit Leben erfüllt wird, brauchen wir nicht nur moderne Fabriken und hochqualifizierte Fachkräfte, sondern ein echtes gegenseitiges Verständnis.« Initiativen wie TAIWAN MOVES seien dafür besonders wichtig. »Sie schaffen Raum für Begegnungen, fördern den Dialog mit der taiwanischen Community und machen unser Land zugleich noch attraktiver für die Menschen, die im Zuge der Investition nach Dresden kommen werden«, so Kretschmer weiter. »Kulturelle Projekte wie TAIWAN MOVES sorgen dafür, dass aus wirtschaftlicher Nähe eine lebendige, gemeinsame Zukunft wird.«
Sachsen positioniert sich als »Taiwan Hub« Deutschlands
Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) ergänzt: »Wir merken zunehmend die Effekte der TSMC-Investition für Sachsen. Diese zeigen sich nicht nur in der größeren internationalen Bekanntheit, sondern auch am wachsenden Interesse taiwanischer Firmen. Unser langfristiges Ziel ist es, dass sich Sachsen in Deutschland als ‘Taiwan Hub‘ etabliert - und das nicht nur für die Mikroelektronik, sondern auch für andere Branchen. Wissenschaftliche und wirtschaftliche Projekte sowie Vereine und kulturelle Initiativen wie das Tanzprojekt TAIWAN MOVES leisten dazu einen wichtigen Beitrag und füllen diese Vision mit Leben.«
Die WFS hat zuletzt weitere Ansiedlungen taiwanischer Unternehmen begleitet, darunter Marketech International Corp. (Zulieferer und Dienstleister für Fabrikinfrastruktur) und TPC – Taiwan Puritic Corp. (Versorgungssysteme für Halbleiterfabriken). Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Außenhandelszahlen wider. So lag Taiwan 2025 mit 1,74 Mrd. Euro auf Platz 11 bei den sächsischen Ausfuhren – ein Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Importen rangiert Taiwan auf Platz 12.
Darüber hinaus gibt es aktuell 65 Wissenschaftskooperationen von Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Industrie, unter anderem an der TU Dresden mit taiwanischen Partnern im Rahmen von Halbleiter- und Talentprogrammen. Jüngst gründete sich in Dresden der Wirtschaftsverein »Taiwanese Business Association«, mit dem Ziel, die geschäftliche Zusammenarbeit zu stärken und ein soziales Netzwerk für die Landsleute aufzubauen.
Dafür macht sich auch die Sächsisch-Taiwanesische Gesellschaft STAGE e.V. stark, die der Community in Sachsen ein Gesicht gibt. Neurowissenschaftlerin Shu-Chen Li, die an der TU Dresden den Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Neurowissenschaft der Lebensspanne innehat, hat den Verein im Mai 2024 gegründet und begrüßt kulturelle Projekte wie TAIWAN MOVES ausdrücklich: »Sowohl Sachsen als auch Taiwan verfügen über ein reiches kulturelles Erbe. Sachsen und Taiwaner sind fleißige und ambitionierte Menschen. Der Austausch zwischen diesen beiden Gesellschaften wird spannende neue Horizonte eröffnen.«
Tanz aus Taiwan zu Gast in Sachsen
Ab Juni 2026 werden im Rahmen von TAIWAN MOVES über einen Zeitraum von zwei Jahren zahlreiche taiwanesische Künstlerinnen und Künstler, Companies sowie Kulturschaffende in Dresden zu Gast sein. Parallel dazu ist ein langfristiger künstlerischer Austausch mit der sächsischen Performing-Arts-Szene geplant, der Residenzen, Koproduktionen und gemeinsame Projekte umfasst. Folgende Auftritte sind geplant:
• »Tjimur Dance Company« am 12. und 13. Juni 2026
• »Polymer DMT / Fang Yun Lo« am 14. Juni 2026
• »Cloud Gate Dance Company« vom 3. bis 5. September 2026
• »Bare Feet Dance Company« am 18. und 19. November 2026
Während TAIWAN MOVES das Schaufenster von Taiwan in Richtung Sachsen eröffnet, nimmt MuNo-Productions aus Radebeul die entgegengesetzte Perspektive in den Blick. Mit »Saxony meets Taiwan 3.0 – Tradinovation« realisiert das Radebeuler Ensemble ab dem Sommer ein interregionales Kulturprojekt, das gezielt die sächsisch-taiwanesischen Beziehungen mit den Mitteln der Kunst stärken soll und seine internationale Premiere am 4. September 2026 in der Taipei Zhongshan Hall feiert. Das Großprojekt vereint klassisches Ballett, zeitgenössischen Tanz, Elemente aus Kung Fu und Tai Chi, großflächige Live-Projektionen, Augmented-Reality- und VR-Elemente sowie die Kunst der asiatischen Tuschmalerei und Kalligrafie. Folgende Veranstaltungen sind geplant:
• Zhongshan Hall, Taipei, am 4. September 2026
• Landesbühnen Sachsen am 27. September 2026
• Theater Meißen am 10. Oktober
• Zentralgasthof Weinböhla am 31. Oktober 2026
Mehr Informationen unter
https://so-geht-saechsisch.de
https://standort-sachsen.de
und https://www.hellerau.org/kontext/taiwan-moves