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12.04.2018, 11:15 Uhr

Freistaat fördert neue Demografie-Projekte – Staatsminister Oliver Schenk trifft Projektträger

Dresden (12. April 2018) – Der Freistaat Sachsen fördert in diesem Jahr 20 neue Projekte zur Bewältigung der demografischen Entwicklung mit insgesamt über 925.000 Euro. Projektträger sind vor allem Vereine, Wohlfahrtsorganisationen oder Kommunen.

Der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Oliver Schenk, hat die Projektträger zu einem Treffen in die Staatskanzlei eingeladen. Dabei betonte Schenk: „Vor Ort gibt es viel kreatives Potenzial und viel Engagement. Mit unserer Projektförderung unterstützen wir vielfältige Initiativen, die dem demografischen Wandel etwas entgegensetzen, das Miteinander der Generationen stärken oder ein attraktives regionales Umfeld schaffen.“

Der demografische Wandel erfolgt in den verschiedenen Regionen in Sachsen ganz unterschiedlich. Mit dem Förderprogramm Demografie soll eine positive öffentliche Auseinandersetzung in den Regionen angeregt werden. Weil verschiedene Wirkungen des demografischen Wandels komplex ineinander greifen, können Lösungen nur fachübergreifend durch vernetztes Denken und Handeln gefunden werden. Daher stehen insbesondere konzeptionelle oder kommunikative Prozesse im Mittelpunkt der Förderung.

Seit 2007 hat der Freistaat insgesamt knapp 200 Projekte mit rund 8,5 Millionen Euro unterstützt.

Seit diesem Jahr werden folgende Projekte gefördert:

„Gib mir zehn“ (ASB Görlitz gGmbH, Görlitz)

Das Projekt soll soziales Engagement fördern, positive Geschichten von engagierten Einwohnern des Landkreises Görlitz zeigen, Anregungen zu Engagement geben, Menschen zusammenführen und die regionale Verbundenheit stärken. Die Zahl 10 ist dabei ein Leitmotiv des guten Handelns (z.B. 10 Minuten Zeit für eine gute Sache, 10 Helfer, 10 Spenden usw.). Die Engagierten und ihre Aktivitäten werden auf einer Internetplattform vorgestellt.

„Mit der AWO aktiv im Ruhestand – Informations- und Kontaktstelle für Senioren“ (AWO Erzgebirge gGmbH, Schneeberg)

Im Projekt soll für Schneeberg eine Anlaufstelle für Menschen im Alter von 65+ aufgebaut werden. Diese soll unter der Altersgruppe Eigeninitiative und Unterstützung anregen, für sie eine Angebotsstruktur aufbauen und gleichzeitig Knotenpunkt für Engagierte sein. Geplant ist eine enge Verzahnung mit der neuen Seniorenvertretung Schneebergs.

Raumpionierstation Oberlausitz (Bewusst Sein e. V., Hochkirch)

Im Projekt betreibt ein Netzwerk aus Ex-Städtern ("Raumpioniere"), die sich in der Oberlausitz niedergelassen haben, verstärkt Öffentlichkeitsarbeit für die Oberlausitz, um so potenzielle Zuzügler für die Region zu interessieren. Das Netzwerk bietet Beratung und Informationen an und begleitet Neu-Oberlausitzer beim Ankommen auf dem Land. Zielgruppen sind u.a. jüngere Kreative, unternehmerisch Tätige, Gründer und Silver Ager.

„Generationsgrenzen überwinden II - Vom Garten auf den Tisch“ (Akademie für lokale Demokratie e.V., Leipzig)

Das Projekt will die Kommunikation und Austausch zwischen den Generationen stärken. Als "Aufhänger" dient die Bewirtschaftung von Kleingärten und die Auseinandersetzung mit regionaler Ernährung durch Jung und Alt. Es werden Lösungsansätze für die Bewältigung der demografischen Herausforderungen in den sächsischen Kleingartenanlagen erarbeitet und konkrete Maßnahmen umgesetzt.

„Suche der Stadt Bestes – schöner leben in Rothenburg“ (Brüder- und Schwesternschaft Martinshof e. V., Rothenburg)

Bürger der Stadt Rothenburg/O.L. sollen in einem partizipativen Prozess angeregt werden, ihre Bedarfe an sozialen, kulturellen und bildenden Angeboten selbst festzustellen. Auf dieser Grundlage soll das soziokulturelle Leben der Stadt belebt werden. Projektschritte sind: die Erfassung von Bedarfen, vorhandenen Angeboten und Akteuren, die Entwicklung neuer Angebote und die Stärkung des Mehrgenerationshauses als Kultur- und Begegnungsort.

„Gemeinsam querdenken: IndustrieKulturErbe schafft Zukunft, Teil II / Vor-Ort-Workshops“ (Förderverein der Leipziger Denkmalstiftung e.V., Leipzig)

Attraktive Industriedenkmale sind Alleinstellungsmerkmale, Haltefaktoren und identitätsstiftende Orte. Im Projekt 2017 wurden Bürgermeister in Mittelsachsen für die leerstehenden historischen Industriebauten sensibilisiert. Im Folgeprojekt werden die Herausforderungen der Umnutzung historischer Gebäude identifiziert. Anschließend finden Vor-Ort-Workshops mit Bürgermeistern und Akteuren aus Wirtschaft und Bürgerschaft statt.

