Die Wiedereröffnung der Dresdner Synagoge ist ein Höhepunkt des Jüdischen Lebens in Sachsen
14.09.2026, 13:45 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Umfangreiche Sicherungs- und Baumaßnahmen weitgehend abgeschlossen
Mit einem Synagogenfest begeht die Jüdische Gemeinde zu Dresden am 14. September 2026 um 18 Uhr die Rückkehr in ihre Synagoge und das Gemeindezentrum. Nach mehrjähriger Bauzeit konnten die Gemeinde und die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Sachsen, der an diesem Tag auch seiner staatlichen Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts vor 100 Jahren gedenkt, die Gebäude wieder beziehen. Mit dem Synagogenfest wird dieser wichtige Schritt gewürdigt.
Kultusminister Conrad Clemens: »Die Wiedereröffnung der Dresdner Synagoge ist ein Höhepunkt des Jüdischen Lebens in Sachsen. Jüdisches Leben gehört zu Sachsen und muss bei uns frei, sichtbar und vor allem sicher gelebt werden können. Mein Dank gilt der Jüdischen Gemeinde zu Dresden und dem Landesverband, die während der langen Bauzeit erhebliche Belastungen auf sich genommen haben. Dass beide nun wieder an diesen für das jüdische Leben in Dresden so wichtigen Ort zurückkehren konnten, ist ein gutes und wichtiges Zeichen.«
Ekaterina Kulakova, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden: »Wir schätzen die Unterstützung, die wir für unsere Sicherheit erhalten, sehr. Besonders in letzter Zeit, in der der Antisemitismus im alltäglichen Leben, aber auch auf politischer Ebene, so rasant zugenommen hat. Enorm wichtig ist für uns jede Art der Unterstützung: der Schutz jüdischen Lebens seitens des Landes Sachsen, aber auch die Unterstützung von sächsischen Bürgern, die uns schriftlich und persönlich erreicht. Viele machen sich mit Blick auf die politische Entwicklung Sorgen.«
Im Mittelpunkt der seit Januar 2023 durchgeführten Baumaßnahmen stand insbesondere die Verbesserung der baulich-technischen Sicherheit. Grundlage hierfür waren die Empfehlungen des Landeskriminalamtes Sachsen. Zugleich mussten die besonderen architektonischen Anforderungen des mehrfach ausgezeichneten Synagogenbaus sowie zwischenzeitlich erhöhte Anforderungen unter anderem an Brand- und Arbeitsschutz berücksichtigt werden.
Der Freistaat Sachsen unterstützt die Jüdischen Gemeinden bei der Sicherung ihrer Einrichtungen sowohl finanziell als auch fachlich. Für baulich-technische Sicherungsmaßnahmen und personelle Sicherheitsdienstleistungen werden 9,9 Millionen Euro aus dem Haushalt des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus bereitgestellt. Das Landeskriminalamt begleitet die Gemeinden durch fachliche Sicherheitsberatung und aktualisiert seine Empfehlungen entsprechend der jeweiligen Gefährdungslage. Hinzu kommen lageabhängige Maßnahmen des polizeilichen Objektschutzes.
Die Bauphase stellte die Jüdische Gemeinde vor erhebliche Herausforderungen. Neben den Folgen der Corona-Pandemie und deutlich gestiegenen Bau- und Energiekosten wirkten sich auch die seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 nochmals gestiegenen Anforderungen an den Schutz jüdischer Einrichtungen auf das Vorhaben aus.
Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Sachsen würdigt das vor dem Abschluss stehende Bauvorhaben als wichtigen Schritt für die dauerhafte Sicherung jüdischen Gemeindelebens in Dresden. Der Schutz jüdischer Einrichtungen ist angesichts fortbestehender antisemitischer Bedrohungen eine gemeinsame und dauerhafte Aufgabe von Staat und jüdischen Gemeinden.
Die besondere Verantwortung des Freistaates für den Schutz jüdischen Lebens ist eine dauerhafte staatspolitische Aufgabe. Nach dem rechtsextremistischen Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 wurden die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen erneut umfassend bewertet und weiterentwickelt. Auch der Neubau der Synagogen in Dresden und Chemnitz, die Rekonstruktion der Synagoge in Leipzig sowie weitere Bauvorhaben jüdischer Gemeinden in Sachsen wurden und werden durch baulich-technische Sicherheitsberatungen begleitet.