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15.04.2019, 10:10 Uhr

Studie über „Rechte Hassgewalt in Sachsen“ vorgestellt – Fallzahlen bleiben auf hohem Niveau und Täter werden älter

Staatsministerin Petra Köpping: „Unsere Arbeit ist noch nicht getan – Angebote des Demokratie-Zentrum Sachsen unterstützt Engagement gegen Hassgewalt“

(Dresden, den 15. April) Heute stellten im Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping und der Extremismusforscher Prof. Dr. Uwe Backes die Studie „Rechte Hassgewalt in Sachsen“ vor. Die Studie untersucht, wie sich rechte (Hass-) Gewalt im Zeitraum von 2011 bis 2016 entwickelt und inwieweit sich ihr Erscheinungsbild infolge der sogenannten „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015 verändert hat.

Die Hassgewalt nahm im Untersuchungszeitraum stark zu und die Täter wiesen ein deutlich erhöhtes Durchschnittsalter im Vergleich zu früheren Untersuchungen auf. Radikalisierung, Polarisierung und Mobilisierung erreichen einen höheren Grad, was auf erhebliche Defizite bei der moderierenden Konfliktregulierung hinweist. Dadurch geraten auch Menschen in den Sog der Radikalisierung, die früher wohl eher nicht gewalttätig geworden wären.

Dazu Staatsministerin Petra Köpping: „Für uns ist es wichtig, die Zusammenhänge hinter den Taten, die Charakteristik von Tätern und Opfern besser fassen zu können. Hassgewalt ist offensichtlich keine "Jugendsünde" mehr, sondern wird in weiteren Gesellschaftsschichten salonfähig. Diese Erkenntnisse helfen uns, unsere Präventionsangebote zielgerichtet weiterentwickeln zu können. So lange in Sachsen noch Menschen aufgrund ihres Aussehens, ihrer Religion oder ihrem Engagement für eine offene, engagierte Zivilgesellschaft angegriffen werden, ist unsere Arbeit noch nicht getan.“

Extremismusforscher Prof. Dr. Uwe Backes ergänzt: „Unsere Studie hat unter anderem ergeben, dass der Freistaat Sachsen nur im Vergleich zur alten Bundesrepublik als ‚Hochburg‘ rechter Gewalt gelten kann. Im Vergleich mit anderen östlichen Bundesländern hingegen überwiegen die Gemeinsamkeiten. Offenbar wirken die sozialen, ökonomischen und kulturellen Belastungen durch das autokratische Erbe und die doppelte Systemtransformation bis in die Gegenwart fort.“

Zum Geschäftsbereich der Sächsischen Staatsministerin gehören verschiedene Ebenen der Demokratiearbeit. Zum einen das Demokratie-Zentrum Sachsen als Kooperationsverbund staatlicher und nicht-staatlicher Akteure, die sich für die Stärkung der Demokratie und gegen extremistische und menschenfeindliche Bewegungen im Freistaat engagieren. Zum anderen das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“, welches zivilgesellschaftliche Initiativen bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit unterstützt.

Mehr Informationen: www.weltoffenes.sachsen.de, www.demokratiezentrum.sachsen.de.

Die Studie kann unter folgendem Link kostenfrei bestellt werden: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/33060.

Hinweis: Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten im Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

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Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
Themen
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