Städtebauförderung 2026 startet: 34 sächsische Städte und Gemeinden profitieren im Programm »Lebendige Zentren«

23.07.2026, 14:23 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Rund 51 Millionen Euro fließen in 34 Kommunen, darunter in vier neue Maßnahmen in Bischofswerda, Grimma, Lauta und Oberlungwitz

Der Freistaat Sachsen startet mit den Bewilligungen für das Programmjahr 2026 in der Städtebauförderung. Den Anfang macht das Bund-Länder-Programm »Lebendige Zentren«: Insgesamt 34 Städte und Gemeinden erhalten dafür Fördermittel in Höhe von rund 51 Millionen Euro. Vier Gesamtmaßnahmen in Bischofswerda, Grimma, Lauta und Oberlungwitz werden neu in das Programm aufgenommen. Für diese neu aufgenommenen Maßnahmen werden im Programmjahr 2026 insgesamt rund 19 Millionen Euro bewilligt. Alle Bescheide werden in den kommenden Tagen durch die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – zugestellt.

Mit dem Programm »Lebendige Zentren« unterstützen Bund und Freistaat die Revitalisierung und den Erhalt von Stadt- und Ortskernen, historischen Altstädten und Ortsteilzentren. Ziel ist, Zentren zu stärken, Nutzungen zu mischen und Orte zu entwickeln, die für Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Kultur und Bildung attraktiv bleiben. Das Programm gehört zu den drei Säulen der Städtebauförderung in Sachsen.

Staatsministerin Regina Kraushaar sagt: »Mit dem Städtebauförderprogramm ‚Lebendige Zentren‘ können wir die Zukunft ganzer Stadtzentren mitgestalten. Plätze, Gebäude und Wege werden wieder eine Einheit und geben der Stadt jeweils ein einzigartiges Gesicht. Letztlich geht es aber nicht um Steine, sondern um Menschen: Das Programm stärkt den Alltag vor Ort: Für Familien, für einen florierenden Handel, für Vereine und für die Menschen, die dort leben und arbeiten.«

In Bischofswerda (Landkreis Bautzen) fließen in diesem Jahr rund 1,7 Millionen Euro in die Gesamtmaßnahme »Stadtmitte Schiebock«. Bis 2040 sind Fördermittel von insgesamt etwa 6,5 Millionen Euro vorgesehen. Schwerpunkt ist die Belebung und Revitalisierung der Innenstadt, insbesondere der Altstadt. Geplant sind unter anderem die Umgestaltung des Altmarkts, die Weiterentwicklung der Außenanlagen am Schulstandort Kirchstraße sowie die Sanierung und Qualifizierung der Kreuzkirche als multifunktionale Jugend- und Kulturkirche.

Die Stadt Grimma (Landkreis Leipzig) erhält für die Gesamtmaßnahme »Ortsmitte Nerchau« in diesem Jahr rund 6,6 Millionen Euro. Bis 2040 kann die Stadt mit insgesamt rund 10 Millionen Euro rechnen. Mit den Mitteln soll der Ortsteil Nerchau als zentraler Versorgungsstandort gesichert und das Ortsbild aufgewertet werden. Vorgesehen sind unter anderem die Sanierung des ehemaligen Kulturhauses, die Entsiegelung und Begrünung des ehemaligen Bahngeländes sowie die stadtklimatische Aufwertung entlang der Hauptstraße und auf den zentralen Plätzen.

Auch Lauta (Landkreis Bautzen) wird neu in das Programm aufgenommen. Für die Gesamtmaßnahme »Neue Mitte« stehen in diesem Jahr rund 2,5 Millionen Euro bereit. Bis 2040 sind insgesamt etwa 9,7 Millionen Euro vorgesehen. Ziel ist es, die Kernstadt als lebendigen Mittelpunkt mit gesicherter Versorgung, hoher Aufenthaltsqualität und an den Klimawandel angepassten Grünräumen weiterzuentwickeln. Dazu gehören unter anderem die Erneuerung von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen wie zwei Kindertagesstätten, der Grundschule, dem Rathaus, der Feuerwehr und dem Sportplatz sowie die Aufwertung von Wegen, Plätzen und Grünflächen.

In Oberlungwitz (Landkreis Zwickau) wird die Gesamtmaßnahme »Industrie.Kultur.Mitte.« neu aufgenommen. Bis 2040 kann die Stadt mit rund 10 Millionen Euro Fördermitteln rechnen, davon werden in diesem Jahr etwa 8,1 Millionen Euro bewilligt. Im Mittelpunkt steht die Revitalisierung des Industrieareals der ehemaligen ROGO-FTO-Werke. Vorgesehen sind die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude, neue Wegeverbindungen, die Gestaltung des angrenzenden Lungwitzbachgrünzugs sowie die Aufwertung von Aufenthalts- und Sportflächen.

In den kommenden Wochen folgen die Bewilligungen auch in den beiden weiteren Städtebauprogrammen »Sozialer Zusammenhalt« und »Wachstum und nachhaltige Erneuerung«. Die Stadt- und Gemeindeentwicklung im Freistaat wird damit im Programmjahr 2026 schrittweise fortgesetzt.

Hintergrund
Die Städtebauförderung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. In Sachsen wird sie über die Programme »Lebendige Zentren«, »Sozialer Zusammenhalt« sowie »Wachstum und nachhaltige Erneuerung« umgesetzt. Gefördert werden keine Einzelvorhaben, sondern abgegrenzte Fördergebiete mit mehreren aufeinander abgestimmten Maßnahmen. Ziel ist es, städtebauliche Missstände zu beseitigen, Zentren zu stärken, soziale Infrastruktur zu sichern und den wirtschaftlichen, demografischen und ökologischen Wandel vor Ort zu gestalten. Seit 1991 sind über 6,6 Milliarden Euro von Bund und Land über die Programme der Städtebauförderung in Sachsens Städte und Gemeinden geflossen.


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