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Neues Innovationscluster SET4FUTURE entwickelt Innovationen für den regionalen Schienenverkehr

06.11.2018, 13:41 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Martin Dulig: „Mit Innovationsclustern wie SET4FUTURE erreichen wir mehr Schlagkraft und mehr Schub für Wertschöpfung und Arbeitsplätze von morgen.“

Die sächsische Bahnbranche mit ihren 240 Unternehmen und 13.000 Beschäftigten ist eine antriebsstarke Wirtschaftslokomotive. Damit das so bleibt, hat sich der Bahntechnikverbund BTS Rail Saxony (BTS) erfolgreich beim Freistaat Sachsen zur Förderung als Innovationscluster beworben. Das vom BTS initiierte Cluster „SET4FUTURE“ (Leitsatz: „Wir gestalten die regionale Mobilität der Zukunft“) geht heute offiziell mit einer Auftaktveranstaltung bei der Firma A.S.T. Angewandte Systemtechnik in Dresden an den Start. Die Mission des neuen Netzwerks ist es, den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) mit Hilfe technologischer Innovationen effizienter, wirtschaftlicher und insgesamt attraktiver zu gestalten.

SET4FUTURE („Smart and Efficient Train System for Future Rail Mobility”) soll innovative Komponenten und Dienstleistungen im Bereich Infrastruktur und Fahrzeuge entwickeln und für bestehende Fuhrparks nutzbar machen. Durch Partnerschaften im Bereich „Forschung und Entwicklung“ (FuE) sollen regionale Wertschöpfungsketten gestärkt sowie technologische Kompetenzen und Produkte international vermarktet werden.

Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Mit dem Förderaufruf für die neuen Innovationscluster haben wir ambitionierte Zukunftsvorhaben gesucht, die wissenschaftliche Kompetenzen und unternehmerischen Spürsinn zusammenbringen. Wir wollen Kompetenzen bündeln, die wir in Sachsen haben. Mit Innovationsclustern wie SET4FUTURE erreichen wir mehr Schlagkraft und mehr Schub für die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze von morgen. Mit sächsischen Komponenten und sächsischer Systemkompetenz kann es gelingen, auch mit den bestehenden Fuhrparks und der vorhandenen Infrastruktur effizientere und umweltfreundlichere Mobilität anzubieten.“

Auf der Auftaktveranstaltung sind bereits ausgewählte Projekte, die im Rahmen von SET4FUTURE bearbeitet werden, zu sehen:

  • Dieselbrennstoffzelle:

Im Gegensatz zum Verbrennungsmotor belastet die Dieselbrennstoffzelle die Umwelt nicht mit Stickoxiden. Gegenüber Wasserstoffzellen besteht der Vorteil, dass keine aufwendige Infrastruktur für Wasserstoffspeicherung entstehen muss. Im Cluster sollen der Prototyp der Firma EBZ Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaft Brennstoffzelle mbH, die Teil der A.S.T. Gruppe ist, weiterentwickelt und Pilotanwendungen in der Bahntechnik identifiziert werden.

  • Luftentkeimung:

Viel weiter in der Entwicklung stehen die Firmen CleanTec Lighting und Photon Meissener Technologies. Beide haben eine innovative Luftentkeimungsanlage mit Beleuchtungstechnik kombiniert. Neben angenehmen Lichtverhältnissen wird die Zahl von Viren und Bakterien in Fahrzeugen deutlich vermindert – gerade in der Grippe-Zeit ein deutlicher Mehrwert für alle Fahrgäste in ÖPNV und SPNV. Das Cluster soll den beiden Firmen helfen, erste Kunden für ihr Produkt zu finden.

  • Digitale Schadaufnahme und Augmented Reality:

Schienenfahrzeuge sind komplexe technische Konstruktionen, die zuverlässig und sicher gewartet werden müssen, aber eben auch schnell wieder zurück auf die Schiene sollen, um Fahrgäste zu befördern. Die RailMaint GmbH aus Delitzsch hat eine digitale Schadaufnahme entwickelt. Die Firma CE cideon engineering sucht Anwendungspartner für den Einsatz von Datenbrillen mit sogenannter Augmented Reality (Erweiterter Realität) in der Instandhaltung.

  • Sicherungstechnik:

Moderner, digitaler und kostengünstiger soll auch die Signaltechnik werden. Daran forschen die TU Dresden und mehrere Mittelständler bereits seit rund einem Jahr speziell für Nebenstrecken (Neue Sekundärbahn). Ziel ist es, die Streckenkosten zu senken, so dass der Regionalverkehr auf der Schiene bleibt. Mit Hilfe des Clusters soll die zweite Stufe des Projektes auf den Weg – und danach an den Markt – gebracht werden.

Da sich das Clusterprojekt SET4FUTURE aktuell in der Aufbauphase befindet, sind Unternehmen, Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen aus Sachsen eingeladen, sich diesem Netzwerk anzuschließen und es mit ihren Ideen und Kompetenzen mitzugestalten.

Hintergrund:

Der neuartige Förderwettbewerb „Innovationscluster“ wurde im Juli 2017 gestartet. Gesucht werden anspruchsvolle Zukunftskonzepte, die von Unternehmen und Wissenschaftlern gemeinsam getragen werden, um neue Lösungen für die Bedürfnisse von morgen zu entwickeln. Mit dem Wettbewerbsaufruf setzt das Wirtschaftsministerium den zweiten Baustein der neuen Richtlinie Clusterförderung um, die im November 2016 vorgestellt worden war.

Für zunächst bis zu fünf Innovationscluster winken jeweils fünf Millionen Euro, die in einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren eingesetzt werden können. Damit soll die konzentrierte gemeinsame Arbeit an Zukunftsmärkten und -technologien unterstützt werden, beispielsweise durch regelmäßige Workshops, die Erarbeitung konkreter Maßnahmenpläne und gemeinsam genutzte Anlagen.

Das Innovationscluster SET4FUTURE wird vom sächsischen Wirtschaftsministerium bis zunächst 2022 mit 522.000 Euro gefördert. Außerdem werden die folgenden Innovationscluster finanziell unterstützt:

  • HZwo – Antrieb für Sachsen (HZwo e.V. und energy saxony: Wasserstoffantrieb)
  • Verwertungsoffensive „Smart Medical Devices“ (biosaxony Management GmbH: intelligente Medizinprodukte)
  • Innovationscluster Sensorik (RKW Sachsen GmbH mit OES, LRT und Silicon Saxony)

Weiterführende Links

Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Pressesprecher Jens Jungmann

Telefon: +49 351 564 80600

Telefax: +49 351 564 80680

E-Mail: presse@smwa.sachsen.de

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