„Demografie-Studie der Kooperationsgemeinden Göda und Doberschau-Gaußig“ (Gemeinde Göda)

In einem Partizipationsprozess mit Akteuren aus Bürgerschaft, Verwaltung und Wirtschaft sollen Strategien und Lösungsansätze entwickelt werden, um die Gemeinden zukunftsfest für den demografischen Wandel auszurichten. Aufbauend auf einer SWOT-Analyse werden in Arbeitskreisen insbesondere die Themen Daseinsvorsorge, Mobilität und Binnenentwicklung vertieft betrachtet.

„Konzeptionelle Erarbeitung eines Leitbildes der Gemeinde Hirschstein“ (Gemeinde Hirschstein)

Die Gemeinde Hirschstein hat rund 2.000 Einwohner - verteilt auf 11 Ortsteile. Sie plant, ein kommunales Leitbild und Strategien zu entwickeln, ihre Bevölkerung zu binden, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und für Zuzügler attraktiver zu werden. Als Schwerpunkte sollen die Themen Mobilität, Daseinsvorsorge, Bildung, Gemeindemarketing und Umnutzung alter Gebäude betrachtet werden. In den Workshops werden die Bürger aktiv mitarbeiten.

„Erarbeitung einer regionalen konzeptionellen Strategie zur Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels für die Gemeinde Rietschen bis 2025“ (Gemeinde Rietschen)

Rietschen hat 2.568 Einwohner (2016) bei einer geringen Bevölkerungsdichte von 35 EW/km². Im Projekt sollen Strategien zur Anpassung an die demografischen Veränderungen der Gemeinde entwickelt werden. Schwerpunkte sollen sein: 1.) Gebäudebestand, 2.) Infrastruktur (Ver- und Entsorgung), Verwaltung und Feuerwehr, 3.) Tourismus. Bürger, Verwaltung, Unternehmen und Vereine sollen in thematischen Arbeitsgruppen mitarbeiten.

„Chöre in Sachsen - eine schützenswerte Tradition“ (Gesellschaft für Gemeinsinn e.V., Leipzig)

Chöre sind insbesondere in ländlichen Räumen ein wichtiges Angebot für alle Altersgruppen. Sie sind allerdings von Überalterung und sinkender Mitgliederzahl betroffen. Das Projekt will Chöre dabei unterstützen, jüngere Sänger wie auch Chorleiter zu gewinnen. Ferner werden Chöre über Möglichkeiten der Finanzierung und einer Webpräsentation informiert. Es werden ein Handlungskonzept und ein Maßnahmenkatalog entstehen, die andere Chöre nutzen können.

„KiWi-Lab Oberlausitz“ (Integralis e.V. – Gesellschaft für Ethik, Kultur und Bildung, Hochkirch)

In der Oberlausitz gibt es trotz einiger kleinerer kreativer Zentren kein vielfältiges und vernetztes kreatives Gesamtmilieu. Im Projekt soll ein regionales Netzwerk für kreative Menschen entstehen, welches auch überregional ausstrahlt und bekannt ist. Im Projekt werden Handlungsansätze zur Stärkung der regionalen Kreativität entwickelt.

Werbekampagne "IMPULS REGIO" (Landkreis Görlitz)

Jungen Menschen sollen in der Phase der beruflichen Orientierung durch ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren Berufs- und Lebensperspektiven im Landkreis Görlitz aufgezeigt werden. Der Handlungsansatz ist geschlechtersensibel, da junge Frauen eher zu Abwanderung neigen und Chancen im MINT-Bereich nicht nutzen. Das Projekt knüpft an das 2015 geförderte Projekt IMPULS REGIO an und soll vor allem die Öffentlichkeitsarbeit für das Mentoringprogramm verstärken.

"Alte Dorfschule m.H." Aufbau eines Netzwerkes Multiples Haus im Kohrener Land (Landkreis Leipzig)

Die Ortsteile Jahnshain, Linda und Meusdorf der Stadt Frohburg (bis Ende 2017: Kohren-Sahlis) besitzen erhebliche Erreichbarkeitsdefizite bei ärztlicher Versorgung und Nahversorgung. Diese Defizite können durch ein so genanntes Multiples Haus als zentralem Anlauf-punkt der Dienstleister aufgewogen werden. So soll verlorengegangene Infrastruktur ersetzt und die Lebensqualität in der Region erhöht werden. Es wird die Umnutzung einer ehemaligen Schule in Jahnshain geprüft.

