150.000 Euro für KI-Modellprojekt in Südwestsachsen
30.06.2026, 14:01 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Kabinett bewilligt simul⁺Förderung für Datenraum und KI-Anwendungen im Mittelstand
Das Sächsische Kabinett hat heute (30. Juni 2026) eine Einzelfallförderung in Höhe von 150.000 Euro für ein simul⁺Modellprojekt in Südwestsachsen bewilligt. Die Westsächsische Hochschule Zwickau und die Duale Hochschule Sachsen – Studienakademie Plauen sollen im Rahmen des geförderten Projekts erproben, wie kleine und mittlere Unternehmen Daten und Künstliche Intelligenz (KI) besser nutzen können. Das Vorhaben »Ein prototypischer Marktplatz der Daten – Digitalisierung und KI als Chancen für Regionalentwicklung und Strukturwandel« setzt einen wichtigen Impuls für die innovationsgestützte Regionalentwicklung im Freistaat und fügt sich in den laufenden Masterplanprozess für die Region Chemnitz/Südwestsachsen.
Staatsministerin Regina Kraushaar: »In der Region Südwestsachsen steckt viel Innovationspotenzial – sowohl in den Unternehmen als auch in den Hochschulen. Beides noch enger zusammenzubringen und zu zeigen, wie Daten und Künstliche Intelligenz gerade kleinen und mittleren Unternehmen im Alltag helfen können, ist unser Ansatz in diesem Projekt, für das wir 150.000 Euro zur Verfügung stellen. Gut angelegtes Geld, das Wissenschaft und Mittelstand an konkrete Anwendungsfälle bringt und die Grundlagen schafft, um diese später auch für größere Vorhaben nutzen zu können. Nicht zuletzt wollen wir mit diesem Projekt eine Brücke zur geplanten Bundesförderung aus dem BMDS bauen, die wir für dieses Jahr erwarten, und die den Transfer von KI aus der Forschung in marktwirksame Anwendungen deutlich beschleunigen soll. Die Vorarbeiten über das Modellprojekt sollen die Region in die Lage versetzen, sich zu bewerben, sobald ein entsprechender Projektaufruf erfolgt – damit aus der prototypischen Erprobung im Mittelstand etwas Größeres entstehen kann.«
Ziel des Projektes ist es, die Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und datenbasierter Wertschöpfung in Südwestsachsen zu bündeln und für den Mittelstand nutzbar zu machen. Im Zentrum steht dabei die prototypische Erprobung eines regionalen, souveränen Datenraums, eines »Marktplatzes der Daten«. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Institutionen sollen dort erproben, wie Daten sicher ausgetauscht und für KI-Anwendungen genutzt werden können.
In mindestens vier praktischen Erprobungen mit regionalen Unternehmen (sogenannten Realexperimenten) sollen konkrete KI-Anwendungsfälle getestet werden. Mögliche Anwendungsfelder sind automatisierte Dokumentenverarbeitung, bildbasierte Qualitätskontrolle oder intelligente Produktionsplanung. Damit sollen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen Erfahrungen sammeln können, wie Daten und KI im betrieblichen Alltag eingesetzt werden können.
Das simul⁺Modellprojekt wird von der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) und der Dualen Hochschule Sachsen – Studienakademie Plauen (DHSN) umgesetzt. Die WHZ bringt ihre umfassende Expertise in der Datenanalyse ein, während die DHSN ihre enge Verzahnung mit über 700 Praxispartnern nutzt. Das Projekt hat bei einer Förderquote von 80 Prozent einen Gesamtumfang von 187.500 Euro. Die Projektdauer beträgt sechs Monate.
Die Ergebnisse des Vorhabens sollen in den Masterplanprozess Chemnitz/Südwestsachsen einfließen. Sie sollen zeigen, ob und wie der Ansatz auf weitere Unternehmen oder Regionen übertragen werden kann. Das Modellprojekt ist in sich abgeschlossen, zugleich aber anschlussfähig an mögliche spätere Förderungen des Bundes im Bereich Künstliche Intelligenz und digitale Schlüsseltechnologien.
Hintergrund
Der simul⁺InnovationHub des Sächsischen Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung unterstützt innovationsgestützte Regionalentwicklung im Freistaat Sachsen. Gemeinsam mit Akteuren aus der Hochschul- und Forschungslandschaft, der Wirtschaft, Kommunen und öffentlichen Einrichtungen sollen Wertschöpfung und Lebensqualität in den sächsischen Regionen gestärkt werden.