Kriminaltechnische Untersuchungen zum Hauseinsturz in Görlitz abgeschlossen

23.06.2026, 14:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Gemeinsame Medieninformation der Staatsanwaltschaft Görlitz und der Polizeidirektion Görlitz

Verantwortlich: Aileen Reimann (Staatsanwaltschaft Görlitz) und Kai Siebenäuger (Polizeidirektion Görlitz)

Kriminaltechnische Untersuchungen zum Hauseinsturz in Görlitz abgeschlossen

Bezug: Gemeinsame Medieninformationen der Staatsanwaltschaft Görlitz und der Polizeidirektion Görlitz vom 7. Juni 2026 und vom 8. Juni 2026

Am Freitag, dem 19. Juni 2026, wurden die umfangreichen und aufwändigen kriminaltechnischen Untersuchungen am eingestürzten Haus auf der James-von-Moltke-Straße in Görlitz beendet. Die zeitweise stillgelegten Gasrohrleitungen wurden sachverständig geprüft und für den regulären Betrieb wieder freigegeben. Die Wiederherstellung des betroffenen Gebäudes und der Statik der umliegenden Häuser obliegt den jeweiligen Eigentümern. Wann die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, ist derzeit nicht absehbar.

Die ersten gutachterlichen Feststellungen verdichten den Verdacht, dass als Ursache des Unglücks eine Explosion eines Gas-Luft-Gemisches anzusehen ist. Ein Defekt an den Gasleitungen der Stadtwerke Görlitz ist nach bisherigen Erkenntnissen als Auslöser für die Explosion auszuschließen.

Die anspruchsvollen kriminaltechnischen Untersuchungen des komplexen Spurenmaterials insbesondere auf DNA-, Daktyloskopie- und Formspuren sowie die Erstellung der beauftragten Sachverständigengutachten werden geraume Zeit beanspruchen. So wurden beispielsweise sämtliche Teile der – ausschließlich im Keller des eingestürzten Gebäudes befindlichen – Gasinstallation gesichert. Diese werden nun durch das Landeskriminalamt Sachsen als 3D-Modell rekonstruiert, um zu prüfen, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass an Abschnitten des Leitungssystems im Kellergeschoss vor der Explosion manipuliert worden war oder ob lediglich Beschädigungen als Folgen der Explosion an den Teilen der Gasinstallation festzustellen sind.

Durch den öffentlichen Zeugenaufruf vom 7. Juni 2026 gingen bislang elf Hinweise ein, die allesamt geprüft worden sind. Sie helfen vor allem dabei, die Bewegungsbilder der beiden Tatverdächtigen am Tage des Unglücks weiter zu vervollständigen. Es wird fortwährend auf die Mithilfe der Öffentlichkeit gesetzt, um dieses Ziel zu erreichen.

Im Wege der Rechtshilfe mit der Republik Polen wurden durch die Staatsanwaltschaft Görlitz weitere Ermittlungsersuchen an das Nachbarland gestellt. Erste Ergebnisse liegen vor. Es wurden Telefonverbindungsdaten übermittelt.

Die Ermittlungen dauern weiter an und werden nach wie vor ergebnisoffen geführt. Klarstellend wird, da es diverse Anfragen diesbezüglich gab, dazu erklärt, dass wegen Menschenhandels nicht ermittelt wird.

Weitere Auskünfte können derzeit nicht erteilt werden.


Kontakt

Polizeidirektion Görlitz

Pressesprecher Kai Siebenäuger
Telefon: +49 3581 468 2030
E-Mail: medien.pd-gr@polizei.sachsen.de
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