„Erarbeitung konzeptioneller Grundlagen zur Entwicklung und Implementierung eines städtischen Leitbildes, das zur positiven Profilierung der Großen Kreisstadt Großenhain und zur Imagebildung beiträgt“ (Stadt Großenhain)

Großenhains Einwohnerzahl wird bis 2030 insbesondere bei jüngeren Menschen zurückgehen, was teils auf die Sogwirkung Dresdens zurückzuführen ist. Die Stadt will daher Jüngere zum Bleiben oder zur Rückkehr bewegen und Zuzügler anziehen. In einem Partizipations-prozess mit Akteuren aus Bürgerschaft, Vereinen, Verwaltung und Wirtschaft sollen Probleme, Perspektiven und Lösungsansätze diskutiert werden. Ergänzend dazu wird eine SWOT-Analyse durchgeführt. Beides wird in einem Leitbild zusammengeführt.

„Konzept für ein nachhaltiges Gebäudemanagement unter Berücksichtigung des demografischen Wandels als Grundlage für eine ganzheitliche Entwicklungsstrategie“ (Stadt Johanngeorgenstadt)

Für die Stadtentwicklung ist aus Sicht der Stadt eine Untersuchung leerstehender Gebäude und Bergbaufolgeflächen notwendig. Im Projekt soll ein Konzept erarbeitet werden, mit dessen Hilfe Flächen und Gebäude definiert werden, welche Bauwilligen und Unternehmern ohne Einschränkungen zur Verfügung gestellt werden könnten. Gleichzeitig werden die Stadtteile hinsichtlich ihrer Funktionen und evtl. Rückbaunotwendigkeiten betrachtet.

„Ausbau und Weiterentwicklung der zentralen kommunalen Koordinierungs- und Beratungsstelle ("Seniorennetzwerk") in der Großen Kreisstadt Schwarzenberg“ (Stadt Schwarzenberg)

Die städtische Koordinierungs- und Beratungsstelle für Ältere zu Wohnen, Pflege, Unterstützungsangeboten usw. soll weiterentwickelt und ausgebaut werden. Das bestehende Beratungsangebot wird durch Aktionstage, mobile Beratung in Nachbarkommunen und ein alters-gerechtes Musterzimmer ergänzt. Es werden Stadtteilbegehungen durchgeführt, deren Erkenntnisse in die Planung einer generationengerechten Infrastruktur einfließen.

„Machbarkeitsstudie zu den Umsetzungspotenzialen eines Erlebnishofes bzw. Erlebnisladens“ (Stadt Sebnitz)

Sebnitz knüpft mit dem Projekt an einen Demografie-Workshop an, bei dem Bürger die Idee eines Erlebnishofes/-ladens mit Mehrfachnutzung (Verkauf, Wohnnutzung, Kreativität, Veranstaltungsort, Treff) äußerten. Im Projekt werden erstens mit den Bürgern die Wünsche und Erwartungen vertieft. Zweitens wird in einer Machbarkeitsstudie untersucht, wie und wo die Einrichtung praktisch umgesetzt werden könnte. Bei einem positiven Ergebnis folgt drittens die Aufstellung eines Nutzungskonzepts.

„Licht in's Dunkel – neue Wege in der demografischen Entwicklung Stollbergs“ (Stadt Stollberg/Erzgeb.)

Im Projekt will die Stadt unter Beteiligung der Bürger ein Konzept zur Attraktivitätssteigerung entwickeln. In Workshops werden mit den Bürgern identifikationsstiftende Elemente heraus-gearbeitet, Lieblingsplätze definiert und störende Zustände identifiziert. Es werden vorhandene und künftig denkbare Ruhe- und Aktionsräume sowohl generationenspezifisch als auch generationenübergreifend betrachtet. Als ästhetisches Mittel soll Licht/Beleuchtung zur Sichtbarmachung attraktiver Orte dienen.

Regionale Strukturen in der Jugendkultur Rollsport ländlichen Raum Sachsen stärken II – Regionale Ansätze vertiefen, landesweiten Austausch initiieren (Wellenreiter e.V., Markranstädt)

Rollsport (wie BMX-Fahren und Skateboarding) ist eine ansprechende und zeitgemäße Möglichkeit der Freizeitgestaltung für Jugendliche, die die Attraktivität der Heimatorte erhöht. Das Projekt will jugendkulturelle Projekte im Bereich Rollsport in mehreren ländlichen Regionen Sachsens befördern und miteinander vernetzen. Damit soll erreicht werden, dass Rollsport-Projekte erfolgreicher werden und ihre Potenziale für den ländlichen Raum besser entfalten.

Aufbau eines Fachkräftenetzwerkes kleiner Träger im ländlichen Raum Ostsachsens zur Organisation begleitender Maßnahmen der Integration vietnamesischer Pflegekräfte (Wir bauen Brücken. Förderkreis des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal e.V., Ostritz)

Die DPFA Akademiegruppe qualifiziert vietnamesische Pflegefachkräfte für den ostsächsischen Arbeitsmarkt. Jedoch bedarf es Anstrengungen von Pflegeträgern, Zivilgesellschaft und Kommunen, das Lebensumfeld der Pflegekräfte attraktiv zu gestalten. Im Projekt wird ein Netzwerk kleiner Träger der Pflege etabliert, die in den Kommunen eine kulturelle Öffnung und Willkommenskultur unterstützen. Die Pflegeträger sollen für die Integrationsarbeit befähigt werden.

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