Hightech für bessere Heilungschancen: Sachsens Gesundheitswirtschaft setzt auf Innovation und Präzision

28.10.2026, 09:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

»Health Innovations – Innovative Gesundheitswirtschaft«: Wirtschaftsminister Dirk Panter besucht Unternehmen und Institute der Medizintechnik | Panter: »Produkte aus Sachsen können weltweit Leben verbessern«

Die Gesundheitswirtschaft ist für die Versorgung und Lebensqualität der Menschen in Sachsen von zentraler Bedeutung. Zugleich ist sie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Wachstum, Beschäftigung und Innovation. Um auf die Branche sowie aktuelle Entwicklungen aufmerksam zu machen, besucht Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter heute in Leipzig Unternehmen und Forschungseinrichtungen der sächsischen Medizintechnik. Die Termine stehen unter der Überschrift »Health Innovations – Innovative Gesundheitswirtschaft«.

Minister Panter: »Sachsen steht für Hightech, Präzision und Forschungsstärke – Eigenschaften, die die Medizintechnik besonders prägen. Unsere Unternehmen verbinden Ingenieurskunst mit digitaler Innovation, um Produkte zu entwickeln, die weltweit Leben verbessern. Erfolgsentscheidend sind Kooperationen zwischen Forschung, Wirtschaft und Kliniken – diese starken Netzwerke in Sachsen fördern den Weg an eine Spitzenposition in der Medizintechnik der Zukunft.«

Die Gesundheitswirtschaft erzielt in Sachsen eine Bruttowertschöpfung von 17,4 Milliarden Euro pro Jahr. Damit entfallen 12,2 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Freistaates auf diese Querschnittsbranche. Zugleich sichert sie rund 334.000 Erwerbstätigen Arbeit – rund jede sechste erwerbstätige Person in Sachsen ist dort tätig.

Speziell die Medizintechnikindustrie beschäftigt in Sachsen rund 7.500 Menschen und erzielt eine Bruttowertschöpfung von ca. 500 Millionen Euro. Sie konzentriert sich auf die Herstellung von Geräten und Komponenten für Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation, Implantat- und Robotiksysteme. Besonders stark wachsen Bereiche wie »smarte« Medizintechnik, biomedizinische Materialien und KI-gestützte Assistenzsysteme.

Damit ist die Medizintechnik ein Schlüsselsektor für die Transformation der sächsischen Wirtschaft. Automatisierung, Individualisierung, Digitalisierung und exportorientierte Wertschöpfung stehen im Zentrum der Strategie für die kommenden Jahre. »Sachsen ist, auch als führender europäischer Mikroelektronik-Standort, für die Zukunft der Medizintechnik ausgezeichnet aufgestellt. Stärken, wie die enge Verzahnung von Forschung, Produktion und Kliniken, wollen wir nutzen und die Medizintechnikindustrie im Freistaat bei ihrem Wachstum weiter unterstützen«, so Dirk Panter.

Gesundheit neu gedacht: Innovative Ideen aus Sachsen für eine sichere und zuverlässige Patientenversorgung

Wirtschaftsminister Panter informiert sich heute über die Arbeit der folgenden Institute und Unternehmen:

ICCAS – Innovation Center Computer Assisted Surgery | www.iccas.de

Das Forschungs- und Transferinstitut der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig bietet Einblicke in die Digitalisierung und Automatisierung der Medizin von morgen. Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Neumuth wird die Zusammenarbeit mit Industrie und Kliniken sowie die Einbindung des ICCAS in Netzwerke und Cluster vorstellen. Bei einer Demo-Tour stehen die Schwerpunkte Krankenwagen, vernetzter OP und Patientenzimmer der Zukunft sowie hyperspektrale Bildgebung und Robotiklösungen in der Klinik im Fokus.

Die digitale Rettungskette beginnt bereits im vernetzten Rettungswagen: Mithilfe von 5G-Telemedizin können beispielsweise Vitaldaten, Ultraschallbilder oder Video-Feeds in Echtzeit aus dem fahrenden Fahrzeug direkt an Spezialisten in der Klinik übertragen werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vernetzung von Medizingeräten im Operationssaal. Über offene Standards können Geräte unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren. Daten beispielsweise von Endoskop, Beatmungsgerät und OP-Tisch werden zentral zusammengeführt und ermöglichen neue Ansätze für einen digitalisierten und automatisierten OP.

MITCenter – Neues Transferzentrum des Universitätsklinikums Leipzig | www.mitcenter.de

Das 2026 gegründete Transferzentrum fungiert als Schnittstelle zwischen Klinik, Forschung und Industrie. Prof. Dr. Thomas Neumuth (ICCAS) wird erläutern, wie das MITCenter dazu beiträgt, Ideen aus dem klinischen Alltag schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen. Nach dem Besuch einer Demonstrationsfläche (u.a. Arztpraxis der Zukunft) stellen sich fünf Unternehmen bei einer »Mini-Messe« vor:

RedZinc Deutschland GmbH | www.redzinc.net

Die deutsche Tochtergesellschaft des Telemedizin-Unternehmens RedZinc hat ihren Sitz in Leipzig (Hauptsitz: Dublin). Sie ist im Bereich der Telemedizin und des Vertriebs von medizinischen Software- und Hardware-Lösungen tätig.

AI-Driven Therapeutics GmbH | www.ai-dt.de

Das Unternehmen war 2026 beim Wettbewerb »Sachsens Unternehmer/-in des Jahres« als bestes Start-up nominiert. Es entwickelt eine autonom arbeitende KI-Plattform für die Wirkstoffforschung. Ein »Ko-Wissenschaftler« kann eigenständig neue Proteine und Moleküle entwerfen und bewerten.

Meliodays Medical GmbH | www.meliodays.com

Das Unternehmen entwickelt mit MelioOne eine neuartige, lokal wirkende und hormonfreie Therapie zur Behandlung von Menstruationsschmerzen. Beim Wettbewerb »Sächsischer Gründerpreis« erhielt Meliodays 2026 die Auszeichnung »Start-up des Jahres«.

BellaSeno GmbH | www.bellaseno.com

Das Unternehmen entwickelt resorbierbare medizinische Implantate und Weichgewebegerüste mithilfe des 3D-Drucks. Die Implantate dienen dem Körper als temporäres Gerüst, werden vom natürlichen Gewebe durchwachsen und lösen sich nach und nach von selbst im Körper auf.

Primogene GmbH | www.primogene.bio

Primogene produziert bioaktive Bestandteile der Muttermilch für eine optimale Ernährung von Frühgeborenen. Beim Sächsischen Gründerpreis 2024 hat das ein Jahr zuvor gegründete Leipziger Unternehmen den dritten Platz belegt.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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