Statement des Sächsischen Landeskonservators Alf Furkert zum Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2026
24.06.2026, 09:36 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
»Die diesjährige Vergabe des Sächsischen Staatspreises für Baukultur unter dem Motto ›Bauen im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech‹ unterstreicht die große Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem baulichen Bestand. Besonders die Auszeichnung der Umnutzungen von Kulturdenkmalen wie der Maschinenhalle in Leipzig-Connewitz zu einem Co-Working-Space, des Ostflügels am Festspielhaus Hellerau Dresden zu einem Proben- und Residenzzentrum für lokale und internationale Künstlerinnen und Künstler und die fabrik in Chemnitz zu einem modernen Kreativ- und Innovationsort zeigen beispielhaft, wie denkmalgeschützter Bestand durch präzise, zurückhaltende und reversible Eingriffe für zeitgemäße Nutzungen für die Zukunft weiterentwickelt werden kann.
Aus Sicht der Denkmalpflege ist es von besonderem Wert, wenn technische und funktionale Anforderungen so umgesetzt werden, dass die historische Substanz, die räumlichen Qualitäten und die Authentizität eines Kulturdenkmals erhalten bleiben. Die ausgezeichnete Lösung beweist, dass innovative Nutzungs- und Energiekonzepte nicht im Widerspruch zum Denkmalschutz stehen müssen, sondern dessen Ziele unterstützen können.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der ausgezeichneten Projekte ist zudem die enge und frühzeitige Zusammenarbeit aller am Planungs- und Bauprozess Beteiligten. Insbesondere bei Bauaufgaben im Bestand und an Kulturdenkmalen lassen sich tragfähige Lösungen nur im konstruktiven Dialog zwischen Architektinnen und Architekten, Denkmalpflegerinnen und Denkmalpflegern sowie den Fachplanenden entwickeln.
Die prämierten Beispiele zeigen, dass anspruchsvolle Anforderungen an Nutzung, Energieeffizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit mit den Belangen des Denkmalschutzes vereinbar sind, wenn unterschiedliche fachliche Perspektiven von Beginn an zusammengeführt werden. Eine interdisziplinäre Planung ermöglicht es, Potenziale des Bestands zu erkennen, Eingriffe auf das notwendige Maß zu beschränken und zugleich innovative technische Lösungen zu entwickeln.
Die Denkmalpflege versteht sich dabei als Partnerin für qualitätsvolle Lösungen, die den kulturellen Wert historischer Bauten bewahren und zugleich zukunftsfähige Nutzungen ermöglichen.«