Bildung und Ausbildung in der Justizvollzugsanstalt Chmemnitz

09.07.2026, 15:06 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Erfolgreiche Hauptschulabschlüsse in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz

Fünf Gefangene haben in dieser Woche ihre Zeugnisse für den qualifizierenden Hauptschulabschluss erhalten. Hierdurch erhalten sie die Möglichkeit für weitere berufliche Qualifizierung – sei es noch während der Haft oder auch nach der Haftentlassung. Es handelt sich daher um einen wichtigen Baustein für eine gelungene Resozialisierung.

Bereits seit den 1990er Jahren wird in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz jährlich ein Hauptschulkurs zur Vorbereitung auf eine Schulfremdenprüfung angeboten. Ziel dieser schulischen Qualifizierungsmaßnahme ist es, geeigneten Gefangenen die Möglichkeit zu geben, den qualifizierenden Hauptschulabschluss zu erlangen. Durch die Form der Schulfremdenprüfung können die Gefangenen diesen staatlich anerkannten Schulabschluss auch ohne Besuch einer regulären Schule oder eine Abendschule erreichen. Die Ausbildung erstreckt sich über ein Schuljahr und wird von zwei bei der JVA Chemnitz tätigen Lehrkräften durchgeführt. Um alle notwendigen Inhalte abzudecken, erhalten Sie zum Teil Unterstützung durch externe Lehrkräfte.

Durch den aufgebrachten Fleiß und das Durchhaltevermögen der Schülerinnen sowie die fachkundige Unterstützung der Lehrkräfte wurden durch die fünf Teilnehmerinnen dieser schulischen Bildungsmaßnahme alle Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Prüfungsabschluss gemeistert. Das Ergebnis dieses Engagements sind durchweg gute bis sehr gute Leistungen, für die die Frauen nunmehr im – soweit in Haft möglich – feierlichen Rahmen ihre Zeugnisse in Empfang nehmen konnten. Nur eine Absolventin war abwesend – aus erfreulichem Grund. So ist der erfolgreiche Schulabschluss ein Teil ihrer insgesamt positiven Entwicklung, die bereits lockernde Maßnahmen zuließ.

Herr Jürgen Frank, Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Chemnitz: »Mit diesem erfolgreichen Abschluss haben sich die Gefangenen eine wichtige Grundlage für eine gelingende gesellschaftliche Integration nach der Haft geschaffen. Es freut mich sehr, dass die Gefangenen diese Chance während ihrer Haftzeit so gut angenommen und diesen Erfolg erzielt haben. Mein Dank gilt hier auch allen daran beteiligten Lehrkräften.«

Auch im neuen Schuljahr wird die Maßnahme fortgesetzt werden und es erhalten erneut inhaftierte Frauen die Möglichkeit, diesen wichtigen Schritt im Rahmen der Resozialisierung gehen zu können. Neben dem qualifizierenden Hauptschulabschluss werden in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz zudem berufliche Qualifizierungsmaßnahmen in den Berufen Tischlerin, Fachlageristin und Textil- und Modenäherin angeboten. Diese Maßnahmen werden kofinanziert von der Europäischen Union sowie mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Mit Stichtag zum 01.07.2026 waren in der JVA Chemnitz 208 weibliche Straf-, Jugend- und Untersuchungsgefangene untergebracht. Die Beschäftigungsquote liegt in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz bei ca. 62 %. Je Arbeitstag befinden sich demnach etwa 127 Gefangene in Maßnahmen der beruflichen oder schulischen Bildung, in der Arbeitstherapie oder in vollzuglicher Arbeit im Einsatz.

Für weiteres Interesse zum Thema Arbeit und Bildung in Haft inklusive der hergestellten Produkte und Bestellmöglichkeiten wird auf den Webshop des sächsischen Justizvollzugs unter www.gitterladen.de verwiesen. Weitere Informationen zur Justizvollzugsanstalt Chemnitz finden Sie auf der Homepage unter https://www.justiz.sachsen.de/jvac/.


Kontakt

Justizvollzugsanstalt Chemnitz

Pressesprecherin Eike König-Bender
Telefon: +49 371 5259 201
Telefax: +49 371 5295 280
E-Mail: Eike.Koenig-Bender@jvac.justiz.sachsen.de
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