Wenn Demokratie im Klassenzimmer gefordert ist: LaSuB stärkt Schulen mit neuer Fallsammlung
29.10.2026, 15:48 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Neue Fallbeispielsammlung stärkt Handlungssicherheit von Schulen bei Herausforderungen politischer Bildung
Chemnitz. Verfassungsfeindliche Symbole im Klassenzimmer, rassistische oder sexistische Diskriminierung, Konflikte aufgrund von religiösem Extremismus oder die Frage nach der »Neutralität« der Schule: sogenannte »Besondere Vorkommnisse« in Schulen in Sachsen haben viele Formen.
Um Schulleitungen und Lehrkräfte in solchen Situationen zu unterstützen, hat das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) eine erweiterte und aktualisierte Ausgabe der Fallbeispielsammlung »Herausforderungen politischer Bildung und pädagogischen Handelns an sächsischen Schulen" veröffentlicht. Die Publikation umfasst nun 24 praxisnahe Fallbeispiele, die neben einer straf- und schulrechtlichen Einordung auch schulorganisatorische und pädagogische Maßnahmen in den Blick nimmt. Begleitend dazu werden fallspezifische Unterstützungsangebote dargestellt, die bei der Bearbeitung der Situation helfen können.
Darüber hinaus verdeutlicht die Darstellung des Ablaufs eines Ermittlungsverfahrens, dass auch bei strafrechtlich relevantem Verhalten bei Jugendlichen sämtliche Reaktionen am Erziehungsgedanken zu orientieren sind. Schulleitungen und Lehrkräfte stehen dabei vor der Aufgabe, in oft komplexen und emotional belastenden Situationen schnell und rechtssicher zu handeln – und zugleich ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag auf Grundlage des Grundgesetzes und der Sächsischen Verfassung gerecht zu werden. Fundiertes Wissen über rechtliche Rahmenbedingungen und mögliche pädagogische Reaktionen sind daher entscheidend, um der freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Schulalltag sichtbar Geltung zu verschaffen, Betroffene zu schützen und Schule als Ort gelebter Demokratie zu stärken. Dabei stehen den Schulleitungen und Lehrkräften zahlreiche interne und externe Partnerinnen und Partner zur Seite, die in einem umfassenden Serviceteil der Fallbeispielsammlung aufgeführt werden.
Die Handreichung versteht sich als Orientierungshilfe, die Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit den jeweiligen Situationen lässt und individuelle Faktoren wie Alter, Reife und soziokulturellen Hintergrund der beteiligten Schülerinnen und Schüler berücksichtigt. Zielgruppe der Fallbeispielsammlung sind in erster Linie Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Lehrkräfte an sächsische Schulen. Zudem dient sie externen Partnerinnen und Partner dabei, Wege und Möglichkeiten schulischen Handelns nachzuvollziehen und Schulen dementsprechend besser unterstützen zu können.
»Schule darf in schwierigen Situationen nicht allein gelassen werden. Mit der aktualisierten Fallbeispielsammlung geben wir Schulleitungen und Lehrkräften ein praxisnahes Werkzeug an die Hand, das ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit extremistischen, rassistischen, antisemitischen, diskriminierenden oder demokratiefeindlichen Vorfällen verschafft. Wer die Werte unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung glaubwürdig vermitteln will, muss sie selbst kennen, erklären und überzeugend verteidigen können. Genau dabei wollen wir unterstützen", sagt Patrick Schreiber, Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung.
Weitere Informationen und Kontakt:
Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB)
https://www.lasub.smk.sachsen.de
Die Fallbeispielsammlung steht Schulleitungen und Lehrkräften digital im Schulportal Sachsen sowie zur Bestellung als Druckexemplar unter https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/41033 zur Verfügung.