Guter Rat ist Vorrat: Diesjährige Kampagne zur privaten Vorratshaltung startet

13.10.2026, 11:56 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Pünktlich zum internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung am 13. Oktober ruft das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) zur privaten Vorsorge auf. Die jährliche Kampagne informiert darüber, wie Bürgerinnen und Bürger sich mit einem privaten Lebensmittelvorrat auf Krisen vorbereiten können und warum dies entscheidend ist, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Deutschland und Sachsen zählen zu den sichersten Regionen der Welt. Doch extreme Wetterereignisse, Cyberangriffe, Lieferkettenstörungen oder die Folgen geopolitischer Spannungen können die Versorgung plötzlich gefährden. Ein privater Vorrat gibt nicht nur Sicherheit, sondern entlastet auch Rettungskräfte und staatliche Stellen, die im Krisenfall Zeit brauchen, um die Versorgung wiederherzustellen.

»Ein Vorrat ist wie eine Versicherung: Man hofft, ihn nie zu brauchen, aber wenn es darauf ankommt, ist er Gold wert«, betont Staatssekretär Ulrich Menke. »Mit einfachen Mitteln kann jeder Haushalt einen Beitrag zur Krisenfestigkeit leisten.«

Wie viel Vorrat ist sinnvoll? Ideal sind zehn Tage Selbstversorgung, aber schon ein Vorrat für drei Tage schafft Handlungsspielraum. Das »Hamstern light«-Prinzip macht die Vorsorge alltagstauglich: Beim wöchentlichen Einkauf einfach eine Packung mehr kaufen und die Vorräte regelmäßig verbrauchen und auffüllen. Unter https://www.ernaehrungsvorsorge.sachsen.de gibt das SMUL praktische Tipps von Checklisten für Grundnahrungsmittel und Wasser bis zur richtigen Lagerung.

»Die dezentrale Vorratshaltung durch Privathaushalte ist das wirksamste Mittel, um Versorgungskrisen vorzubeugen«, erklärt Menke. Ein Vorbild ist Finnland, wo private Vorsorge seit Jahrzehnten fest verankert ist. Bei einem Besuch in Helsinki im September 2026 zeigte sich der Staatssekretär beeindruckt: »Finnland beweist: Vorsorge ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage der Gewohnheit. Denn Krisen treffen uns nicht unvorbereitet, wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet.«

Private Vorsorge ergänzt die staatliche Krisenvorsorge. Grundlage für deren Umsetzung ist das Ernährungssicherstellungs- und -vorsorgegesetz (ESVG). Auf Landesebene sind dafür das SMUL und das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) zuständig. Der Bund hält strategische Lebensmittelreserven vor. In der zivilen Notfallreserve lagert die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Reis, Hülsenfrüchte und Kondensmilch sowie in der »Bundesreserve Getreide« Weizen, Roggen und Hafer. Zudem werden Verantwortliche regelmäßig geschult. Bund und Länder stimmen sich ab, damit sie im Ernstfall koordiniert vorgehen können.

Auch die Verbraucherzentrale Sachsen trägt dazu bei, das Wissen über Ernährungsvorsorge zu verbreiten. Im Auftrag des SMUL führt sie seit Juni 2026 das Projekt »Stärkung der Ernährungsresilienz der sächsischen Bevölkerung« durch. Es richtet sich an Multiplikatoren im Katastrophenschutz, etwa Ehrenamtliche von THW, Feuerwehr und Hilfsorganisationen. In Schulungen lernen sie, Notfallvorräte zu planen und zu bewirtschaften und ihr Wissen anschließend in den eigenen Netzwerken weiterzugeben. »Wer selbst vorgesorgt hat, kann anderen glaubwürdig erklären, wie es geht«, so Ulrich Menke. »Das stärkt nicht nur die persönliche Resilienz, sondern auch die Handlungsfähigkeit im Ernstfall.«


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecherin Corinna Saring
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: presse@smul.sachsen.de
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