Wirtschaftsministerium präsentiert neue Tourismusstrategie Sachsen 2025 - Minister Martin Dulig: „Das Tourismuswachstum muss inklusiver und nachhaltiger werden.“

29.01.2019, 14:20 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Erstmals werden die Übernachtungszahlen in Sachsen 2018 voraussichtlich die 20-Millionen-Marke überschreiten. „2018 wird damit erneut ein Rekordjahr für den sächsischen Tourismus”, erklärt Wirtschaftsminister Martin. Tourismus sei aber kein Selbstläufer. Die Staatsregierung will den Sachsentourismus weiterentwickeln. Den strategischen Rahmen hierfür gibt ab sofort die Tourismusstrategie Sachsen 2025 vor, die heute vom Kabinett verabschiedet wurde.

„Die Tourismusstrategie Sachsen 2025 eröffnet die Chance, unser Land weiter touristisch zu entwickeln - ökonomisch, regional und zukunftsorientiert“, sagt Wirtschaftsminister Martin Dulig. „Im Mittelpunkt steht die nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsfaktors Tourismus, damit Sachsen zukünftig weiter an touristischer Schlagkraft gewinnt.“

Mit der Konzentration auf fünf zentrale Handlungsfelder thematisiert die Staatsregierung die wichtigsten Herausforderungen für den Tourismus In Sachsen in den nächsten Jahren. Vor allem im Bereich des Übernachtungstourismus sieht sie für den Zeitraum bis 2025 noch Wachstumschancen. Dabei geht es nicht darum, das Gästeaufkommen um jeden Preis zu steigern. Stattdessen soll der sächsische Tourismus weiterhin marktgerechte Qualität bieten und diese ausbauen. Als Messlatte wurden Kennziffern mit Entwicklungszielen für das Jahr 2025 festgelegt.

Digitalisierung und Internationalisierung sollen künftig weiter vorangetrieben werden - ebenso wie Innovation, Mobilität, Inklusion und Barrierefreiheit.

Das erste Handlungsfeld befasst sich mit der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der mittelständisch geprägten Tourismuswirtschaft. Im Vordergrund stehen Maßnahmen zur Fachkräftesicherung, Qualitätssteigerung sowie Qualifizierung.
Zur Sicherung der touristischen Wettbewerbsfähigkeit ist ein zeitgemäßes und attraktives Angebot an Beherbergungsbetrieben ein wichtiger Bestandteil. Demgegenüber steht der Substanzverlust im Gastgewerbe besonders im ländlichen Raum. Dies betrifft Gasthöfe ebenso wie Gaststätten. Vor diesem Hintergrund soll noch im ersten Halbjahr 2019 ein systematisches Investitionsmanagement für Hotelansiedlungen und Tourismusprojekte bei der Wirtschaftsförderung Sachsen eingerichtet werden. Dieses sollte gleichermaßen als Anlaufstelle für Investoren, Betreiber, Projektentwickler und Kommunen dienen.

Im zweiten Handlungsfeld werden Maßnahmen definiert, um die Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Destinationen (= Reiseregionen) erhöhen. Die sieben sächsischen Destinationen und ihre Managementorganisationen sind wesentliche Bausteine in der Tourismusstrategie. Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen haben sie in den vergangenen Jahren sehr intensiv an ihrer Wettbewerbsfähigkeit gearbeitet. Strukturen wurden konzentriert, Kräfte gebündelt. Im nächsten Schritt geht es darum, Lösungen für eine stärkere Einbeziehung der Ortsebene zu finden. Bei ihrer Finanzierung gilt es die Möglichkeiten zu nutzen, die das überarbeitete Kommunalabgabengesetz bietet.

Die touristische Infrastruktur ist Thema des dritten Handlungsfeldes. „Die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur braucht landesweit eine stärkere Koordinierung. Ich denke hier an Rad- und Wanderwege, Mountainbike-Strecken, Kur- und Wellnessangebote. Nicht zuletzt für die sächsischen Wintersportorte stellt sich die Frage, wie man sich langfristig auf den Klimawandel einstellt“, so Dulig. „Ich bin davon überzeugt: Nachhaltigkeit muss flächendeckend zur Strategie in Sachsen werden. Nur ein nachhaltiger Tourismus schafft nachhaltige Entwicklung, die durch uns Rückendeckung erfährt.“ Ziel ist es unter anderem, Sachsen perspektivisch zu einer der führenden Rad- und Mountainbike-Destinationen zu entwickeln. Auch sollen Sachsens Kur- und Erholungsorte in ihrer Entwicklung durch eine Grundlagenstudie zur zukünftigen Profilierung unterstützt werden.

Um die Bekanntheit Sachsens als Reiseziel zu steigern, steht im vierten Handlungsfeld die Optimierung des Tourismusmarketings im Vordergrund. Deutschland ist mit einem Anteil von fast 90% an allen Gästen der Quellmarkt Nr. 1 für Sachsen. Der größte Anteil der ausländischen Gäste besucht die Städte Dresden und Leipzig. Die Anzahl der Gäste, die sich auch für die anderen Destinationen begeistert, soll größer werden. Als bisher zweites Bundesland wird sich Sachsen daher unter anderem 2021 als offizielles Partnerland der Internationalen Tourismus-Börse Berlin, der weltgrößten Tourismusmesse, präsentieren.

Das fünfte Handlungsfeld befasst sich mit der Tourismusförderung. Der Tourismus ist in Sachsen mit einem Jahresbruttoumsatz von 7,8 Milliarden Euro eine unverzichtbare Wirtschaftsgröße, die auch zukünftig der verlässlichen Unterstützung der öffentlichen Hand bedarf. Ziel der Staatsregierung ist es aber, die touristischen Förderprogramme besser zu koordinieren und auf erfolgsversprechende Maßnahmen zu konzentrieren. Die touristischen Organisationen sind aufgefordert, die eigene Wirtschaftlichkeit weiter zu erhöhen. Profiteure des Tourismus sollen stärker und kreativ in dessen Finanzierung einbezogen werden.

„Die Staatsregierung möchte mit der Tourismusstrategie Sachsen 2025 den Tourismus im Land stärken und zukunftsorientiert entwickeln, sie möchte zur Veränderung motivieren“, fasst Minister Dulig den Anspruch zusammen. „Das geht nur gemeinsam! Es sind die touristischen Akteure, welche die Strategie gemeinsam mit den verbundenen Branchen und Bereichen mit Leben füllen und zum Erfolg führen.“

Hintergrund

Die Tourismusstrategie Sachsen 2025 stellt eine Fortschreibung der Tourismusstrategie 2020 dar. Die Staatsregierung entspricht damit der Aufforderung des Sächsischen Landtags. Sie legt mit der Tourismusstrategie 2025 einen strategischen Rahmen vor, der für alle Bereiche der Tourismuswirtschaft und darüber hinaus Wirkung entfalten soll.

Der Prozess der Fortschreibung wurde von einer politischen Arbeitsgruppe unter Leitung von Staatssekretär Dr. Hartmut Mangold mit Vertretern der Regierungsfraktionen CDU und SPD sowie des Landestourismusverbandes Sachsen e.V. (LTV SACHSEN), der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH (TMGS), der sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie des Sächsischen Landkreistages gesteuert. Die Erarbeitung der Maßnahmen erfolgte in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den touristischen Akteuren im Freistaat Sachsen.

  • Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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