Sachsen stärkt Ausbildung und Meisterqualifikation

18.06.2026, 13:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Minister Panter: »Gute Ausbildung, Fachkräfte und starke Unternehmen sichern Sachsens Zukunft«

Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter hat am Donnerstag in Leipzig ein Ausbildungszentrum und einen Handwerksbetrieb besucht. Vor Ort hat er sich mit Auszubildenden, jungen Fachkräften und Ausbildern über aktuelle Herausforderungen der Fachkräftesicherung ausgetauscht.

Ausbildung schafft Perspektiven: Besuch im Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig

Zum Auftakt besuchte Minister Panter gemeinsam mit Kristian Kirpal, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig und Stephan Findeisen, Mitglied des Vorstandes der Handwerkskammer zu Leipzig das Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig (ZAW). Als Verbundpartner in der dualen Ausbildung macht das ZAW Jugendliche fit für den Berufsstart in rund 25 Ausbildungsberufen der Berufsfelder Elektrotechnik, Metalltechnik sowie Lager und Logistik.
Dort informierte sich Minister Panter über die Ausbildung in technischen Berufen und kam mit Auszubildenden sowie Ausbildern ins Gespräch, um aus erster Hand zu erfahren, unter welchen Bedingungen sie arbeiten und welche Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen.

Minister Panter: »Gute Ausbildung, Fachkräfte und starke Unternehmen sichern Sachsens Zukunft. Wer sich für eine berufliche Laufbahn entscheidet, soll in Sachsen die besten Bedingungen für Ausbildung und Aufstieg finden. Deshalb investieren wir gezielt in überbetriebliche Ausbildungsstätten. Sie sichern die Qualität der Ausbildung und gleichen Unterschiede zwischen den Betrieben aus. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können häufig nicht alle Maschinen oder Fachgebiete für die gesamte Ausbildung vorhalten, hier sind die überbetrieblichen Angebote unverzichtbar.«

ZAW-Geschäftsführer Dr. Matthias Maier: »Wer jetzt bei der Ausbildung spart, dem fehlen morgen die Meister und Techniker – gerade in den Mangelberufen. Überbetriebliche Ausbildungsstätten sind ein zentraler Pfeiler der dualen Ausbildung in Sachsen. Sie ermöglichen praxisnahe Qualifikation unabhängig vom einzelnen Betrieb und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Fachkräftesicherung. Das ZAW Leipzig ist für über 120 Unternehmen der Region Leipzig dabei ein verlässlicher Partner. Die Investition aus dem Sachsenfonds ist ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Ausbildung und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft nachhaltig.«

Die Staatsregierung unterstützt die Modernisierung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten (ÜBS) und stellt dafür im Rahmen des »Zukunftspakets I« rund 11 Millionen Euro aus dem Sachsenfonds bereit. Die Ausstattung der ÜBS liegt grundsätzlich in der Verantwortung der Wirtschaft und der Handwerkskammern, der Freistaat Sachsen hat entsprechende Investitionen jedoch bereits in der Vergangenheit unterstützt.

Meisterqualifikation als Schlüssel für Fachkräftesicherung und erfolgreiche Unternehmensnachfolge im Freistaat

Im Anschluss besuchte Minister Panter den Handwerksbetrieb Elektro-Anlagenbau Rübner GmbH & Co. KG. Das Leipziger Unternehmen mit mehr als 80 Beschäftigten steht beispielhaft für erfolgreiche Nachwuchsförderung und verfügt über eine eigene Ausbildungsakademie. Beim Rundgang und im Gespräch mit jungen Meistern ging es um Karrierewege im Handwerk und die Bedeutung der Meisterqualifikation für die Fachkräftesicherung.
»Meisterinnen und Meister sind für die sächsische Wirtschaft unverzichtbar. Sie gründen oder übernehmen Betriebe, schaffen Arbeitsplätze und sichern den eigenen Fachkräftenachwuchs über die duale Ausbildung«, so Minister Panter.

Um den beruflichen Aufstieg attraktiver zu machen, wurde der Meisterbonus im Rahmen des »Zukunftspakets I« erhöht: Seit 2026 beträgt er 3.000 Euro statt bisher 2.000 Euro. Seit seiner Einführung im Jahr 2016 wurde er an mehr als 10.500 Meisterinnen und Meister ausgezahlt. Im Jahr 2025 legten 823 Handwerker ihre Meisterprüfung ab – der höchste Wert seit zehn Jahren. Hinzu kamen 750 Industriemeister sowie 229 Fachmeister im IHK-Bereich.

»Die Erhöhung des Meisterbonus in Sachsen ist ein wichtiges Signal für individuelle Qualifizierung und Aufbau echter Fachkompetenz. Wir merken einen deutlichen Zuwachs an Kollegen, die den Weg zum Meisterabschluss nun mit Förderung und Unterstützung bewusst wählen, was nicht nur uns als Unternehmen freut, sondern für die gesamte Region ein unverzichtbarer Beitrag zur Fachkräftesicherung darstellt. Für Rübner Elektro-Anlagenbau bedeutet das: höhere Qualifikation im Team, mehr Kompetenz in der Umsetzung komplexer Projekte und langfristig eine noch stärkere Wettbewerbsfähigkeit«, erklärte Benjamin Rübner, Kaufmännischer Geschäftsführer.

Der demografische Druck bleibt hoch: Rund 40 Prozent der Betriebsinhaber im sächsischen Handwerk sind älter als 55 Jahre. In den kommenden zehn Jahren stehen etwa 19.000 Betriebsübergaben an.

Hintergrund

Ausbildungsmarkt
Trotz positiver Entwicklungen bleibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt herausfordernd. Derzeit sind in Sachsen mehr als 8.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Im Handwerk stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von 5.152 im Jahr 2021 auf 5.930 im Jahr 2025 – ein Plus von rund 15 Prozent. Besonders gefragt sind technische Berufe wie Elektronikerinnen und Elektroniker, die eine zentrale Rolle für Energiewende und Digitalisierung spielen.
Insgesamt wurden 2024 rund 20.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, zugleich wurden mehr als 6.000 Verträge vorzeitig gelöst. Deutlich gestiegen ist die Zahl internationaler Auszubildender: von 978 im Jahr 2021 auf 2.219 im Jahr 2025.

Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS)
Aus Mitteln der ÜBS-Förderung wurden bzw. werden im Freistaat 33 ÜBS gefördert.
Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) leisten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der Ausbildungsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, insbesondere im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrunterweisung bzw. der Verbundausbildung. Diese Funktion beschränkt sich nicht auf das Handwerk. Auch Überbetriebliche Berufsbildungsstätten in Industrie, Handel sowie in der Land- und Forstwirtschaft erfüllen vergleichbare Aufgaben und stehen vor Modernisierungs- und Investitionsherausforderungen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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