Wirtschaftsminister Panter in Taiwan: »Sachsen will erste Adresse für Taiwan in Europa werden«

02.09.2026, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Taiwan ist in der Halbleiter- und Hochtechnologieindustrie weltweit führend. Wirtschaftsminister Dirk Panter reiste vom 30. August bis 2. September nach Taiwan, um die bilaterale Zusammenarbeit auszubauen und Sachsen als leistungsfähigen Technologie- und Investitionsstandort weiter zu positionieren. Im Mittelpunkt der Reise standen die Themen Halbleiterindustrie und Investorenwerbung, begleitet wurde er von einer Wirtschaftsdelegation. In Taipeh hat Minister Panter u.a den taiwanischen Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin zu Gesprächen getroffen, hielt auf dem EU-Investmentforum eine Keynote und traf potentielle Investoren.

Der Minister hat heute – wie schon im vergangenen Jahr – die SEMICON Taiwan besucht, eine der weltweit wichtigsten und größten Leitmessen der Halbleiter- und Mikroelektronik. Minister Panter: »Taiwan ist die Nummer 1 in Sachen Mikroelektronik und Halbleiter. Sachsen ist der fünftgrößte Halbleiterstandort der Welt, in Europa sind wir auf Platz 1. Wir haben noch viel zu lernen, denn wir wollen wachsen, wir wollen besser werden, wir wollen noch offene Bereiche in der Fertigung ergänzen. Deshalb sind wir hier und natürlich, um für weitere Investitionen zu werben. Wir spüren die Wertschätzung gegenüber Sachsen - unsere Kontakte und Beziehungen sind sehr gut und die wollen wir weiter ausbauen. Sachsen will die erste Adresse für Taiwan in Europa werden – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für Wissenschaft und Kultur."

Auf dem Europäischen Investorenforum in Taipeh hielt Minister Panter einen Eröffnungsvortrag zur erfolgreichen Ansiedlung von Chipherstellern in Sachsen. Er sprach nach Lai Ching-te, dem Präsidenten der Republik China (Taiwan). Seit der weltgrößte Chipauftragsfertiger TSMC entschieden hat, sein erstes europäisches Werk in Dresden zu errichten, ist das Interesse taiwanischer Unternehmen an Sachsen stark angestiegen. Das Gemeinschaftsunternehmen ESMC baut derzeit eine hochmoderne Halbleiterfabrik (Fab) in Dresden, auch um die europäische Wirtschaft unabhängiger von globalen Lieferketten zu machen. Das Werk soll Ende 2027 eröffnet werden.

Taiwan hat sich im vergangenen Jahr im Ranking der sächsischen Exportpartner um einen Rang auf den 11. Platz verbessert. Die Ausfuhren aus Sachsen sind 2025 um 9,8 Prozent auf einen Warenwert von 1,74 Milliarden Euro gestiegen – das war die drittbeste Exportbilanz Sachsens mit Taiwan überhaupt. Den Hauptanteil bildeten mit großem Abstand die Erzeugnisse der Elektrotechnik (rund 1,2 Milliarden Euro).
Die Reise wurde gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) organisiert. Der Landtagsabgeordnete Thomas Schmidt, Vertreter sächsischer Kammern, die Wirtschaftsbürgermeister von Leipzig und Dresden und sächsische Halbleiterexperten aus Forschung und Wirtschaft begleiteten den Minister nach Ostasien.
Von Taiwan reist Minister Panter nun nach Vietnam, wo er bis zum 8. September weitere Termine wahrnimmt, um die bestehenden politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu festigen und neue Kontakte zu knüpfen. Südostasien ist für Sachsen einer der wichtigsten Außenhandelsmärkte.

Hintergrund:
SEMICON Taiwan und Deutscher Pavillon
In diesem Jahr präsentieren sich 23 Unternehmen aus der Mikroelektronik-Branche vom 2. bis 4. September im Deutschen Pavillon – organisiert von Silicon Saxony - auf der SEMICON Taiwan. Der Freistaat Sachsen positioniert sich dort mit allein schon12 Ständen als leistungsfähiger Technologie- und Investitionsstandort.
Die SEMICON Taiwan ist die ideale Plattform, um den Standort Sachsen mit seinen vielfältigen Kompetenzen, attraktiven Flächen und Kooperationsmöglichkeiten zu präsentieren.

ESMC
Die European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) ist ein Joint Venture zwischen TSMC, Bosch, Infineon und NXP. Das Gemeinschaftsunternehmen baut derzeit eine hochmoderne Halbleiterfabrik (Fab) in Dresden, um die europäische Wirtschaft unabhängiger von globalen Lieferketten zu machen. Das Projekt kostet über 10 Milliarden Euro und wird im Rahmen des europäischen Chipgesetzes (European Chips Act) stark vom deutschen Staat bezuschusst.
Die Fab wird von strategischer Bedeutung für die Stärkung des europäischen Halbleiter-Ökosystems und die Schaffung von Innovationen sein.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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