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17.05.2018, 17:18 Uhr

Von Industrie 4.0 bis E-Mobilität: Sachsen und Tschechien loten weitere Kooperationsmöglichkeiten aus

Martin Dulig: „Wollen uns mit den Besten in Europa vernetzen“

Nach dem heutigen Auftakttermin mit dem tschechischen Verkehrsminister Dan Ťok hat sich Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig mit Tomáš Hüner, tschechischer Minister für Industrie und Handel, getroffen. Die Tschechische Republik ist nach China der zweitwichtigste Handelspartner des Freistaates. 2017 kam ein Fünftel aller sächsischen Importe aus dem Nachbarland. Mit Einfuhren im Wert von 4,7 Milliarden Euro lag es unangefochten auf Platz 1 der Importpartner des Freistaates. Der Export sächsischer Waren nach Tschechien ist seit 1993 um das fast 16-fache auf einen Wert von rund zwei Milliarden Euro gestiegen. Für Tschechien ist Sachsen der fünftwichtigste Handelspartner.

„Unsere Beziehungen sind langfristig gewachsen. Wir sind vorbildlich in der Zusammenarbeit innerhalb der EU“, betonte Minister Hüner. Martin Dulig ergänzte: „Wir möchten weiter voneinander lernen und Plattformen schaffen, wo wir gemeinsam aktiv sein können.“ In dem 90-minütigen Treffen sprachen die Minister über Themen wie Industrie 4.0, Digitalisierung in der Energiewirtschaft, E-Mobilität, Smart-City-Lösungen, Kooperationen in Netzwerken wie Energy Saxony und Silicon Saxony sowie gemeinsame Auftritte auf internationalen Fachmessen. Auch die Zusammenarbeit mit China und den USA spielte eine zentrale Rolle. Zum Thema US-Strafzölle sagte Dulig: „Mein Kollege Tomáš Hüner und ich sind uns einig: Ein Handelskonflikt geht zu Lasten aller. Wir müssen einen vernünftigen Weg finden. Dabei kommt Deutschland eine führende Rolle zu.“

Für 2018 sind bereits zahlreiche Projekte, Messen und Kooperationsforen mit Akteuren der Tschechischen Republik vorgesehen. Hervorzuheben sind das Projekt „ArchaeoMontan 2018“ zur Erforschung des mittelalterlichen Bergbaus im Erzgebirge, der Sächsisch-Bayerisch-Tschechische Innovationstag am 15. November in der Deutschen Botschaft in Prag sowie die weiteren Planungen für die Eisenbahnneubaustrecke Dresden – Prag. Auch die trilaterale Zusammenarbeit wird im Dreiländereck gelebt: Im Oktober findet die 25. Polnisch-Tschechisch-Deutsche Kooperationsbörse für Unternehmen in Jelenia Góra statt. Veranstalter sind die Riesengebirgsagentur für Regionale Entwicklung (KARR) und die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS).

Am Mittag besuchte Minister Dulig die Zentrale für das Europäische Satellitennavigationssystem GNSS Galileo. Am Sitz in Prag arbeiten 200 nationale und internationale Experten aus 21 Nationen zusammen. Das System kommt zum Beispiel im Flugverkehr zum Einsatz. Hier sieht Martin Dulig konkrete Anknüpfungspunkte: „Sachsen hat eine vergleichsweise kleine, aber feine Luft- und Raumfahrtindustrie. Sie gehört zu den Innovationstreibern in Bereichen wie Aus- und Umrüstung von Flugzeugen, Komponentenfertigung für Flugzeuge und Raumfahrtobjekte sowie bei Tests von Flugzeug- und Raumfahrtstrukturen. Die sächsischen Chancen liegen künftig vor allem in der Forschungslandschaft und deren Verknüpfung mit der industriellen Entwicklung. Wir wollen uns weiter international vernetzen und das gern mit den Besten in Europa.“ Gegenwärtig agieren im Freistaat 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Luft- und Raumfahrt. Sie beschäftigen fast 7.000 Mitarbeiter und erzielen einen Jahresumsatz von ca. 1,4 Milliarden Euro.

Nach einem Arbeitsessen mit Josef Středula, dem Vorsitzenden des Verbandes der mittelständischen Unternehmen und Chef des tschechischen Gewerkschaftsbundes, besichtigte Martin Dulig zum Abschluss seiner Tschechien-Reise den Elektrobushersteller SOR. Begleitet wurde er von Vertretern der Verkehrsbetriebe aus Dresden und Leipzig. Die sächsische Delegation informierte sich über den aktuellen Stand der Technik, etwa den Ladekomfort und die erforderliche Infrastruktur. „Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch und gerade für den Öffentlichen Personennahverkehr eine interessante Einsatzvariante“, sagte Verkehrsminister Dulig.

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