22,5 Millionen Euro für neue Straßenbahnen in Zwickau – sechs Niederflurfahrzeuge lösen Tatra-Flotte ab
09.07.2026, 13:06 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Staatsministerin Regina Kraushaar: »Moderne Fahrzeuge und moderne Infrastruktur gehören zusammen«
Die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ) erneuern ihre Straßenbahnflotte. Staatsministerin Regina Kraushaar hat hierfür heute (9. Juli 2026) einen Fördermittelbescheid über 22,5 Millionen Euro an die SVZ übergeben. Die Mittel stehen für die Beschaffung von sechs modernen Niederflurbahnen bereit, die die in die Jahre gekommene Hochflur-Flotte vom Typ Tatra ablösen. 18 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), 4,5 Millionen Euro steuert der Freistaat als Kofinanzierung bei.
Für die Fahrgäste bedeutet der Wechsel vor allem einen leichteren Einstieg: Die neuen Bahnen vom Modell TINA des Herstellers Stadler können durchgängig ebenerdig und ohne Stufen betreten werden. Sie sind 30 Meter lang sowie 2,30 Meter breit, zeigen den Besetzungsgrad an und verfügen über ein Fahrerassistenzsystem, das die Sicherheit im Betrieb erhöht.
Staatsministerin Regina Kraushaar: »Die neuen Fahrzeuge der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau kann man mit Fug und Recht als 'Quantensprung' bezeichnen: Mehr Platz, mehr Komfort, eine moderne Fahrgastinformation und Technik, die auch das Fahrpersonal entlastet. Wenn die Fahrgäste in Zwickau künftig in die Straßenbahn steigen, tun sie das bequem und sicher – auch mit dem Kinderwagen, der Gehhilfe oder schwerem Gepäck. Mobilität muss für alle möglich sein. Ich freue mich sehr, dass Zwickau sich diesem Anspruch mit aller Kraft stellt. Deshalb unterstützt der Freistaat die Zwickauer Verkehrsbetriebe gezielt bei diesen Investitionen. Der hohe Anteil europäischer Fördermittel zeigt außerdem, dass EU-Mittel konkret vor Ort ankommen und wirken.«
Sebastian Eßbach, technischer Geschäftsführer der SVZ: »Mit der Beschaffung der neuen innovativen Bahnen ab 2028 erreichen wir unser Ziel, zukünftig eine niederflurige Fahrzeugflotte in Zwickau einzusetzen und die derzeitigen Tatra-Hochflurstraßenbahnen abzulösen. Mit den Tina-Niederflurbahnen von Stadler werden unsere Fahrgäste sowie Fahrpersonale eine neue Qualität erfahren.«
Steve Preißner, kaufmännischer Geschäftsführer der SVZ: »Die EFRE-Förderung von 75% bildet die Grundlage für die Anschaffung der Neufahrzeuge und wir freuen uns sehr, dass die Mittel in enger Zusammenarbeit mit dem SMIL nun positiv beschieden und bewilligt wurden.«
Die Zwickauer Verkehrsbetriebe haben momentan 26 Straßenbahnen im Fahrgastbetrieb und unterhalten 47 Kilometer Gleise. In ihrem Fahrplan bieten die SVZ den jährlich 10,5 Mio. Fahrgästen in Bus und Bahn insgesamt 3.317.820 Fahrplankilometer an.
Spatenstich für Bahnhofsvorplatz – neue Schnittstelle des Zwickauer Nahverkehrs
Vor der Bescheidübergabe nahm Staatsministerin Regina Kraushaar am Spatenstich für den Umbau des Zwickauer Bahnhofsvorplatzes teil. Der Platz wird zu einem barrierefreien Umsteigepunkt zwischen Straßenbahn, Bus, Bahn und Taxi umgebaut. Die Gesamtkosten dafür liegen bei über 12 Millionen Euro; 85 Prozent der zuwendungsfähigen Baukosten sollen aus Bundes- und Landesmitteln gefördert werden.
Staatsministerin Regina Kraushaar: »Moderne Fahrzeuge und moderne Infrastruktur gehören zusammen. Nur wenn beides zusammen gedacht wird, werden die Menschen 'die Öffi’s' gerne und vor allem so oft wie möglich nutzen. Mit den Fördermitteln des Freistaats unterstützen wir die neue zentrale Schnittstelle des Zwickauer Nahverkehrs. Das ist gut angelegtes Geld, denn Investitionen in den Nahverkehr sind Investitionen in die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger, hier ganz konkret in Zwickau. Mein großer Dank gilt allen engagierten Akteuren, die die Umsetzung des Projektes möglich machen und nicht zuletzt auch dem Haushaltgesetzgeber, der uns die Bereitstellung der Fördermittel ermöglicht.«
Zwickaus Baubürgermeisterin Silvia Queck: »Dieser Spatenstich ist ein starkes Signal für Zwickau und bedeutet uns allen sehr viel: Ein lange diskutiertes Vorhaben wird nun Wirklichkeit. Dass wir an diesem Schlüsselort und Tor der Stadt nun bauen können, verdanken wir mutigen Entscheidungen, viel Ausdauer, dem Vertrauen in dieses Projekt aller Beteiligten und der verlässlichen Unterstützung unserer Fördermittelgeber. Der symbolische Spatenstich markiert einen Meilenstein in der Geschichte unseres Bahnhofsvorplatzes und des gesamten Quartiers.«